Elisabeth Revol: »Der Rückweg hat meinen Geist zerstört« | BERGSTEIGER Magazin
Elisabeth Revol im Interview

Elisabeth Revol: »Der Rückweg hat meinen Geist zerstört«

Wie eng Glück und Tragödie miteinander verbunden sein können, erlebte die französische Bergsteigerin Elisabeth Revol diesen Januar am Nanga Parbat. Sie selbst wurde in einer unglaublichen Aktion von Denis Urubko und Adam Bielecki, die eigentlich gerade am K2 waren, gerettet, hatte dafür aber ihren höhenkranken und schneeblinden Partner Tomek Mackiewicz auf 7200 Meter zurücklassen müssen.


 
 
© Elisabeth Revol
Wegen der ganz besonderen Gefühle dort oben wird Elisabeth Revol irgendwann sicher wieder bergsteigen.

BERGSTEIGER: Frau Revol, Sie haben einiges durchgemacht in der letzten Zeit. Wie geht es Ihnen? 

Elisabeth Revol: Das ist gerade eine furchtbare Zeit. Allmählich erhole ich mich, es wird besser, aber sehr langsam. Erfrierungen sind ein sehr langwieriges Problem.

Können Ihre Hände gerettet werden?

Ich möchte darüber im Moment nicht reden. Tut mir leid.

Sprechen wir über das Bergsteigen, über den Nanga Parbat. Was hat Sie an diesem Berg so fasziniert? Und warum wollten Sie ihn unbedingt im Winter besteigen?

Es war Faszination auf den ersten Blick: so ein riesiger, schöner, freistehender Berg. Der Diama-Gletscher ist eine sehr lange Route, an den Seracs sehr technisch. Eine Winterbesteigung stellt einen noch mal vor andere Herausforderungen. Ich wollte wissen, schafft mein Körper das? Halte ich das durch? 2015 waren wir auf 7800 Meter, mussten aber wegen schlechtem Wetter aufgeben. 2018 war die erste Winterbesteigung schon geschafft, aber das war mir egal. Ich wollte einfach mein Projekt zu Ende bringen. Unseren Traum verwirklichen. Für Tomek war es noch intensiver. Er war total mit diesem Berg verbunden.

Sie haben einen Gipfel mal mit der Kirsche auf dem Sahnehäubchen verglichen. 

Ich habe dieses Bild 2016 gebraucht. Ich fand es schön, weil der Gipfel zwar die Krönung, aber letztlich nur ein kleiner Teil ist – die Kirsche eben. Während die Expedition mit der ganzen Vorbereitung, all den Emotionen, Herausforderungen und intensiven Momenten der Kuchen ist. 

Beim Nanga Parbat war es eine verdorbene Kirsche? 

Dieses Mal war es ganz anders, hier kann ich das Bild nicht gebrauchen. Denn ich akzeptiere diesen Gipfel für mich nicht. Ich bin glücklich über Tomeks Gipfelerfolg, aber ...


Das ganze Interview lesen Sie im Bergsteiger 06/18, ab 12. Mai am Kiosk oder gleich online zu bestellen

Interview: Franziska Haack
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