BERGSTEIGER Testbericht: Multifunktionsuhren

Multifunktionsuhren im Test

Aktuelle Multifunktionsuhren im Test. Im Vergleich zum GPS-Gerät haben Multifunktionsuhren einige Vorteile. So sind sie beispielsweise weniger kälteanfällig und besitzen zusätzlich zum GPS meist einen Kompass oder eine Trainingsfunktion. Wir stellen Ihnen beispielhaft einige Modelle vor.
(Aus BERGSTEIGER 05/2012)
 
Testbericht: Multifunktionsuhren © Bernd Ritschel/ Andreas Strauß
Testbericht: Multifunktionsuhren
Handgelenksinstrumente mit Höhenmesser lassen sich heute in zwei Grundtypen unterteilen: Zum einen gibt es klassische Multifunktionsuhren mit Höhenmesser und meist einem Kompass zur Orientierung im Gebirge. Die meisten dieser Uhren sind sehr einfach zu bedienen. Eine Ausnahme in dieser Gruppe ist das Handgerät von Oregon Scientific: Es zeigt fast alle Daten gleichzeitig an, wird aber am Halsband oder in der Tasche getragen und besitzt eine einfache GPS-Funktion mit Rückführung zum Ausgangspunkt. Der zweite Grundtyp sind Trainingscomputer, die in der Regel mit einem Herzfrequenzmesser (Brustband mit Funkverbindung; Suunto Core ohne) verbunden sind und primär der Anzeige der aktuellen Leistung dienen (Herzfrequenz/Energieverbrauch, Höhe pro Minute sowie Geschwindigkeit/Distanz bei GPS-Funktion). Sie besitzen diverse Alarme (auch Highgear), können Dutzende von Logs (Tages-Leistungsverläufe) speichern und meist auf den PC übertragen – bei Polar mit Auswertungs- und Programm-Software auf CD und Infrarotübertragung. Dieses Gerät funktioniert nur in Kombination mit dem Herzfrequenzmesser (außer Uhr)! Garmin lässt sich mit der Internetseite von Garmin verbinden, wo sich alle Logs auswerten lassen.

Höhenfeststellung bei Multifunktionsuhren

Der Bike-Computer von Sigma (inkl. Tachometer und Trittfrequenzmesser) ist ideal für Rad- und Wandertouren. Den Kleincomputer, der die wichtigsten Daten gleichzeitig anzeigt, muss man nur von der Lenkerfixierung auf die Armbandfixierung umsetzen, um zur Wanderanzeige zu gelangen. Allerdings muss vorher die Wohnorthöhe (»Starthöhe«) eingegeben sein, sonst zeigt er nach einer längeren Pause ohne Uhrbewegung tiefer an (Grundeinstellung 100 Meter; d.h. im Test plötzlich 500 Meter tiefer). Eine Höhenfeststellung ohne dieses Sperenzchen haben heute die meisten Multifunktionsuhren (außer Suunto Vector, Polar): Nach einigen Dutzend Minuten Ruhe bleibt die Höhe die gleiche, auch wenn sich der Luftdruck ändert (machte im Test über Nacht 30 Höhenmeter aus).

Technische Daten

Multifunktionsuhren sind selbst mit Batterie federleicht (Polar 47 g bis Highgear Axio Max 68 g; Herzfrequenzmesser plus 50 g). Sie sind spritzwasserfest, also auch bei normalem Regen dicht. Zum Schwimmen und bei Regensturm wasserdicht sind Highgear, Suunto Core. Die Armbänder bestehen meist für bessere Hautatmung und Anpassung aus gelochtem Ethylen (Sigma dampfdurchlässiges Klettband). Grundeinstellung bei allen Multifunktionsuhren ist die Uhr mit Datum und Wecker sowie meist eine Stoppuhr. Der Messbereich des digitalen barometrischen Höhenmessers beträgt temperaturkompensierte -500 bis 9000 Meter (Sigma -1000 bis 5000 m), die Auflösung 1 Meter. Das Barometer wird teils durch Symbole für den Wettertrend ergänzt (Oregon Scientific, Highgear). Die Arbeitstemperatur beträgt normalerweise -10 bis +50 Grad Celsius. An besonders kalten und heißen Tagen ist die Zuverlässigkeit reduziert (Sigma bis 70 Grad!). Temperaturallrounder ist Suunto mit -20 bis +60 Grad. Die günstigsten Multifunktionsuhren (Highgear Axio Mini) und die Trainingscomputer besitzen keinen Kompass.

Im Test: Multifunktionsuhren und ihre Bedienung

Die Bedienungsknöpfe sollten klar bezeichnet sein. Einer ist für die normalerweise vier bis fünf durchblätterbaren Grundfunktionen zuständig (»Mode«, »Menü«), ein weiterer für die Unter-Funktionen (»View«, »Select«). Der Knopf für Einstellungen (»Set«, »Adjust«, »Enter«; Polar rot) ist bei Suunto Core nur aus der Anleitung ersichtlich.
Christian Schneeweiß
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