Alix von Melle & Luis Stitzinger: »Wir haben bewusst auf Kinder verzichtet« | BERGSTEIGER Magazin
Im Interview

Alix von Melle & Luis Stitzinger: »Wir haben bewusst auf Kinder verzichtet«

Alix von Melle und Luis Stitzinger sind das erfolgreichste deutsche Höhenbergsteiger-Paar. Jährlich darfs ein Achttausender sein – eigentlich. Doch manchmal will es das Schicksal anders. Ein Gespräch über Prioritäten im Leben, Mut für Entscheidungen und Verzicht.
 
In schwierigen Zeiten zählt das Aufmuntern. © Archiv Melle/Stitzinger
In schwierigen Zeiten zählt das Aufmuntern.


Bergsteiger: Frau von Melle, 2016 war nicht Ihr Jahr. Sie verletzten sich bei einem Lawinenabgang in Norwegen.
Alix von Melle: Am Ende des Winters 2016 hatte ich mir auf den allerletzten Drücker bei einer Skitour das Syndesmoseband im Sprunggelenk angerissen – eine langwierige Verletzung, die sehr schmerzhaft war. Ich konnte zwar schnell wieder Mountainbiken und fuhr sogar zwei Transalps. Doch bald war klar, dass das Projekt Manaslu im Herbst 2016 nicht funktionieren würde. Zu einem Achttausender gehe ich nur, wenn ich topfit bin. Was zum Glück jetzt wieder der Fall ist.

Und nun hat es Luis erwischt. Bandscheibenvorfall. Sie wechseln sich, so scheint es, mit schlechten Nachrichten ab. Ist der Manaslu für dieses Jahr wieder in Gefahr?
Luis Stitzinger: Solche Dinge lassen sich nun mal schlecht koordinieren. Aber wenigstens trifft es nicht immer nur einen. Die Heilung verläuft bislang sehr gut und ich bin guter Dinge, dass ich bis zum Spätsommer wieder fit bin. Im Anschluss an den Manaslu möchte ich noch eine professionell organisierte Expedition führen, einen noch unbestiegenen Sechstausender in West- Nepal. Noch haben sich nicht allzu viele Interessenten gemeldet.


Alix von Melle vor Lhotse (li.) und Everest (re.)

Den haben Sie entdeckt?
Na ja, ich habe halt im American Alpine Journal und der Himalyan Database recherchiert und viel das Internet und Google Earth durchforstet. An der Grenze zu Tibet gibt es noch recht viele unbestiegene Berge. Einige Ziele sind da erst seit kurzem offen. Eine so entlegene Erstbesteigung ist auch nicht ganz billig, bei dem ganzen Aufwand und der Besteigungsgenehmigung.

Hat der Berg schon einen Namen. Sonst würden wir Luis I. vorschlagen…
(lacht): Er heißt Chandi Kang und befindet sich im Chandi Himal in Nepal.

Wenigstens eine Bayernfahne könnten Sie doch für den Gipfel mitnehmen und Fotos machen!
(lacht) 2014 hatte ich in China schon mal eine Erstbesteigung eines Siebentausenders geleitet. Normalerweise bin ich nicht so sehr von Patriotismus getrieben, ich verstehe so eine Besteigung immer als Gemeinschaftserfolg. Aber nachdem unsere Österreicher ihre Fahne am Gipfel in den Schnee steckten, konnten natürlich wir Bayern denen nicht das Feld allein überlassen…

Ist es für Sie stärker, dort der Erste zu sein als einen Achttausender zu besteigen?
Für mich ist wichtig, noch nicht da gewesen zu sein...

...das gesamte Interview können Sie in unserer Ausgabe 07/17 lesen. Ab 17. Juni im Kiosk!

Bergsteiger:
Interview: Michael Ruhland, Nina Hölmer
Artikel aus Bergsteiger Ausgabe 07/2017. Jetzt abonnieren!
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