Serie: Unsere Besten - Hubert Ilsanker

Der Enzianbrenner und Buchautor Hubert Ilsanker nährt die Sehnsucht all jener, die sich die Berge noch als Heimat von Brauchtum und Gemütlichkeit vorstellen. Auf eines ist bei ihm Verlass: Eilig hat er es nicht.

 
Im Sommer hat Hubert Ilsanker seinen Enzian einfach mal Enzian sein lassen; er war von seiner Brennhütte im Berchtesgadener Land ins Tal hinab gestiegen und mit Hirschlederner, Harke und Humor nach München gereist. Dort hat er einen Gastauftritt im Alpinen Museum gegeben. Er spielte nichts anderes als seine Rolle als Schnapsbrenner, aber die Leute bogen sich teilweise vor Lachen.

Ilsanker kann Menschen mit seiner Art zum Lachen bringen. Er kann aber noch etwas viel Besseres: sie anschließend wieder verstummen lassen. Einmal sagte er: »Enzianbrennen, des braucht sei’ Zeit. Des kannst du ned einfach irgendwie beschleunigen.« In diesem Moment haben die Menschen im Saal nicht gelacht. Sie haben nachgedacht.

Hubert Ilsanker, Jahrgang 1969, ist viel mehr als einfach nur Enzianbrenner. Wer den Mann in seiner natürlichen Umgebung kennenlernen möchte, geht am besten hinauf zur Branntweinbrennhütte an der Priesbergalm auf etwa 1400 Metern.

Es ist eine einfache, schöne Wanderung, die sich auf dem Rückweg notfalls noch nach reichlichem Enziangenuss bewältigen lässt, und führt vom Königssee über die Königsbachalm oder vom Parkplatz Hinterbrand über die Jennerbahn-Mittelstation. Einige rennen einfach an seinem kleinen Holzhaus am Waldrand vorbei, weiter zu Gotzen- und Wasseralm.

Viele legen jedoch einen kurzen Stopp bei Ilsanker ein. Jene, die ihn kennen, grüßen ihn einfach beim Spitznamen: »Servus Hubsi!« Hubert würden ihn die Menschen nur dann nennen, »wenn sie etwas von mir wollen«. Ein Passant ruft in unverkennbar sächsischen Idiom: »Dich kenn’ ich doch aus dem Fernsehen.« Ilsanker antwortet: »Dann kauf dir unten a’ Flasche Enzian und sicher’ mir so mein’ Arbeitsplatz.«
Enzianbrenner und Buchautor Hubert Ilsanker - Fotos: Uli Ertle
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