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02.05.2017

Geplante Erstbegehung von David Göttler und Hervé Barmasse

David Göttler (Deutschland) und Hervé Barmasse (Italien) sind im Basecamp des 8026 Meter hohen Shishapangma angekommen. Im Mai will das Duo den 14. höchsten Gipfel der Welt über eine bisher unbestiegene Route im alpinen Stil erklimmen. Dabei verzichten die beiden auf die Unterstützung von Sherpas sowie zusätzlichen Sauerstoff.
 
 
Hervé Barmasse und David Göttler auf Expedition. Bild: The North Face
Bis zu seiner Erstbesteigung im Jahre 1964 war der Shishanpangma der weltweit letzte unberührte 8000er Gipfel. Für die anstehende Herausforderung haben sich David Göttler und Hervé Barmasse über mehrere Monate vorbereitet. Sie kombinierten Eis- und alpines Klettern mit Trailrunning und Workouts. Um sowohl physisch als auch mental optimal vorbereitet zu sein, absolvierten sie zudem eine zweiwöchige Akklimatisierungsphase im nepalesischen Khumbu, wo sie auf einer Höhe von 4700 Metern gelebt und trainiert haben. Dort absolvierten sie vor allem schnelle Läufe und Anstiege bis zu einer Höhe von 6100 Metern, um bei der Expedition so zügig wie möglich voranzukommen.

Die perfekte Linie?

»Hochqualitative und noch unbestiegene Routen auf 8000er Gipfel sind in der modernen Welt sehr selten geworden. Eine zu finden und der erste zu sein, ist der Traum eines jeden Alpinisten,« sagt David Göttler. »Was wir gefunden haben, scheint die perfekte Linie zu sein. Die Route umfasst ein technisch anspruchsvolles Terrain, ist aber sehr logisch von unten bis oben nahezu auf einer Linie zu besteigen. Zudem wird die Südwand des Shishapangma kaum von anderen Kletterern besucht, wodurch wir mit großer Sicherheit alleine unterwegs sein werden. Heutzutage ist es sehr untypisch, in einem Zweiergespann auf einem 8000er eine neue Route eröffnen zu können. Es fühlt sich fast so an wie früher, als die Gipfel noch bestiegen wurden, um echte Abenteuer zu erleben.«

Hervé fügt hinzu: »Unser Plan ist es, nur notwendige Dinge mitzunehmen, die wir zum Überleben benötigen. Wir wollen uns leicht und schnell fortbewegen, aber zur gleichen Zeit unserer Moral und den Werten treu bleiben, denen man unserer Meinung nach beim Bergsteigen im Himalaya unbedingt folgen sollte. Das Erreichen des Gipfels wäre ein weiterer Beweis dafür, dass wirklich nichts unmöglich ist. Es ist mein erster Versuch, einen 8000er Gipfel zu besteigen und ich bin sehr aufgeregt. Mich in die Zeit der Pioniere des Bergsteigens zurückzuversetzen und eine Route zu klettern, die noch unberührt ist, finde ich sehr spannend. Früher war alles schwieriger und unsicher, aber zugleich so faszinierend. Ich bin überglücklich, mich an diesem Projekt versuchen zu dürfen.«