Kunstfaserjacken: Vor- und Nachteile gegenüber Daune

Eine Frage der Füllung - Isolationsjacken

Egal ob Feder oder Faser: Isolationsjacken machen Minusgrade erträglich und sorgen für angenehme Temperaturen am Körper. Doch beide Füllungen haben Vor- und Nachteile.

Von Moritz Baumstieger

 
Lässt keine Federn: Kunstfaserfüllungen sind robuster als die natürliche Daune. © BERGSTEIGER
Lässt keine Federn: Kunstfaserfüllungen sind robuster als die natürliche Daune.
Auch Mutter Natur macht manchmal Fehler. Die Spezies der Bergsteiger zum Beispiel hat sie ziemlich schlecht ausgestattet für die kalte Zeit. Nimmt man etwa das Murmeltier zum Vergleich: Geschützt durch einen dicken Pelz und eine isolierende Fettschicht verbringt es die Wintermonate am liebsten schlafend in seinem Bau.

Der Bergsteiger hingegen: kaum behaart – abgesehen vom derzeit wieder angesagten Expeditions-Vollbart bei den männlichen Exemplaren. Fett am Körper gilt ihm nicht als praktischer Kälteschutz, sondern als Makel. Und anstatt dem Murmeltier gleich in der warmen Stube dösend auf die Schneeschmelze zu warten, zieht es unsereins hinaus: auf Tourenski, auf Schneeschuhen, mit Eisgeräten in den Händen und Steigeisen an den Füßen zu gefrorenen Wasserfällen.

Damit das möglich und im Idealfall sogar ein Vergnügen wird, muss der Alpinist in die Materialkammer greifen. Was beim Murmeltier Pelz und Fett besorgen, übernimmt bei ihm die richtige Kleidung – Schuhe, Socken, Hose und über dem Rumpf eine »Insulations«-Jacke (»insulation« = englisch für »Isolierung«).

Bei letzteren stehen zwei Füllmaterialien zur Auswahl, Daune und Kunstfaser – jedes hat seine Vor- und Nachteile. Beide funktionieren jedoch nach dem gleichen Prinzip: Sowohl zwischen den zirka 150 Verästelungen einer einzelnen Daune, als auch zwischen den Kunstfasern bilden sich unzählige kleine Hohlräume, in denen sich Luft sammelt.

Die ist ein schlechter Wärmeleiter; wie bei Doppelglasfenstern, Styropor oder Thermoskannen bildet eine eingeschlossene Schicht somit eine ideale Isolierung der Körperwärme. Wenn diese Schicht jedoch unterbrochen wird, entstehen Kältebrücken, an denen die Wärme nach außen dringen kann. Die beste Leistung erbringen deshalb Jacken, bei denen die Füllmasse in einzelne, aneinandergesetzte Stoffschläuche verpackt ist (so genannte H-Kammern).

Sie sind etwas schwerer als die Jacken, bei denen die Füllung nur durch einfaches Absteppen (Nähte durch Innen- und Außenhaut) am Platz gehalten wird.
Eine Frage der Füllung - Text: Moritz Baumstieger, Fotos: Mammut, Mountain Equipment, Primat, The North Face, S. Hofschlaeger/pixelio, A. Damm/pixelio, Hersteller
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