Alex Megos: »Ich bin noch nicht am Limit« | BERGSTEIGER Magazin
Alex Megos im Interview

Alex Megos: »Ich bin noch nicht am Limit«

Der Erlanger Profi-Kletterer Alexander Megos wurde 2013 durch einen Coup über Nacht in der Szene bekannt. Er hatte als erster Kletterer überhaupt eine extrem schwierige Route (9a, bzw. UIAA XI) spontan (»onsight«) aufs erste Mal durchstiegen. Seither ist Megos mit unermüdlichem Fleiß bis in die Weltspitze geklettert. 2020 will er bei Olympia dabei sein. Ein Gespräch über Disziplin, Ehrgeiz und ein Leben im Klettertunnel
 
Alex Megos beim Bouldern am »Jedi Mind Tricks« im Gebiet Buttermilk Boulders nahe Bishop, USA © Ken Etzel / Red Bull Content Pool
Alex Megos beim Bouldern am »Jedi Mind Tricks« im Gebiet Buttermilk Boulders nahe Bishop, USA
BERGSTEIGER: Sie haben im Alter von sechs Jahren zum Klettern angefangen, das macht 20 Jahre Klettersport. Seit ein paar Jahren sind Sie an der Weltspitze angelangt. Welche Eigenschaft – neben dem Talent – hat Sie Ihrer Ansicht nach in die Liga von Adam Ondra gebracht?

ALEXANDER MEGOS: Mein starker Wille, mich immer zu verbessern. Ich war schon immer einer, der gerne und viel an sich gearbeitet hat, und ich trainiere viel.

Heißt, Sie plagen sich gerne.

Ja, das ist richtig. Es ist wichtig, dass man die Bereitschaft hat, Opfer zu bringen. Vieles andere muss man da zurückstellen. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass zu viel auf der Strecke bleibt.

Haben Sie keine Angst, in zehn oder 20 Jahren festzustellen, dass Sie in Ihrer Jugend Dinge verpasst haben, die Jugendliche eben so machen – Partys, feiern, abhängen?

Ich glaube nicht. Ein wenig habe ich das Feiern mit 20 nachgeholt. Von 20 bis 25 war ich deutlich mehr auf Partys als von 15 bis 20. Ich habe gelernt, so etwas hin und wieder mal zu genießen, und muss es nicht übertreiben.

Sie sind nicht der Abstinenzler, der alles dem Sport unterordnet und sich selbst ein Bierchen versagt?

Ich trinke praktisch keinen Alkohol, aber das liegt daran, dass er mir nicht schmeckt. Ich glaube auch nicht, dass es dem Sport förderlich ist, wenn man ihm strikt alles unterordnet. Man sollte eine gewisse Lockerheit reinbringen, das tut auch der Leistung gut. Ich war früher viel zu verbissen. Irgendwann stößt man dann gegen eine Wand und kommt nicht mehr weiter. Und fragt sich: Ich bin doch so rigide, habe alles getan und alles auf den Sport ausgelegt, was ist los? Die Antwort: Ich hatte es übertrieben mit meinem Ehrgeiz, das war letztlich auch für die Leistung hinderlich.

Wie viel trainieren Sie täglich?

Im Schnitt trainiere ich in der Woche so 20 bis 30 Stunden. Je nachdem sind das dann drei bis fünf Stunden am Tag.

Sie sind immer motiviert?

Nein. Manchmal stehe ich frühmorgens auf, alles tut weh und ich habe keinerlei Bock zu trainieren. Der Witz ist: Ich müsste ja gar nicht, ...


Das ganze Interview lesen Sie im Bergsteiger 03/19, ab 9. Februar am Kiosk oder gleich online bestellbar.
Interview: Michael Ruhland