Highliner-Treffen in den Dolomiten

Slacklinen - Artisten am Abgrund

Die Slackline ist längst bei Alpinisten angekommen. Viele Bergsteiger nutzen das Training auf dem schmalen Band, um ihre Koordination und Konzentration zu perfektionieren. Es gibt aber auch wahre Künstler, die über Schluchten und Abgründen balancieren. Einmal im Jahr trifft sich die Elite der »Highliner« in den Dolomiten. Unser Autor Klaus Vick war dabei.

 
Lukas Irmler will es so. Die Berge gehören zu seinem Leben wie die Musik zu Madonna. Hätte er sich vor gut einem Jahr anders entschieden, wäre er an diesem Abend vermutlich in einem Luxushotel untergebracht. Stattdessen wird der junge Mann mit der blonden Surfermähne diese Nacht auf etwa 2300 Metern Meereshöhe verbringen.

Unweit der Drei Zinnen in den Dolomiten haben ein paar Dutzend Extremsportler eine kleine Zeltstadt aufgebaut. Es pfeift ein eisiger Wind an diesem Tag. Manchmal beginnt es leicht zu schneien. Irmler – ein drahtiges Fliegengewicht – ist Slackline-Profi. Einer der wenigen, die es weltweit in dieser noch jungen Trendsportart gibt.

Slacklinen ist das Balancieren auf einem gespannten, dynamischen Band und hat seine Ursprünge im kalifornischen Yosemite- Park. Kletterer wollten auf dem Band ihre Konzentrationsfähigkeit und ihren Gleichgewichtssinn schulen. Man unterscheidet die kurze Trickline, das Longline- Seil und die Highline, wo das Seil im Gebirge über tiefe Schluchten gespannt wird. Die Seile der Zirkusartisten sind im Gegensatz dazu statisch.
Text: Klaus Vick, Fotos: Christian Kruse, Harald Wisthaler
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