Der große Tourenskitest 2013/2014

Kein Ski für alle Fälle

Ob runde oder eckige Spitzen, ob breit oder schmal, ob leicht oder schwer: Das Rezept für einen guten Tourenski fällt je nach Einsatzart unterschiedlich aus. Das Kompetenzzentrum Sport, Gesundheit und Technologie aus Garmisch-Partenkirchen hat neue Modelle der Saison beim Praxistest am Stubaier Gletscher unter die Lupe genommen.
(Aus BERGSTEIGER 12/2013)
 
Im Test: Tourenski © VIVALPIN | Christof Schellhammer, Wolfgang Pohl
Testbericht Ski

Klassisch versus Rocker

Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um Musikalität! Rocker und der klassische Camber bezeichnen die Vorspannung der Ski. Welcher der beiden Typen sie entsprechen, lässt sich am deutlichsten erkennen, wenn die Ski unbelastet auf einem glatten Boden liegen. Allerdings gibt es immer häufi ger auch Mischformen.
  • Camber entspricht der klassischen Biegelinie, bei der die Ski an Spitzen und Ende aufl iegen. Die belasteten Ski erzeugen so über die gesamte Kantenlänge vollen Druck auf den Untergrund.
  • Beim Full Rocker (auch Negative Camber genannt) verhält es sich genau umgekehrt. Die Ski liegen nicht außen, sondern in der Mitte unter der Bindung auf und sind kontinuierlich bis zu den Spitzen nach oben gebogen. Vor allem für Freerider in weichem Schnee ist das von Vorteil: Die Ski schwimmen regelrecht obenauf und lassen sich so besser steuern. Selbst bei langsamem Tempo heben sich die Spitzen leichter aus dem Schnee. Der Nachteil: Rocker Ski vibrieren auf harter Piste und bei höherer Geschwindigkeit üblicherweise stärker als Camber-Ski. Die Hersteller gleichen dieses Manko mit mehr Dämpfung und der Verwendung von leichteren Materialien aus.
  • Tip Rocker vereint die Vorteile einer klassischen Camber-Konstruktion mit jener des Full Rocker. Heraus kommt ein Ski, der vom Skiende bis ins vordere Drittel einem Camber Shape entspricht. Im vorderen Drittel ist der Ski – ähnlich einem Full Rocker – bis zur Spitze stark aufgebogen. Der Tip Rocker bietet auf der Piste das gewohnt gute Fahrverhalten eines Camber-Skis und punktet auch im Tiefschnee, da er dank der Aufbiegung im Vorderteil gut auf dem Schnee schwimmt.
  • Konstruktionen mit Tip & Tail Rocker besitzen zwar unter der Bindung die bei Camber übliche Vorspannung, an den beiden Enden sind die Ski jedoch Rocker-typisch nach oben gebogen. Jeder Hersteller entwickelt mittlerweile seine eigenen Rocker-Profi le für die unterschiedlichen Einsatzzwecke. Dem entsprechend beginnt die Aufwärtsbiegung der Skienden mal sehr nah an der Bindung, mal näher an den Enden. Mal ist sie stärker ausgeprägt, mal schwächer.
  • Namen wie All Terrain Rocker, Powder Rocker oder Speed Rocker sagen bereits alles über den spezifi schen Einsatzbereich aus.
Text: Christoph Ebert, Wolfgang Pohl und Christof Schellhammer; Fotos: VIVALPIN | Christof Schellhammer, Wolfgang Pohl
Artikel aus Bergsteiger Ausgabe 12/2013. Jetzt abonnieren!
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren