Faszinierende Wunderwelt

Ostkaiser? Ja, so nennt man landläufig den östlichen Teil des Wilden Kaisers. Hier geht’s ebenfalls »wild« zu – und einsam ist’s zudem. Lassen Sie sich auf einen Streifzug durch einen wenig bekannten Teil des Kaisergebirges entführen.
Von Andrea (Text) und Andreas (Fotos) Strauß

 
Rosarot schimmert der Großvenediger in den ersten Sonnenstrahlen. Die Felszacken und Grate der »kaiserlichen« Gipfel um uns herum bleiben dagegen noch kurze Zeit im zarten Dämmerlicht jener magischen Momente unmittelbar vor Sonnenaufgang.

Wir haben es rechtzeitig aufs Lärcheck geschafft, rechtzeitig für einen grandiosen Tagesbeginn im Wilden Kaiser. Unter uns liegt ganz still noch das Griesner Kar. Nur ab und an hört man eine Gams durch das Geröll steigen. Laut Sage soll im großen Felskessel des Griesner Kars ein Richter für sein Fehlurteil büßen, indem er mit einer goldenen Kutsche auf und ab fährt. Typisch Promi, erst monatlich einen Batzen Geld absahnen und posthum in der goldenen Kutsche durch den wunderbaren Kaiser fahren, der seit den 60er-Jahren »Naturschutzgebiet Kaisergebirge« ist. Ab und zu hört man um Mitternacht den Herrn Richter fahren, sonst zählt das Griesner Kar zu den ruhigen Kaiserkaren und das, obwohl neben dem Lärcheck auch Maukspitze und Ackerlspitze von hier auf bergsteigerisch interessanten Wegen bestiegen werden können, und die zudem von ihren Gipfeln eine Aussicht bieten, die ihresgleichen sucht. Als 1826 Peter Carl Thurwieser als erster »Tourist« auf der Ackerlspitze stand, hielt er sie sogar für den höchsten Gipfel im Kaisergebirge, so dominant wirkt der Felsberg. Steile Schrofen und leichte Kletterstellen (I) kennzeichnen den Aufstieg aus dem Griesner Kar, er gilt gemeinsam mit dem Weg von Süden her über den Hochsessel als Normalweg.
Bergtouren im Ostkaiser
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