10 Touren, die auf Passstraßen starten | BERGSTEIGER Magazin
Bergtouren an den Alpenpässen

10 Touren, die auf Passstraßen starten

Passstraßen sind praktisch für alle, die gerne von einem hoch gelegenen Ausgangspunkt starten. Denn Postautos und Busse bieten Wanderern eine willkommene "Aufsteigshilfe", und so kann die Tour gleich mit einer sagenhaften Aussicht beginnen. Die zehn schönsten Touren an Passstraßen in den Alpen!
 
Am Höhenweg Simplon-Süd mit Blick auf das vergletscherte Fletschhorn © Berthold Steinhilber
Am Höhenweg Simplon-Süd mit Blick auf das vergletscherte Fletschhorn
Oben einsteigen - Passstraßen verbinden Täler und Alpenländer und stellen ideale Ausgangspunkte für Bergwanderungen dar. Zehn Touren, die auf Straßenpässen starten und dadurch den Bergwanderer gleich weiter nach oben bringen:
karte Passtouren

1. Sellajoch – Langkofelrunde

  • Schwierigkeit: mittel
  • Höhendifferenz: 600Hm
  • Dauer: 6 Std.
  • Charakter: Ein absoluter Klassiker unter den Dolomiten-Wanderwegen! Trotz der beachtlichen Länge nur mäßig anstrengend, überwiegend gute Wege. Faszinierend die immer wieder wechselnden Ein- und Ausblicke. Im Sommer üppige Flora (Steinerne Stadt).
  • Ausgangs-/Endpunkt: Sellajochhaus (2180 m) knapp nördlich unter dem Scheitelpunkt der Passstraße, die das Grödnertal mit dem Val di Fassa verbindet. SAD-Linienbus
  • Route: Sellajochhaus – Riugio Comici (2154 m) – Langkofelkar – Piza da Uridl (2101 m) – Plattkofelhütte (2300 m) – Forcela Rodela (2318 m) – Sellajochhaus
  • Einkehr: mehrere Hütten unterwegs. Achtung: Plattkofelhütte wird aktuell umgebaut, Wiedereröffnung voraussichtlich 2016

2. Penser Joch – Sarner Weißhorn (2705 m)

  • Schwierigkeit: schwierig
  • Höhendifferenz: 500Hm
  • Dauer: 4 Std.
  • Charakter: Markanter Gipfel im Westkamm der Sarntaler Alpen mit bequemem Zugang und felsigem Finale. Vom Gröllerjoch zum Gipfel nur Steigspur, teilweise gesichert, leichte Kletterstellen (I). Bei Nässe gefährlich!
  • Ausgangs-/Endpunkt: Penser Joch (2215 m), Übergang von Sterzing ins Sarntal und nach Bozen; kein Linienbus
  • Route: Penser Joch – Penser-Joch-See (2220 m) – Steinwandseen (2320 m) – Gröllerjoch (2557 m) – Weißhorn
  • Einkehr: nur am Penser Joch

3. Timmelsjoch – Hochstubai-Panoramaweg – Sölden

  • Schwierigkeit: schwierig
  • Höhendifferenz: 720/1830Hm
  • Dauer: 8-9 Std.
  • Charakter: Grandiose Kammwanderung mit extrem hochgelegenem Einstieg. Fantastisch die Aussicht auf Stubaier und Ötztaler Dreitausender. Trittsicherheit und eine tadellose Kondition sind unerlässlich, das Gelände da und dort leicht felsig (Kettensicherungen). Für den langen Abstieg sind Teleskopstöcke empfehlenswert. Noch besser: im neuen Brunnenkogelhaus übernachten und einmalige Dämmerstunden erleben!
  • Ausgangspunkt: Timmelsjoch (2474 m), Straßenübergang vom Ötztal ins Passeiertal. Bushalt am Pass
  • Endpunkt: Sölden (1368 m) im Ötztal
  • Route: Timmelsjoch – Rötenkar – Wilde Rötespitze (2966 m) – Rotkogel (2894 m) – Hinterer Brunnenkogel (2775 m) – Brunnenkogelhaus (2738 m) – Brunnenbergalm (1972 m) – Sölden
  • Einkehr: Brunnenkogelhütte, Brunnenbergalm

4. Bielerhöhe – Hohes Rad (2934 m)

  • Schwierigkeit: schwierig
  • Höhendifferenz: 1000 Hm
  • Dauer: 6 1/4 Std.
  • Charakter: Hochalpine Runde, gut markiert. Beiderseits der Radschulter oft bis in den Hochsommer Schneefelder; Gipfelanstieg mit leichten Kletterstellen (I). Großes Panorama vom Hohen Rad. Etwas Bergerfahrung ist unerlässlich.
  • Ausgangs-/Endpunkt: Bierlerhöhe (2037 m), Scheitelpunkt der Silvretta-Hochalpenstraße, die das Montafon mit dem Paznaun verbindet. Buslinie
  • Route: Bielerhöhe – Radschulter (2697 m) – Hohes Rad – Radsattel (2652 m) – Wiesbadener Hütte (2443 m) – Ochsental – Bielerhöhe
  • Einkehr: Wiesbadener Hütte

5. Pass Umbrail – Piz Umbrail (3033 m) (siehe Tourenkarte)

  • Schwierigkeit: schwierig
  • Höhendifferenz: 640 Hm
  • Dauer: 5 Std.
  • Charakter: Sehr aussichtsreiche Gipfel- und Gratwanderung am felsigen Grenzkamm zwischen der Schweiz und Italien mit vielen kriegshistorischen Reminiszenzen. Aufstieg zum Gipfel auf einem rekonstruierten ehemaligen Grenzweg (kurze gesicherte Passage, viel Geröll); Trittsicherheit unerlässlich
  • Ausgangs-/ Endpunkt: Pass Umbrail (2501 m), Postbus ab Santa Maria im Val Müstair Route: Pass Umbrail – Kriegspfad – Piz Umbrail – Punta di Rims (2946 m) – Bocchetta di Forcola (2786 m) – Baitello del Cögno (2589 m) – Pass Umbrail
  • Einkehr: unterwegs keine

6. Flüelapass – Schwarzhorn (3146 m)

  • Schwierigkeit: mittel
  • Höhendifferenz: 880 Hm
  • Dauer: 5 1/2 Std.
  • Charakter: Leicht zugänglicher Dreitausender mit großem Panorama. Ordentlicher Weg, zum Gipfel hin Geröllspur. An Wochenenden oft stark frequentiert.
  • Ausgangs-/ Endpunkt: Flüelapass (2383 m), Übergang von Davos ins Engadin; Postbus
  • Route: Flüelapass – Chant Sura (2332 m; hier Parkplatz) – Schwarzhornfurgga (2880 m) – Südgrat – Schwarzhorn
  • Einkehr: nur am Flüelapass

7. Splügenpass – Pizzo Tambo (3279 m)

  • Schwierigkeit: schwierig
  • Höhendifferenz: 1180 Hm
  • Dauer: 7 Std.
  • Charakter: Großartiger Aussichtsberg mit vergleichsweise leichtem Anstieg über den lang gestreckten Ostgrat. Ziemlich eindeutiger Verlauf (teilweise Pfadspur), zum Gipfel hin Schneefelder und steile, aber gestufte Felsen (I)
  • Ausgangs-/Endpunkt: Splügenpass (2115 m), Übergang vom Rheinwald (Splügen) nach Chiavenna
  • Route: Splügenpass – Ostgrat – Pizzo Tambo Einkehr: keine

8. Gotthardpass – Pizzo Centrale (2999 m)

  • Schwierigkeit: schwierig
  • Höhendifferenz: 910 Hm
  • Dauer: 5 1/2 Std.
  • Charakter: Recht anspruchsvolle Gipfeltour, mit reichlich Geröll garniert. Felsige Abschnitte am Sasso di Paisgion und zum Gipfel hin. Vom Pizzo Centrale immense Rundsicht. Zu Recht schrieb W. A. B. Coolidge vor mehr als hundert Jahren: »«This is a very fine view-point.«
  • Ausgangs-/Endpunkt: St. Gotthard (Hospiz, 2091 m), Alpenübergang zwischen dem Reusstal (Andermatt) und der Leventina (Airolo); Postbus
  • Route: Gotthardhospiz – Lago della Sella (2256 m) – Sasso di Paisgion – Guspissattel (2888 m) – Pizzo Centrale
  • Einkehr: nur am Gotthardpass

9. Nufenenpass – Chilchhorn (2789 m)

  • Schwierigkeit: mittel
  • Höhendifferenz: 310 Hm
  • Dauer: 2 Std.
  • Charakter: Kurzer, nur mäßig schwieriger Gipfelabstecher. Vom Chilchhorn sensationelle Rundschau auf Berner, Urner, Tessiner und Walliser Alpen. Teilweise recht rauer Weg, deshalb Trittsicherheit wichtig!
  • Ausgangs-/Endpunkt: Nufenenpass (2478 m), Verbindung zwischen dem Goms und der Leventina; Postbus
  • Route: Nufenenpass – Chilchhorn; Abstieg auf dem gleichen Weg
  • Einkehr: Nufenenpass

10. Höhenweg Simplon-Süd (siehe Tourenkarte)

  • Schwierigkeit: mittel
  • Höhendifferenz: 450/990 Hm
  • Dauer: 5 Std.
  • Charakter: Nur mäßig anstrengende, sehr aussichtsreiche Hang- bzw. Höhenwanderung auf gut markierten Wegen. Im Sommer üppige Flora. Für den langen Abstieg nach Simplon Dorf sind Teleskopstöcke angenehm.
  • Ausgangspunkt: Simplonpass (2009 m), Bus ab Brig
  • Endpunkt: Simplon Dorf (1472 m), Bus nach Brig
  • Route: Simplonpass – Holiecht (2135 m) – Balma (2031 m) – Spilwang (2197 m) – Chastelbergpass (2190 m) – Chastelberg – Simplon-Dorf
  • Einkehr: unterwegs keine, nur am Simplonpass und in Simplon-Dorf
Eugen E. Hüsler
Artikel aus Bergsteiger Ausgabe 12/2015. Jetzt abonnieren!
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