Zum 80. Geburtstag – in memoriam Toni Hiebeler

Mit Anfang Zwanzig ein wilder Extremer, später Ideengeber und Mitakteur spektakulärer Winter-Erstbegehungen.
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Ein international aktiver und anerkannter Bergjournalist, der den berühmten »Alpinismus« gründete. BERGSTEIGER Autor Horst Höfler über einen der kreativsten Köpfe des Bergsteigens.

 
Toni Hiebeler, geboren am 5. März 1930 in Schwarzach/Vorarlberg, ist ein ungestümer Bub, der die Schule hasst und sich viel lieber draußen in der Natur herumtreibt. Allein steigt er auf den Zwölfer nahe seines Wohnorts Bludenz. Der Zwang in der Hitlerjugend missfällt ihm, bei einer Rauferei mit zwei Burschen schlägt er dem einen den Griff seines Fahrtenmessers auf den Kopf. Toni gilt bald als schwer erziehbar, nach weiteren Eskapaden wird er für ein Jahr in die Erziehungsanstalt Fügen gesteckt. »Man stahl mir mein ureigenstes ›Ich‹. Ich lebte nicht mehr, ich war eine unbedeutende Nummer geworden. Und warum? Weil ich mein junges Leben zu innig liebte und ein freier Mensch sein wollte.«

Turbulente Jahre
Wieder zu Hause, steigt Toni als Zwölfjähriger allein auf den stolzen Gipfel der Zimba, das Wahrzeichen des Montafon. Es folgt der Patteriol im Ferwall und bald betätigt sich Hiebeler als »wilder« Bergführer. Mit Ende der Schulzeit werden die Eltern beredet, dass für Toni eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt das beste wäre. Er kommt in die Tschechoslowakei, aber bald darauf bricht das Naziregime zusammen. Toni flieht, versucht sich als Tischler- und Taschnerlehrling. Sein Bruder gefallen, der Vater eingesperrt – was für eine Situation. Endlich fängt er in einer großen Textilfabrik in Bludenz eine Ausbildung zum Weber an. Der Chef ist selber leidenschaftlicher Bergsteiger und sollte sich als überaus verständnisvoll zeigen, wenn Toni fürderhin Wochen lang der Arbeit fernbleiben und sich in den Bergen herumtreiben würde.
Zum 80. Geburtstag – in memoriam Toni Hiebeler
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