Gerald Aichner: Via Venezia Alpina - meine TTT-TraumTrekkingTour | BERGSTEIGER Magazin

Gerald Aichner: Via Venezia Alpina - meine TTT-TraumTrekkingTour

Eine alpine Höhen-Hütten-Tour mit vielen alpinen, kultur- und naturlandschaftlichen Höhepunkten verspricht die „ViVA“, die Via Venezia Alpina, quer durch Tirol, Südtirol, Belluno bis an die Adria.
 
© Gerald Aichner
Lizum Anstieg zu Geier und Reckner auf der Via Venezia Alpina
Bei der Beschreibung dieser Tour läuft der Weg wie in einem Film vor meinem geistigen Auge ab. Ich sehe wieder alle Highlights vor mir: den Naturpark Karwendel, die „stillen TuXer“, die vergletscherten Zillertaler, die majestätischen Dolomiten, die kühne Civetta, den einsamen Nevegal und die liebliche Landschaft am Piave. Am Anfang dieses alpinen Traums stand für meine Frau und mich die Frage, warum sollen wir während eines dreiwöchigen Sommerurlaubs quasi täglich eine Bergtour vom Tal auf einen Gipfel und zurück ins Tal unternehmen? Wär es nicht lohnender, gleich „oben“ zu bleiben und eine Bergtour über Berge und Täler zu erleben?

Für eine Zeit lang oben leben

Dieser Gedanke einer langen Bergfahrt – „über den Wolken“ oder zumindest über der Waldgrenze jenseits der 2.000 m, ließ uns nicht mehr los. Wir wollten oben gehen, leben, nächtigen, sein – bleiben. Die Idee war bald klar. Wir träumten von einem langen Bergabenteuer in unseren Breitengraden, wir wollten über ausgewählte, herausragende Gebirgsteile gehen und diese erkunden. So haben wir uns die Route unserer ViVA ausgedacht und die Etappen festgelegt: Von Scharnitz an der bayerisch-tirolischen Grenze am Rande des Karwendels, über den Alpenkamm in südliche Gefilde mit dem emotinalen Sehnsuchtsziel "Meer".


Autor Gerald Aichner, am Geier, 2857m, TuXer Alpen

Über Gipfel, Grate und durch wunderbare Täler: sieben Höhepunkte

  1. Die Überschreitung des Karwendels auf seinem höchsten Punkt, der Birkkarspitze (2.749 m). Der Aufstieg durch das „Schlauchkar“ ist mühsam, der Abstieg ins Hinterautal inmitten des Naturparks Karwendel lange – und dennoch ist dieser Abschnitt die erste „Königsetappe“ der ViVA-Tour.
  2. Die „seven TuXer summits“, die lange sieben TuXer-Gratüberschreitung von der GlungeZerhütte (2.610 m) zur LiZumerhütte, ist die zweite "Königsetappe". In der LiZum kreuzen wir 12 Trekkingrouten der Alpen. Wir kommen dem Alpenhauptkamm immer näher.
  3. Die dritte "Königsetappe": Die Überwindung des Alpenkamms an seinem höchsten Einschnitt, der Friesenbergscharte (2.904 m): Wir verlassen den Hintertuxer Gletscher und erfreuen uns am Panorama der Zillertaler Gletscherwelt.
  4. Die Südtiroler Dolomiten: Den Höhenwegen 1 und 2 folgend nähern wir uns den eindrucksvollen Dolomitengipfeln, wir genießen leichte Klettersteige und bestaunen von der höchsten Erhebung der Tour, der Boe Spitze (3.152 m), die Marmolada im Süden.
  5. Die Civetta (3.220 m) in den südlichen Dolomiten, an sich nur extremen Kletterern vorbehalten, erkunden wir auf schmalen Pfaden und staunen über die Kühnheit der Wände wie über deren Bezwinger. Ein absolutes Natur-Erlebnis.
  6. Im Belluneser Nationalpark bezwingen wir den wilden Monte Schiara (2.565 m) auf einem ausgesetzten Klettersteig. Tipp am Rande: Man kann ihn auch umgehen und durch prachtvolle Laub- und Mischwälder in die Bischofsstadt Belluno wandern.
  7. Die letzte Erhebung, der Nevegal, zieht sich lange, entschädigt aber durch atemberaubende Blicke zurück nach Norden in die Alpen und nach Süden hin zum Meer, unserem finalen Ziel.
Das mehrtägige „Auslaufen“ am Piave Fluss, durch liebliche Hügellandschaft und Weinberge bis zum „punto nullo“, dem „Punkt Null“ am Strand von Jesolo, stimmt uns auf das italienische Adria-Flair ein. Und verheißt uns ein „Venezia“, wie es Donna Leon nicht besser beschreiben könnte.

Fakten zur ViVA
  • 22 Tage
  • 250 km
  • 18.000 Höhenmeter
Informationen: Tourbeschreibung & Motivationsbuch: "Die Bergtour ans Meer" Tipps zu Verpflegung, Ausrüstung, Route, Unterkünften, Training

X steht für großer Kreuzungspunkt von reginalen, nationalen und internationalen Trekkingrouten der Alpen
 
Text & Fotos: Gerald Aichner
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