Resolution soll das Riedberger Horn retten | BERGSTEIGER Magazin

Resolution soll das Riedberger Horn retten

Die Hauptversammlung des Alpenvereins verabschiedet eine Resolution zum Erhalt des Alpenplans und will damit die bayerische Staatsregierung zum Umdenken bewegen. DAV-Präsident Klenner erteilt Söders Ersatzflächen-Angebot zudem eine klare Absage.
 
© DAV/Manfred Scheuermann
Mittels Resolution will der Alpenverein die geplante Skischaukel am Riedberger Horn verhindern.
Der Alpenverein rüstet sich im Kampf ums Riedberger Horn. Am Wochenende hat die DAV-Hauptversammlung unter großem Beifall der Delegierten eine Resolution zum Erhalt des Alpenplans verabschiedet. Damit will der mitgliederstärkste Naturschutzverband Deutschlands den Druck auf die bayerische Staatsregierung erhöhen und sie zum Umdenken bewegen. Die Resolution spricht sich im Allgemeinen klar gegen jegliche Änderungen des Alpenplans und im Speziellen strikt gegen lokale Änderungen der Zone C aus.

»Das wäre der Einstieg in den Ausstieg aus dem Alpenplan!«

Solch eine lokale Änderung der streng geschützten Zone C versucht die bayerische Staatsregierung gerade am Riedberger Horn in die Wege zu leiten. Sollte ihr das gelingen, sieht DAV-Präsident Josef Klenner für die Zukunft des Alpenplans schwarz. »Das weckt Begehrlichkeiten an anderer Stelle. Bei Regionen, die bislang überhaupt nicht daran gedacht haben, einen Antrag zu stellen. Da kommt der nächste, der nächste und der nächste«, sagt Klenner auf Nachfrage des BERGSTEIGER und fürchtet, dass die Entscheidung am Riedberger Horn zum Präzedenzfall mutiert. »Das wäre der Einstieg in den Ausstieg aus dem Alpenplan!« Auch Ersatzflächen, wie sie Heimatminister Markus Söder kürzlich in Aussicht gestellt hatte, erkennen Klenner und der DAV nicht als Alternative an. »Sie lösen das Problem keineswegs. Wenn eine Schutzzone aufgegeben wird, ist sie unwiederbringlich verloren.« 
 
Das in Offenburg verabschiedete Papier bietet etwa im Falle eines Rechtsstreits zwar kein zusätzliches Handlungsinstrument. Jedoch hat sich das DAV-Präsidium damit der Rückendeckung seiner 355 Sektionen versichert. Diese wiederum sind nun an den Beschluss der Hauptversammlung gebunden. »Wir haben bereits verhandelt und wir wollen noch intensiver verhandeln. Dafür haben wir die deutliche Zustimmung aller Sektionen erhalten«, resümiert Klenner zufrieden. Die Resolution gehe noch am Montag, 14. November, oder spätestens tags darauf an Ministerpräsident Horst Seehofer, Heimatminister Söder sowie Umweltministerin Ulrike Scharf – verbunden mit einem Gesprächsangebot. »Ob sie es annehmen, kann ich im Moment nicht einschätzen«, meint Klenner skeptisch und ergänzt: »Söder und Seehofer waren in dieser Angelegenheit bislang jedenfalls nicht sonderlich gesprächsbereit.«
 

Hintergrund: Alpenplan einst von CSU geplant und umgesetzt

Seit über 40 Jahren wird der Alpenplan erfolgreich umgesetzt. Er wurde damals durch die CSU-Regierung geplant und umgesetzt: zum Schutz der Ursprünglichkeit der bayerischen Berge. Im Jahr 2016 scheint er in seinen Grundfesten in Frage gestellt zu werden – und das von der CSU-geführten Staatsregierung selbst. Die geplante Skischaukel am Riedberger Horn im Allgäu verläuft mitten durch die streng geschützte Zone C des Alpenplans. Die Volksabstimmungen in den beiden betroffenen Gemeinden und das Vorhaben der bayerischen Staatsregierung, die Erschließungsmaßnahmen möglich zu machen, haben die öffentliche Debatte in der jüngsten Vergangenheit befeuert.
 
Christian Geist
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