Die schönsten Frühlingstouren im Chiemgau | BERGSTEIGER Magazin
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Die schönsten Frühlingstouren im Chiemgau

Bergsteiger-Autorin Andrea Strauß findet ihr Tourenparadies im Frühling unweit der eigenen Haustüre. Im Chiemgau kennt sie einige Wanderungen zum Saisonauftakt. Hier ihre schönste Auswahl:
 
Frühling an der Kampenwand © CC0 Public Domain/pixabay
Frühling an der Kampenwand
Wenn die Laubbäume wieder maigrün tragen und die Wiesen sich mit Löwenzahn schmücken, muss ich nicht weit fahren, um in meinem persönlichen Paradies anzukommen. Zu dieser jungen Jahreszeit sind mir die heimatlichen Berge zwischen Isar und Inn die liebsten.

Niedrig genug, so dass die Sonne bereits fast allen Schnee weggeschleckt hat und doch so hoch, um die Lust am Gehen voll auszukosten. Auf den Almen blühen die Wiesen, hier und da wird gehämmert und geklopft, Ausbesserungsarbeiten am vom Winter gebeutelten Material, ein kleiner Ratsch informiert über die Bilanz des Winters und die Pläne für die kommende Saison.

Mensch und Natur atmen auf, die Entbehrungen des Winters mit Schnee und Eis, unpassierbaren Wegen, Kälte und Dunkelheit weichen wohltuender Wärme, weichen Farben und frischer Luft. Das Vieh ist noch im Tal und wir haben die Almen für uns. Sicher recken die jungen Kälber dort unten gerade ihren Schwanz in die Höh’ und hüpfen auf allen Vieren gleichzeitig durch Hahnenfuß und Löwenzahn. Frühling ist Lebenslust pur – auch für Tiere.

Andreas Top Ten im Chiemgau:

Passend ab Juni, wenn Enzian und Almrausch blühen und die Laliderer Wände schon ans Klettern denken lassen. Zu jeder Jahreszeit empfehlenswert, warum nicht auch mal im Frühling. 700 Hm, 2½ Std.
  • Hirschberg:
Die blühenden Almwiesen oben zwischen Hirschberghaus und Gipfel! Dazu der Blick hinein ins »hohe Gebirge« und hinaus ins Vorland, das sind die wahren Frühlingsgefühle. 900 Hm, 3 Std.
Einkehren auf der Auer­alm, in den Blumenwiesen sitzen, oben am Gipfel hinausschauen ins grüne Land und hinunter auf den Tegernsee, wo vielleicht schon die ersten Boote schaukeln. 720 Hm, 2½ Std.
  • Ross- und Buchstein: 
Der südseitige Aufstieg durch die frischen Buchenwälder und der Blick auf die noch winterliche Nordseite von Schildenstein und Blaubergen ist ein alljährliches Muss. 830 Hm, 2½ Std.
Ein bequemer Aufstieg, der südseitige Gipfelhang und anschließend eine ordentliche Brotzeit am Rotwandhaus. Die Hohen Tauern noch im Wintermantel, an der Wildfeldalm grasen schon die Kühe. 700 Hm, 2½ Std.
  • Breitenstein:
Viel Wiesengelände, am Gipfel freier Blick ins Mangfallgebiet und an der Hubertushütte die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Dazu ein Besuch in der Wallfahrtskirche Birkenstein oder im Winkelstüberl. 770 Hm, 2 Std.
Der Blick ins Inntal, auf Mangfallgebirge, Kaiser und Kitzbüheler mit einem einfachen Aufstieg durch Blütenteppiche. Und an der Kranzhornalm warten schon Kaffee und Kuchen. 500 Hm, 1¾ Std.
Den Gleitschirmfliegern zuschauen, auf Simssee und Chiemsee blicken und die Hügellandschaft des Samerbergs. Dazu ein Dutzend Einkehren, eine gemütlicher als die andere. 860 Hm, 2½ Std.
  • Hochgern:
Im Frühling am liebsten als Rundtour über die Agergschwendalm – Hochgernhaus – Hochgern, dann hinab nach Süden und über Gernalm und Bergwachthütte zurück. Kaum eine Bergblume, die man da nicht sieht. 1100 Hm, 3½ Std.
Vom Parkplatz Steinplatte auf schönem Höhenweg erreichbar. Südseitig ausgesprochen blumenreich, der Gipfel ein Aussichts- und Faulenzplätzchen. Für die Einkehr gibt es das Straubinger Haus. 520 Hm, 2½ Std.
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