Ueli Steck tödlich am Mount Everest verunglückt

Ueli Steck tödlich am Mount Everest verunglückt

Der Schweizer Extrem- und Speedbergsteiger Ueli Steck ist bei einer Akklimatisierungstour zu seinem Versuch der Everest-Lhotse-Überschreitung ums Leben gekommen. Seine Familie wurde am 30. April von seinem Tod in Kenntnis gesetzt. Mittlerweile wurden einige Details zum Unfallhergang bekannt.
 
Ueli Steck © Wikipedia/Ludovic Péron (CC-BY-SA 3.0)
Ueli Steck (1976 - 2017)
Ueli Steck ist tot. Die Leiche des 40-Jährigen wurde am 30. April 2017 zwischen Lager 1 (6100 Meter) und Lager 2 (6400 Meter) gefunden. Ueli Steck stieg am 29. April vom Everest-Basislager ins Lager 2 auf rund 6400 Metern auf. Wie sein Sprecher bekannt gab, war Stecks ursprünglicher Plan, am nächsten Tag zur weiteren Akklimatisation auf der Normalroute zum knapp 8000 Meter hohen Südsattel aufzusteigen, um noch am gleichen Tag wieder ins Lager 2 zurückzukehren.


Vom Lager 2 aus stellte Steck fest, dass die Verhältnisse in der Nuptse-Wand ideal waren, weshalb er sich noch am Abend entschied, am folgenden Tag nicht zum Südsattel, sondern zum Nuptse aufzusteigen. Am 30. April 2017 brach Ueli um 4.30 Uhr auf. Zusammen mit dem Franzosen Yannick Graziani überquerte er den spaltenreichen Gletscher. Danach machte sich Graziani alleine auf der Everest-Normalroute Richtung Lager 3 auf, während Steck in die Lhotse-Flanke einstieg.

Der Absturz geschah auf rund 7600 Metern um etwa 9.00 Uhr. Ueli Stecks Leiche wurde schließlich vom italienischen Helikopterpiloten Maurizio Folini auf einer Höhe von rund 6600 Metern geborgen und ins Krankenhaus nach Katmandu überführt.

"The Swiss Machine" gehörte zu den bekanntesten Alpinisten der Welt. Er hielt unter anderem den Speed-Rekord in der Eiger-Nordwand – mit zwei Stunden und 22 Minuten. 2015 bestieg er alle 82 Viertausender der Alpen in nur einem Sommer. Die Strecken dazwischen legte er zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Gleitschirm zurück. Für eine Kontroverse in der Bergsteiger-Szene sorgte Ueli Stecks Solobegehung der Annapurna-Südwand (8091 m) 2013. Für diese Leistung erhielt er 2014 seinen zweiten Piolet d’Or – obwohl er keine Beweise für seine Begehung vorlegen konnte.

 
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