Leicht klettern im Dachsteingebirge

Gratkletterei am Grimming im Ennstal

Der Grimming beherrscht als freistehender Berg das mittlere Ennstal im Süden ebenso wie das Salzkammergut im Norden. Sein Südostgrat ist ein gut markierter, aber fordernder IIer durch die Felswände über dem Ennstal – für den erfahrenen Bergsteiger der schönere Weg.
 
Freistehend zwischen Ennstal und Salzkammergut: der Grimming © Steiermark Tourismus
Freistehend zwischen Ennstal und Salzkammergut: der Grimming
Spannende und abwechslungsreiche Gratkletterei am Grimming im Dachstein (600 Hm, Kletterzeit ca. 3 Std.). Der Südostgrat bildet eine logische, für geübte Kletterer begeisternde Linie durch das recht wilde Felsbollwerk über dem Ennstal. Für weniger Geübte besteht die Möglichkeit, die schwierigsten Stellen mittels Einfachseil über Sanduhren oder mit 2 bis 3 Expressen abzusichern – der Fels ist jedoch gerade in diesen Passagen stets fest. Die Orientierung stellt dank der durchgehenden rot-weißen Markierung keine besonderen Probleme dar. Mit dem langen Abstieg eine tagesfüllende Unternehmung. Erste Begehung des Südostgrates durch Karl Doménigg und Karl Greenitz (1904).

Ausgesetzter Klettergrat auf den Monolith im Ennstal

Zustieg: Von der Grimminghütte in nördlicher Richtung durch den Wald, zunächst fl ach, später steiler bis zu einer Weggabelung. Hier rechts auf Weg Nr. 681, über eine Leiter, dann Latschen und Geröll zu einer Steilstufe, wo der Zustieg zum SO-Grat abzweigt (deutlich markiert). Nun entlang der roten Kreismarkierung durch die Schneegrube, wo meist noch Firn liegt, empor. Der Einstieg am linken Karrand bei einer Tafel (1750 m) am oberen Ende der Schneegrube. Route: Im zunächst noch einfachem Gehgelände über die Geröllrampe aufwärts oder, wenig schwieriger, über die wasserzerfressenen Platten links davon. Am Ende der Rampe erreicht man in einem Sattel den Grat. Von hier führt weiterhin Gelände im I. Grad über einige, teils grasige Stufen, stets links vom Grat empor. Hinter einer Scharte wechselt man direkt auf den Grat und erreicht über einen Kamm, grasige Bänder und eine Plattenrampe einen Kamin mit Klemmblock, die erste Zweierstelle am Grat. Nach dem Kamin weiter steil empor und über eine senkrechte, recht glatte Platte (II+) empor, ehe ein Schritt um die Kante auf die rechte Gratseite folgt. Danach wird das Gelände wieder einfacher, nur eine kurze Passage auf der Gratspitze liegt im zweiten Grat. Direkt dahinter kurz abklettern und über eine schöne Verschneidung, später linkshaltend über schräge Bänder zum Gipfel des Grimming.

Abstieg: Über den markierten Weg (Nr. 681) des aussichtsreichen Nordostkamms zum Multereck (2176 m). Von hier steil hinab, zunächst im Zickzack, dann auf einem rampenartigen Geröllsteig ins Kastenkar. Der weitere Abstieg zurück in die Schneegrube ist teils mit Drahtseilen versichert (KS-Schwierigkeit A/B), stellt für SO-Grat-Begeher aber keine Probleme dar. Über Geröll erreicht man den Aufstiegsweg an der Steilstufe, wo man morgens zum Einstieg abgezweigt ist.

Klettertour am Grimming im Detail:

Schwierigkeit: Leicht, größtenteils I-II, eine Stelle II+
Dauer: 9 Std.
Talort: Stainach (655 m)
Ausgangspunkt: Grimminghütte (966 m)
Öffentliche Verkehrsmittel: per Zug nach Stainach/ Irding (von Salzburg in 2 Std.)
Gehzeiten: zur Grimminghütte 1 Std., zum Einstieg 2 Std., Südostgrat 3 Std., Abstieg 3 Std.
Beste Jahreszeit: Juni bis Oktober
Karte/Führer: BEV ÖK 1:25 000, 4213-West »Grimming«, Kompass 1:50 000, Nr. 68 »Ausseerland, Ennstal«; gutes Topo unter www.bergsteigen.com
Fremdenverkehrsamt: TVB Stainach-Pürgg, Trautenfels 52, A-8951 Trautenfels, Tel. 00 43/36 82/22 91 13
Hütte: Grimminghütte (966 m), Tel. 00 43/6 64/9 83 84 30, bew. Juni bis Oktober

Klettertour Grimming Dachsten
Thomas Ebert
Artikel aus Bergsteiger Ausgabe 03/2015. Jetzt abonnieren!
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