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10.07.2012

Neu inszeniertes Wasserschauspiel

Der Natur-Kraft-Weg an den Umbalfällen wurde feierlich eingeweiht.
 
 


Seit Anfang Juli präsentiert sich der Weg entlang der Umbal-Wasserfälle in einem neuen Design. Im Rahmen der Sanierung des Steiges für rund 300.000 Euro hat der Nationalpark Hohe Tauern Plattformen geschaffen, die den Besucher nahe ans Wasser heran führen.

Eine der neuen Plattformen befindet sich luftige 30 Meter über der tosenden Isel, die vom schmelzenden Gletschereis des Umbalkees gespeist wird, und eröffnet dem Betrachter einen Blick aus einer bisher unmöglichen Perspektive. An weiteren Stationen nähern sich die Wanderer den Umbalfällen bis auf wenige Meter an, sodass sie die spritzende Gischt auf der Haut spüren.

Bereits 1976 erkannte man den Wert der Umbalfälle als einer der größten natürlichen Attraktionen in Osttirol und errichtete einen einfachen Pfad entlang der Katarakte. Mittlerweile kommen jährlich etwa 50.000 Besucher, um das Wasserspektakel im hintersten Virgental zu bestaunen.

„Das ist ein klarer Auftrag an uns, diesen Ort erlebbar zu machen“, sagte der Nationalpark-Direktor Hermann Stotter bei der Neu-Eröffnung des Natur-Kraft-Weges am 7. Juli. Stotters Worten zufolge dürften solche Orte nicht unter einer Käseglocke verschwinden, sondern müssten inszeniert werden, um die Besucherströme geordnet durch das Schutzgebiet zu lenken.

Insgesamt sieben Plattformen liegen am Wegrand zwischen dem Wanderparkplatz Ströden und der 250 Meter höher gelegenen Blinigbrücke oberhalb der Wasserfälle. Die Logenplätze wurden aus Lärchenholz und Cortenstahl gefertigt, dessen Rost-Optik an das eisenhaltige Gestein im Virgental angepasst ist. An jeder Plattform regen meditative Zitate von Sigbert Riccabona, der bis 2008 Landesumweltanwalt von Tirol war und zahlreiche Naturschutzprojekte auf den Weg brachte, zum Nachdenken an.

Auf Schautafeln können die Gäste auf deutsch, englisch und italienisch die Bedeutung der Isel als Lebensader Osttirols nachlesen. Was ebenfalls zum Nachdenken anregt: Nur wenige Kilometer hinter den Umbalfällen planen die Gemeinden Virgen und Prägraten derzeit ein Wasserkraftwerk.