Hansjörg Auer: »70 werden sollte das Ziel sein« | BERGSTEIGER Magazin
Hansjörg Auer im Interview

Hansjörg Auer: »70 werden sollte das Ziel sein«

Seit Hansjörg Auer vor zehn Jahren mit seinem Free Solo im »Weg durch den Fisch« an der Marmolada Südwand über Nacht bekannt wurde, hat er eine ziemliche Wandlung durchgemacht: vom schüchternen Außenseiter zum Buchautor und Social-Media-Profi. Gleich geblieben sind die Leidenschaft für das Klettern und die tiefe Verbundenheit mit seiner Familie.


 
 
Hansjörg Auer free solo in Vinatzer-Messner an der Marmolada Südwand © Matteo Mocellin / Storyteller-Labs
Hansjörg Auer free solo in Vinatzer-Messner an der Marmolada Südwand

BERGSTEIGER: Sie haben kürzlich ein Video von einem riskanten Abseilmanöver auf Facebook veröffentlicht. Was haben Sie im Moment des Abseilens gedacht?

HANSJÖRG AUER: Ich war nur damit beschäftigt, eine Lösung zu finden. Später denkt man sich natürlich: »Da war ich ganz schön deppert.« Aber eigentlich ist es ja das, was es spannend macht, denn solche Situationen entstehen nur, wenn man reduziert unterwegs ist oder abseits von Normalwegen. Im Nachhinein ärgere ich mich etwas darüber, dass ich es geteilt habe. Ich hatte nicht mit dieser Resonanz gerechnet. Ich stelle immer nur Dinge online, die ich selbst nicht so oft erlebe. Das war auch so etwas. Ein Fehler eben. Für Außenstehende sieht das sicher sehr alarmierend aus, aber für mich war es das nicht. 

Wie oft passieren Ihnen solche Situationen? 

Wenn ich allein unterwegs bin, sehr selten. Da sollte das nicht passieren. Wenn man zu zweit unterwegs ist, gibt es immer wieder Situationen, in denen man sich denkt, es gibt keinen Ausweg mehr, und dann gibt es doch einen. Es gibt immer einen.

War es Zufall, dass Sie genau in diesem Moment gefilmt haben, oder haben Sie die Kamera immer laufen?

Dass ich die Kamera bereits am Helm hatte, war Zufall. Normalerweise montiere ich die GoPro nie am Helm, bevor ich in eine Wand einsteige. Weil sie aber schon dran war, habe ich sie dann auch angemacht. Aber es hat auch viele negative Stimmen gegeben, mein Bruder hat mich geschimpft. Berechtigterweise. 

Auf wen hören Sie, wenn Sie Kritik ernten?

Kritik von Kollegen wiegt mehr und wenn die Brüder oder Freunde etwas sagen, hört man zu 100 Prozent darauf. Bei Außenstehenden ist es oft schwierig, weil das meist irgendwelche Kommentare im Netz sind. Man hat natürlich viel mit Kritik zu tun, Diskussionen in Foren braucht man eigentlich gar nicht lesen, weil ...


Das ganze Interview lesen Sie im Bergsteiger 07/18, ab 16. Juni am Kiosk oder hier online zu bestellen

Dagmar Steigenberger, Franziska Haack