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18.12.2017

Für mehr Sicherheit beim Rodeln

Rodeln: kinderleicht und ungefährlich? Nicht ganz. Jeden Winter gibt es tausende Unfälle, allein in Tirol verletzten sich letztes Jahr über 300 Personen schwer. Einer Studie zu Folge ist Rodeln damit gefährlicher als Skifahren. Da die meisten Unfälle wegen schlechter Vorbereitung passieren, hat das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit zehn Rodel-Empfehlungen herausgegeben.
 
 
 
Spaß für die ganze Familie; Foto: Tirolwerbung/Hochzeiger Bergbahnen
Ein klassischer Rodel-Ausflug sieht so aus: Man steigt auf Forst- und Wirtschaftswegen einige Hundert Höhenmeter auf, kehrt in einer Hütte ein und fährt dann nach dem ein oder anderen Jagertee im Dunkeln auf demselben Weg wieder hinab. Etliche der Gefahrenquellen des Rodelns sind hiermit bereits beschrieben: Kollisionsgefahr, Alkoholisierung und schnelles Tempo. Dazu kommt, dass die weitverbreiteten starren Bockrodeln oder Plastikbobs zum Rodeln eigentlich ungeeignet sind, weil sie sich nur schwer lenken bzw. abbremsen lassen.
 
Da gerade Kinder gerne Plastikbobs nutzen, verletzen sie sich – neben den »Jungen Wilden«, die oft alkoholisiert und viel zu schnell unterwegs sind – besonders häufig. Das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit empfiehlt daher, zumindest Kinder nur mit Helm fahren zu lassen. Vor der ersten Rodelfahrt sollten Kinder (und Erwachsene) außerdem mit der Technik vertraut gemacht werden.

Die zehn Empfehlungen des Kuratoriums

  1. Nimm Rücksicht auf andere Rodelbahnbenützer: Verhalte Dich so, dass Du keinen anderen gefährdest oder schädigst.
  2. Beachte Sperren und Warnhinweise: Vergewissere Dich, dass die Strecke zum Rodeln freigegeben ist. Informiere Dich über den Verlauf und Zustand der Rodelbahn.
  3. Verwende gute Ausrüstung: Qualitätsrodel, Schutzhelm, festes Schuhwerk: Aus Sicherheitsgründen keine Plastikbobs oder Plastikuntersätze.
  4. Rechts und hintereinander aufsteigen: Quere die Rodelbahn nur an übersichtlichen Stellen.
  5. Fahre kontrolliert, auf Sicht und halte Abstand: Passe Geschwindigkeit und Fahrweise Deinem Können, der Rodelbahn, den Schnee-, Eis- und Witterungsverhältnissen, sowie der Verkehrsdichte an.
  6. Mach auf Dich aufmerksam: Warne unaufmerksame Aufsteiger (Schellen, lautes Rufen). Bei Dunkelheit: Stirnlampe und reflektierende Kleidung.
  7. Warte an übersichtlichen Stellen auf Deine Begleitung: Vergewissere Dich, dass Deine Gruppe vollständig ist. Halte nie an engen und unübersichtlichen Stellen.
  8. Rodeln auf Schipisten ist gefährlich und verboten: Die Kollisionsgefahr mit SchifahrerInnen ist groß. In der Nacht festgefrorene Rodel-Spuren beeinträchtigen die Pistenqualität.
  9. Keine Hunde: Hunde sind bei Aufstieg und Abfahrt schwierig zu führen, es besteht auf den meist engen Rodelbahnen große Kollisionsgefahr mit den Abfahrenden.
  10. Keine Beeinträchtigung durch Alkohol oder Medikamente: Suchtmittel beeinträchtigen die Reaktionsfähigkeit und verringern die richtige Gefahreneinschätzung.