Die Südwiener Hütte - Sternstunden für Tourengeher

Einst war sie das gefragte Wintersportzentrum in den Radstädter Tauern. Diesen Ruf hat die Südwiener Hütte an die Ortschaft Obertauern verloren. Doch für Skibergsteiger ist das 85 Jahre alte Haus dadurch zum Geheimtipp geworden.

 
Im Hintergrund der Südwiener Hütte erhellen die Lichter des Wintersportzentrums Obertauern die Nacht. © BERGSTEIGER
Im Hintergrund der Südwiener Hütte erhellen die Lichter des Wintersportzentrums Obertauern die Nacht.
Ein letzter rotvioletter Schimmer färbt den westlichen Horizont, dann verabschiedet sich das Tageslicht. Im Westen flammt die Venus auf, gefolgt von unzähligen weiteren Himmelskörpern.

Der Mond ist schon beinahe voll; er taucht die Niederen Tauern in ein fahles Licht. An den Kämmen und Flanken zeichnet er harte Schatten, im welligen Gelände darunter bringt er die Raureifkristalle auf der Schneedecke zum Glitzern. Kalter Wind streicht darüber. Gleichmäßiges Knirschen zerstört die Stille.

Zwei verspätete Skitourengeher marschieren durch die verschneiten Latschenfelder dem breiten Sattel entgegen. Auf einer der Kuppen am Sattel flattert eine Fahne, das Edelweiß darauf ist im Mondlicht gerade noch erkennbar.

Schließlich entdecken die Skitourengeher auch die Hütte, zu der die Fahne gehört: Orangefarbenes Licht schimmert durch ihre Fensterkreuze, aus dem Kamin steigt Rauch auf. Ein gutes Zeichen!
Sternstunden für Tourengeher - Text und Fotos: Dagmar Steigenberger
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