BERGSTEIGER Testbericht: GPS-Geräte

GPS-Geräte: Test und Tipps für Outdoor-Touren

Der BERGSTEIGER zeigt, wie die Outdoor-Navigation mit GPS-Geräten funktioniert und hat sieben aktuelle GPS-Geräte namhafter Hersteller ausprobiert. Im Test: LOWRANCE SIERRA, SATMAP ACTIVE 10, GARMIN MAP62S, TWONAV AVENTURA, MYNAV 500 SPORT, MAGELLAN EXPLORIST 710, FALK IBEX 30.
(Aus BERGSTEIGER 03/2011)
 
GPS-Geräte im Test © Thomas Froitzheim
GPS-Geräte im Test
Die wichtigste gute Nachricht gleich vorab: Alle aktuellen GPS-Geräte bieten dank der wesentlich verbesserten GPS-Chips sehr guten Empfang, auch im Wald und in den Bergen. Sämtliche getesteten Modelle beherrschen den Umgang mit einzelnen Zielen (Wegpunkten oder POIs), Tracks und Routen. Neu ist das automatische Routing, also die Streckenberechnung von A nach B – und zwar auf dem Feld- und Waldwegenetz. GPS-Geräte nutzen hierzu eine routingfähige digitale Karte, bei der sämtliche Wege elektronisch miteinander verknüpft sind, zum Beispiel Garmins Topo Deutschland; MyNav, Magellan und Falk bieten zusätzlich eine Sprachführung an. Leider entsprechen die Ergebnisse der automatischen Berechnung nicht immer den Kundenwünschen. Dies liegt vor allem an den digitalen Karten, deren Wegenetze noch nicht so detailliert erfasst sind wie bei der Straßennavigation. Unser Tipp: die berechnete Strecke am Bildschirm genau verfolgen und eventuell Zwischenziele setzen.

Durchblick: das Display

Wichtiges Qualitätsmerkmal für ein Outdoor-Gerät ist die Lesbarkeit des Displays bei hellem Sonnenlicht. Hierzu sind sämtliche Testgeräte mit Bildschirmen ausgestattet, welche das Sonnenlicht reflektieren (transflektiv) – übrigens ein entscheidender Unterschied zu den meisten Kfz-Navis und Handy-Screens. Hier zeigt Garmins Map62 seine Stärken, während der Touchscreen-Bildschirm der anderen Kandidaten systembedingt weniger brillant ist. Beim Satmap macht sich die leicht verkratzende Schutzabdeckung etwas negativ bemerkbar. Das beste Display nutzt jedoch nichts bei einer schlechten Karte. Hier punktet Garmin zum Beispiel mit der Veränderbarkeit der Beschriftungen, während man die weißen Schriften der Lowrance-Menüs und Kartenbeschriftungen teilweise kaum erkennen kann. Der neue Magellan verwendet standartmäßig Karten mit sehr dunklen Kartenflächen – da kommt auch das beste Display nicht dagegen an.

GEPS-Geräte mit Kompass und Höhenmesser

Ein elektronischer Kompass hilft vor allem bei der Orientierung im Stand, denn die Richtungsbestimmung durch GPSSignale funktioniert nur in Bewegung. Im Test überzeugten die drei-achsigen Ausführungen (alle bis auf Satmap und Aventura), denn sie können auch schräg gehalten werden. Zur Höhenbestimmung besitzen alle Testkandidaten bis auf den Satmap einen barometrischen Höhenmesser; jedoch erwies sich dieser nicht immer als notwendig: bei Touren mit gutem Empfang lagen die Vergleichswerte aus der GPS-Höhenmessung nahe an den Messpunkten topographischer Karten. Allerdings ver- änderten Fehlmessungen am Anfang oder Ende und auch während der Tour (»Spaghettiknoten«) die Messergebnisse erheblich und machten eine Nachbearbeitung am PC erforderlich. Gute Dienste leistet ein integriertes Barometer aber nach wie vor bei schlechtem Satellitenempfang oder als zusätzliche Wetterinformation bei Mehrtagetouren.

GPS Geräte Test: die Handhabung

Winterbetrieb bei moderaten Minusgraden war für unsere Testgeräte kein Problem, allerdings reagierten die Bildschirme deutlich langsamer, und auch die Akkus gingen früher in die Knie. Beim Aventura und MyNav liegen die Tasten zwar erfreulich weit auseinander, die zusätzlich notwendige Bedienung über den Touchscreen trübte dann den Versuch mit Handschuhen. Aber auch für blanke Finger sind bei einigen Geräten die Berührungsfelder sehr klein geraten. Unser Tipp: Mit Kunststoff-Kugelschreibern lassen sich die Menüs der Touchscreens schnell und treffsicher bedienen. Natürlich mit eingefahrener Mine… Ärgerlich war langes Tastendrücken zum Ein- oder Ausschalten der Geräte, insbesondere beim Lowrance Sierra (Ausschaltzeit 7 Sekunden) und beim MyNav 500 (Ein- und Ausschaltzeit 5 Sekunden). Hier überzeugt der Satmap: kurz auf die Taste drücken, bestätigen, fertig. Die gesamte Startsequenz ist beim Garmin erfreulich kurz, aber abhängig von der Menge der geladenen GPX-Dateien. Am besten also nach jedem Gebrauch die aufgezeichneten Daten vom Gerät löschen. Bei der Kartenausstattung unterschieden sich die Testgeräte erheblich. Garmins Map62s erhält seinen Gebrauchswert erst durch die – relativ teure, aber exzellente – Topo Deutschland-Karte. Eine ähnliche Karte ist bei Lowrance im Lieferumfang, ebenso beim Falk. Wer mehr als Deutschland topographisch darstellen will, muss bei allen Modellen draufzahlen.
Thomas Froitzheim
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