(Albert Precht, 1947–2015)

Servus Albert…

Einer der bedeutendsten Felskletterer der letzten Jahrzehnte lebt nicht mehr. Am 8. Mai 2015 stürzte Albert Precht zusammen mit seinem langjährigen Seilpartner Rober Jölli an der Kapsawand auf der Insel Kreta tödlich ab (wir berichteten); der Unfall passierte vermutlich wegen eines Fehlers beim Synchron-Abseilen.
 
 
Albert Precht © IMS
Albert Precht
Albert Precht zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten des Alpinkletterns, der den Sport – als solchen sah Precht das Klettern jedoch nur in zweiter Linie – wie kaum ein anderer geprägt hat. Seine über 1000 Erstbegehungen – vor allem im heimatlichen Hochkönig und im Tennengebirge, aber auch in Jordanien, Kreta oder Korsika – zeichneten sich durch spärliche Absicherung, hohe Schwierigkeiten und vor allem durch elegante und logische Linienführung aus. Precht war ein vehementer Bohrhakengegner, der die Freiklettergedanken des legendären Paul Preuß bis in die letzte Konsequenz verwirklichte. So nannte er eine seiner Erstbegehungen »Freier als Paul Preuß« (VII, Großer Bratschenkopf) – weil er diese im Alleingang und nackt bis auf die Kletterschuhe eröffnete…

Albert Precht war ein stiller, bescheidener Mensch, dem jede Publicity zuwider war. Und er war einer der freundlichsten und liebenswertesten Menschen, die ich beim Klettern kennenlernen durfte. Die drei Tage vor mehr als 20 Jahren, als er mir seine Felsenheimat, den Hochkönig, zeigte und wir einige der schönsten Routen dort kletterten, werden mir unvergesslich bleiben – danke Albert! Ich bin traurig darüber, dass wir nicht mehr zu der im vergangenen Jahr vereinbarten gemeinsamen Klettertour ausrücken können – Servus Albert, wir sehen uns irgendwann im Kletterer-Himmel…
 
Andreas Kubin
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