Klettersteig am Schermberg

Am »Tassilo« im Toten Gebirge

Seit 2009 lockt am Schermberg der »Tassilo« vermehrt Bergsteiger an. Die Klettersteigtour im Toten Gebirge ist ambitioniert und kann an einem Wochenende gut mit dem Großen Priel kombiniert werden.
 
Am Gipfel des Schermberg, Ziel des Tassilo-Klettersteigs © Mark Zahel
Am Gipfel des Schermberg, Ziel des Tassilo-Klettersteigs
Das Tote Gebirge in Oberösterreich zeigt alle Merkmale eines ostalpinen Karststocks: an den Rändern teils festungsgleiche Felswände, oben ein weites, verworren-tristes Plateau. Bei einer Tour auf den Schermberg erlebt man diese Facetten in bestechender Weise.

Tassilo-Klettersteig auf den Schermberg (2396m)

Schwierigkeit: mittel bis anspruchsvoll
Dauer: 4½ Std.
Höhendifferenz: 780 Hm 780 Hm
Charakter: Anspruchsvoller, mitunter exponierter Alpinklettersteig bis zum Grad C/D, oft auch leichter. In den schwierigen Passagen kompakter, rauer Fels, dazwischen auch schrofiges Gelände. Der Abstieg im chaotischen Karstterrain verlangt Umsicht und Trittsicherheit.
Ausgangspunkt: Welser Hütte
Aufstieg: Von der Hütte zunächst aufwärts in die Mulde der »Teicheln«, wo man vom Hauptweg abzweigt. Den roten Punkten folgend durch Karstgestein und Schotter hinauf zum Einstieg (ca. 1860 m). Die erste Spornrampe ist gleich recht knackig, dann über einen Aufschwung auf ein erdiges Stück. Links zu einer luftigen, plattigen Aufwärtsdiagonale um ein Eck und mit einem kurzen Quergang weiter zur nächsten Schrofenpassage, die zu markanten Schichtstufen aufschließt. Abwechselnd über Platten und diverse Wändchen aufwärts zum Almtaler Köpfl (2205 m). Weiter am Nordostgrat, wo zwischendurch zweimal kurz abgestiegen werden muss, ehe das Gelände nochmals aufsteilt. Über schöne Plattenzonen zum Schlussgrat und zum Gipfel.
Abstieg: Zuerst am Südwestgrat bis zur Verzweigung, wo der Hermann-Wöhs-Weg (Nr. 263) eingeschlagen wird. Nun recht steil und verwickelt über ausgesprochen zerklüftetes Karstterrain südostwärts hinunter, dabei aufmerksam die Markierung verfolgend. Am rechten Rand des Blockkares zur Einmündung in die Fleischbänke-Route Nr. 215 und auf dieser über zwei gesicherte Stufen sowie einen Schutthang hinab in die Teichelmulde und zurück zur Welser Hütte.

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Fotos: 
Mark Zahel
Artikel aus Bergsteiger Ausgabe 11/2014. Jetzt abonnieren!
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