Klettergarten Multerkarplatten | BERGSTEIGER Magazin
Klettern im Kaisergebirge

Klettergarten Multerkarplatten

Dank der Aktivitäten von Marcus Sappl, dem Hüttenwirt der Wegscheidalm, und seiner Freunde entstand in den vergangenen Jahren an de Wandfußplatten des Treffauer ein Klettergebiet der Extraklasse, das sich vor allem für Einsteiger ins alpine Sportklettern eignet.
 
Typische Wasserrillenkletterei im linken Teil der Multerkarplatten © M. Sappl
Typische Wasserrillenkletterei im linken Teil der Multerkarplatten
Die Multerkarplatten im Kaisergebirge bieten Plattenkletterei an teilweise extrem wasserzerfressenem Kalk, viele Wasserrillen, sehr gut abgesichert; in den langen Routen sind bis zu 15 Expressschlingen notwendig, ein 70-Meter-Seil ist angenehm. Achtung auf Steinschlag aus dem oberen Wandbereich (Gämsen), unbedingt mit Helm klettern!

Ein- und Mehrseillängenrouten in bestem Kaiserkalk

Talort: Scheffau am Wilden Kaiser (745 m)
Ausgangspunkt: Gasthaus Jagerwirt (910 m); in Ortsmitte von Scheffau auf schmaler Straße bis zu Parkplatz vor dem Gasthof
Öffentliche Verkehrsmittel: Mit der Bahn nach Wörgl oder Kufstein, von dort mit dem Postbus nach Scheffau
Gehzeiten: 1 Std. bis unter die Wand
Beste Jahreszeit: Ende Mai bis zum ersten ergiebigen Schneefall
Karten/Führer: AV-Karte 1:25 000, Blatt Nr. 8 »Kaisergebirge«; Axel Jentzsch-Rabl, Andreas Jentzsch »Genussklettern in Österreich Mitte«, www.alpinverlag.at; Detailtopos auch auf www.wegscheidalm.com
Fremdenverkehrsamt: Tourismusverband Wilder Kaiser, Infobüro Scheffau, Dorf 28, Tel. +43/50 50/93 10, www.scheffau.net, www.wilderkaiser.info
Einkehr: Gasthaus Jagerwirt; leider wurde die Wegscheidalm, ehemals legendärer Klettererstützpunkt, im Januar 2012 von einer Lawine total zerstört.

Topo Multerkarplatten KaisergebirgeZustieg: Vom Parkplatz auf bez. Weg zur ehemaligen Wegscheidalm und dem Steig folgend zum Wegscheidalm- Hochleger und weiter Richtung Treffauer. Bei der Kreuzung mit dem Wilder-Kaiser-Steig auf Steigspuren durch das Kar linkshaltend unter die markanten Platten.
Die Routen: Die Plattenwand ist in zwei Bereiche unterteilt, die meisten Routen sind angeschrieben.
Linker Wandteil: 1. First Step (III+), 2. Namenlose (IV), 3. Wasserweg (V), 4. Spiderman (V), 5. Wegscheid I (V+), 6. Gôd und Géde (VII/VII+), 7. Wegscheid II (VII), 8. Anna-Lena (VI), 9. Falk und Sebastian (VII– | VII–), 10. Die Einaldung (VI+), 11. Sparkassenweg (1. SL V+, 2. SL V).
Im oberen Wandteil (über dem unteren Latschenband): 12. Dreckswandl (V+), 13. Almrose dir. (VIII), 14. Almrose (VI+), Zweierlei (VII), 16. Seniorenclub (V+ | VI)
Rechter Wandteil: 17. Das letzte Einhorn (VII– | V+ | VII+ | V | VII–), 18. Schee und schwaar (VI– | VII– | VII, A0 | VI+), 18a. Nach dem Monsun (VI), 19. Franziskaner Dunkel (VI), 20. Alex‘s Hiltiride (VI+ | V+), 21. Ulis Schleichweg (VI+), 22. Putzteufel (VII–), 23. Gildeweg (VII+ | VI), 24. Simsalabim (VI | VII–), 25. Stiegl Hell (VIII– | VII+)

Hinweis: Rechts der Multerkarplatten führt eine Reihe von Mehrseillängenrouten durch den Westwand-Sockel des Treffauer. Folgt man dem Weg Richtung Treffauer am Wasserfall vorbei, so kommt man ins Schneekar; dort finden sich an Kopfkraxen und Sonneck fantastische alpine Sportkletterrouten mit bis zu 12 SL, Detailinformationen dazu unter www.bergsteigen.at
Andreas Kubin
Artikel aus Bergsteiger Ausgabe 07/2012. Jetzt abonnieren!
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