Virgental unter Strom

Gebirgsflüsse gelten den Menschen seit jeher als Kraftplätze. Politiker und Stromkonzerne wollen diese regenerativen Energiequellen in Zeiten des Klimawandels nun vermehrt nutzen, um Strom zu gewinnen. Im Virgental stoßen sie dabei auf vehemente Gegenwehr der Bürger.

 
Das ferne Donnergrummeln kann nicht vom Himmel kommen. Zu träge hängen die wenigen Wolken im Blau dort oben. Es ist die Isel, die gerade geboren wird. Steine mahlend, drängt das Wasser aus dem türkisblauen Maul des Umbalkees ins Freie.

Der junge Bach plätschert über kantige Felsstufen, mäandert in breiten Rinnsalen durch die kargen Schotterfelder und zwängt sich schließlich mit wachsender Kraft in den Taleinschnitt unterhalb der Clarahütte. Von den Seiten schießen kleinere Bäche hinzu. Wildes, saftiges Grün wuchert an den Hängen, dazwischen unzählige Blütensprenkel in Blau, Rosa, Gelb, Violett.

An den Umbalfällen lässt die Isel ihr Kindheits-Stadium schließlich mit lautem Tosen hinter sich. Die Kraft des Wassers gräbt dort eine Schneise in den harten Boden. Es rumort, grollt und tost. An manchen Stellen vibriert sogar der Boden unter den Füßen.

Gischt spritzt auf die Haut. Wenn die Isel bei Ströden in das Virgental eintritt, ist sie längst zu einem kraftvollen Fluss angeschwollen, von dessen Energie jeder etwas abhaben will.
Virgental: Streit um regenerative Energien in den Alpen
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