5 Klettersteige in den Sextner Dolomiten: Hier finden alle Ferrata-Fans tolle Herausforderungen!

5 Klettersteige in den Sextner Dolomiten: Hier finden alle Ferrata-Fans tolle Herausforderungen!

Alte Kriegspfade, spektakuläre Felsschluchten und luftige Hängebrücken: rund um Sexten im Osten von Südtirol findet sich ein wahres Paradies für Klettersteig-Liebhaber. XV der spannendsten Steige in den Sextner Dolomiten stellen wir hier vor. 
 
Toblinger Knoten Klettersteig © Tourismusverein Sexten/Norbert Eisele Hein
Beste Blicke auf die Drei Zinnen und viele weitere Dolomitengipfel gibt es am Toblinger Knoten Klettersteig
Schon seit jeher sind die Dolomiten für ihre Vielzahl an Klettersteigen bekannt. Vor allem rund um Sexten im Osten von Südtirol finden sich dutzende Eisenwege, die für alle Ansprüche die passende Herausforderung bereithalten.

Von Wegen, die entlang von ehemaligen Kriegsschauplätzen verlaufen bis hin zu Routen, die über spektakuläre Hängebrücken über steile Felsschluchten führen – hier gibt es Adrenalin und Abwechslung pur für alle Klettersteig-Fans! 6 der schönsten Klettersteige rund um Sexten stellen wir nachfolgend vor. Den Blick auf die Drei Zinnen und viele weitere Dolomitengipfel gibt es hier natürlich inklusive!
 

1. Der Friedensweg „Dolomiten ohne Grenzen“

Für alle, die auch an ihre persönlichen Grenzen gehen möchten, ist der Friedensweg „Dolomiten ohne Grenzen“ genau das Richtige. Auf dem 108 Kilometer langen alpinen Runde gibt es in neun anspruchsvollen Tagesetappen insgesamt 12 verschiedene Klettersteige zu bewältigen. Der Weg verläuft entlang der österreichisch-italienischen Grenze, wo sich im Ersten Weltkrieg die Truppen von Österreich-Ungarn und Italien gegenüberstanden.

Davon zeugen auch heute noch die Überreste von Stellungen und Kriegssteigen, die sich entlang des Weges bestaunen lassen. Heute steht der Weg voll und ganz im Zeichen des Friedens und der Freundschaft. Insgesamt 17 Schutzhütten entlang des Weges laden müde Ferratisti zur Einkehr ein. Dazu gibt es immer wieder grandiose Ausblicke – von den markanten Drei Zinnen bis ins Osttiroler Gailtal.
 

Die Tour im Detail

Schwierigkeit: je nach Etappe mittel (A/B) bis schwierig (C/D)
Höhenunterschied: 600-1500 Hm gesamt im Aufstieg, 650-1600 Hm gesamt im Abstieg
Distanz: 108 Kilometer
Dauer: 9 Tage (Etappendauer zwischen 7 und 9 Stunden)
Ausgangspunkt: verschiedene Ausgangspunkte entlang des Weges, z.B. Talschlusshütte in Sexten (1548 m) und von dort zur Rotwandwiesenhütte
Charakter: Anspruchsvolle Mehrtagestour, deren Etappen Ausdauer und Klettersteigerfahrung voraussetzen
Route: Rifugio Lunelli – Rifugio Berti – Rifugio Carducci – Drei Zinnen – Zsigmondyhütte – Rotwandwiesenhütte – Rudihütte – Rifugio Berti – Obstanserseehütte – Neue Porzehütte – Filmoor-Standschützenhütte – Rifugio Lunelli

Dolomiten ohne Grenzen
Spektakuläre Felslandschaften auf der Klettersteig-Runde "Dolomiten ohne Grenzen". Foto: TV Sexten/Nicola Bombassei
 

2. Adrenalinkick am Severino Casara

Noch fast so etwas wie ein Geheimtipp ist die 2015 eröffnete Via Ferrata Severino Casara, die rund um den 3094 Meter hohen Zwölfer bei Sexten führt. Was einst ein Wanderweg war, der sich aufgrund von starker Erosion nicht mehr passieren ließ, ist heute ein toller Klettersteig, der gleich mehrere Highlights bereithält.

Auf zwei tibetischen Hängebrücken geht es über tiefe Felsschluchten, darüber hinaus gibt es mehrere knifflige Kletterpassagen, auf denen Klettersteiggeher ihr Können unter Beweis stellen können. Belohnt werden sie mit grandiosen Ausblicken auf die bizarre Dolomitenlandschaft und einem Kletter-Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst.
 

Die Tour im Detail

Schwierigkeit: mittelschwierig (C)
Höhenunterschied: 120 Hm Klettersteig, 550 Hm gesamt
Dauer: 1 ½ Std. Klettersteig, 8-9 Stunden gesamt
Ausgangspunkt: Fischleinbodenhütte (1454 m)
Charakter: Insgesamt mittelschwieriger Klettersteig mit zwei tibetischen Seilbrücken. Schlüsselstellen sind ein ausgesetztes Kriechband (C) und eine Kante (ebenfalls C), relativ langer Zu- und Abstieg
Route: Fischleinbodenhütte – Zwölferscharte - Forcella de l’Agnel – Bivacco A. De Toni – Klettersteig – Forcella Maria – Rifugio Carducci – Forcella Giralba – Zsigmondyhütte – Fischleinbodenhütte

Severino Casara
Auf der Via Ferrata Severino Passara warten einige luftige Klettersteigpassagen. Foto: TV Sexten/Nicola Bombassei
 
 

3. Durch alte Kriegsstollen am De Luca-Innerkofler-Steig

Entlang der Frontlinie aus dem Ersten Weltkrieg und im Angesicht der Drei Zinnen führt der De Luca-Innerkofler-Steig auf den Paternkofel (2744 m). Benannt nach dem berühmten Dolomitenkletterer Sepp Innerkofler und dem Alpino Piero de Luca zählt der Steig zu den bekanntesten Klettersteigen der Dolomiten.

Im Dolomitenkrieg wurde der Steig von Soldaten genutzt. Heute, mehr als 100 Jahre später, wandeln Klettersteiggeher auf ihren Spuren. Besonders spannend ist die Durchquerung eines ehemaligen Kriegsstollens, der Galleria Paterna, für die man unbedingt eine Stirnlampe mitbringen sollte. Wer über den sogenannten Schartenweg absteigt, kann diesen Klettersteig prima zu einer Rundtour erweitern (2 Stunden länger).
 

Die Tour im Detail

Schwierigkeit: mittelschwierig (B/C)
Höhenunterschied: 300 Hm Klettersteig, 800 Hm gesamt
Dauer: 1 ½ Std. Klettersteig, 4 ½ Stunden gesamt
Ausgangspunkt: Rifugio Auronzo (2320 m)
Charakter: Interessanter Klettersteig mit Durchquerung eines alten, dunklen Kriegsstollens. Im Gipfelbereich gibt es einige ungesicherte, exponierte Stellen.
Route: Rifugio Auronzo (2320 m) – Drei Zinnen Hütte – Galleria Paterna – Klettersteig – Paternkofel (2744 m) – Gamssscharte – Passportenscharte – Paternsattel – Rifugio Auronzo

Paternkofel
Der Blick auf die Drei Zinnen vom Gipfel des Paternkofel. Foto: TV Sexten/Manfred Kostner
 

4. Kurz, aber knackig: Der Leitersteig am Toblinger Knoten

Am Toblinger Knoten-Klettersteig nahe der Drei-Zinnen-Hütte sind Armkraft und Klettersteigerfahrung gefordert. Am verhältnismäßig kurzen Steig, der durch die Nordwand des Toblinger Knoten (2617 m) führt, gibt es mit einigen luftigen Steilpassagen und insgesamt 17 teils überhängenden Leitern einige spannende Herausforderungen für Ferratisti. Als Belohnung winkt ein spektakulärer Blick auf die Drei Zinnen und viele weitere Dolomitengipfel.

Schon zu Beginn wartet eine erste Schlüsselstelle (C), die unbedingt Klettersteigerfahrung voraussetzt. Anschließend folgt luftige Kletterei über Leitern und einige teils sehr exponierte Stellen, die nur etwas für Schwindelfreie sind. Vom Gipfel erfolgt der Abstieg über den leichteren Feldkurat Hosp-Steig (A/B) über einige ungesicherte, exponierte Stellen und anschließend meist stahlseilgesichert zurück zum Ausgangspunkt.  
 

Die Tour im Detail

Schwierigkeit: mittelschwierig (C)
Höhenunterschied: 100 Hm Klettersteig, 760 Hm gesamt
Dauer: 30 min Klettersteig, 4 Stunden gesamt
Ausgangspunkt: Rifugio Auronzo (2320 m)
Charakter: Kurzer, luftiger Klettersteig, auf dem insgesamt 17 Leitern überwunden werden
Route: Rifugio Auronzo (2320 m) – Paternsattel – Drei Zinnen Hütte – Einstieg – Klettersteig – Toblinger Knoten (2617 m) – Feldkurat Hosp-Steig – Drei Zinnen Hütte – Paternsattel – Rifugio Auronzo

Toblinger Knoten
Grandioses Bergpanorama auf dem Leitersteig am Toblinger Knoten. Foto: TV Sexten/Manfred Kostner
 

5. Auf den Spuren der italienischen Gebirgsjäger: Der Alpinisteig

Der Alpinisteig in den Sextner Dolomiten zählt zu den schönsten, aber auch zu den anspruchsvollsten Höhenwegen Südtirols. Gewidmet ist der Steig der italienischen Gebirgsjägertruppe der Alpini, die ihn bereits im Ersten Weltkrieg mit schwerem Marschgepäck begingen. Aufgrund der technischen Schwierigkeiten entlang des Weges geht er problemlos auch als Klettersteig durch.

Am Steig gibt es immer wieder Eisenleitern, Fixseile, ausgesetzte Geröllbänder und teilweise nasse Felspassagen zu überwinden. An der Sentinellascharte herrscht Steinschlaggefahr und auch im Sommer ist mit Schnee zu rechnen. Wer auf die Sentinellascharte verzichten möchte, kann bereits an der Elferscharte absteigen.
 

Die Tour im Detail

Schwierigkeit: schwierige Bergwanderung mit Klettersteigpassagen (B/C)
Höhenunterschied: 1400 Hm
Dauer: 8 ½ Stunden
Ausgangspunkt: Fischleinbodenhütte (1454 m)
Charakter: Eher anspruchsvolle Bergtour als Klettersteig, die alpine Erfahrung voraussetzt. Ausgesetzte Passagen sind mit Fixseilen gesichert. An der Sentinellascharte herrscht Steinschlaggefahr und auch im Sommer ist mit Schnee zu rechnen (bei kalten Temperaturen sind Steigeisen und Pickel erforderlich!).
Route: Fischleinbodenhütte (1454 m) – Talschlusshütte – Zsigmonyhütte – Eissee – Alpinisteig-Einstieg – Salvezzaband – Schneefeld Äußeres Loch – Elferscharte – Sentinellascharte – Andertalpenkar - Fischleinbodenhütte
 
 Alpinisteig
Luftige und mit Fixseil gesicherte Felsbänder gibt es auch am Alpinisteig. Foto: TV Sexten/Moreno Geremetta

Noch nicht genug von Klettersteigen? Dieser Klettersteig in den Allgäuer Alpen bietet Erfrischung pur an heißen Sommertagen.
(mar)