Nach Bürgerbefragung zum Riedberger Horn: Naturschutzverbände kämpfen weiter | BERGSTEIGER Magazin

Nach Bürgerbefragung zum Riedberger Horn: Naturschutzverbände kämpfen weiter

Eine Mehrheit von 68 Prozent in Obermaiselstein bzw. 85 Prozent in Balderschwang befürwortet das Vorhaben einer Skigebietsverbindung am Riedberger Horn. Die Natur- und Umweltschutzverbände begrüßen, dass sich bei der Bürgerbefragung immerhin 32 bzw. 15 Prozent der Wählerinnen und Wähler gegen das Projekt ausgesprochen haben und fordern weiterhin von der Bayerischen Staatsregierung: "Opfern Sie nicht den Alpenplan!"
 
Illustrierte Grafik der geplanten Skigebietsverbindung am Riedberger Hor © DAV
Illustrierte Grafik der geplanten Skigebietsverbindung am Riedberger Hor
Hier das Statement mit dem sich die Organisationen CIPRA, Bund Naturschutz in Bayern, Verein zum Schutz der Bergwelt, LBV, Naturfreunde Bayern, Gesellschaft für ökologische Forschung, mountain wilderness und DAV an die Bayerische Staatsregierung wenden:

"Es stimmt uns besorgt, dass die Staatsregierung das Votum von 0,001 Prozent der bayerischen Bevölkerung zum Anlass nehmen könnte, den über vier Jahrzehnte bewährten Alpenplan aufzuweichen. Das Riedberger Horn könnte zu einem Präzedenzfall werden und viele weitere Erschließungen in den bayerischen Alpen nach sich ziehen. An den Wünschen der Touristen gehen solche Pläne vorbei: In einer aktuellen Umfrage am Riedberger Horn sprechen sich rund drei Viertel der Bergsportlerinnen und Bergsportler gegen die dortigen Erschließungspläne und für eine unverbaute Landschaft aus.

Nach dem Bürgervotum ist die Staatsregierung wieder am Zug. Sie steht in der Pflicht, geltendes bayerisches, nationales und europäisches Recht einzuhalten und umzusetzen. Das steht den Erschließungsplänen am Riedberger Horn allerdings diametral entgegen. Weder die Bürgerbefragung noch ein Neuziehen der Grenzlinien der Zone C des Alpenplans ändern etwas daran. Spätestens vor Gericht ist also mit einer Ablehnung des Vorhabens zu rechen.

Wir appellieren daher an die Bayerische Staatsregierung: Opfern Sie nicht den Alpenplan für ein wenig aussichtsreiches Vorhaben. Nutzen Sie stattdessen die Chance, den Alpenplan als Grundlage zur Entwicklung nachhaltiger Tourismuskonzepte zu nutzen und für diesen als gutes Vorbild aus Bayern alpenweit zu werben. Mit dem deutschen Vorsitz der Alpenkonvention wäre das ein zukunftsträchtiges Zeichen für den gesamten Alpenraum. Gehen Sie den ersten Schritt. Erhalten Sie die unverbaute Natur- und Kulturlandschaft am Riedberger Horn!"

 
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