Einsteiger-Klettersteig im Wetterstein

Alpspitze, Nordwand-Ferrata

Für Anfänger ist die Alpspitz-Ferrata bestens geeignet; da kann man richtig ins Eisen greifen. Dazu gibt es kaum wirklich ausgesetzte Passagen – also eine Idealroute, um sich einmal an einem Klettersteig zu versuchen. Weit weniger Eisen, dafür aber entschieden mehr Felskontakt bietet der Ostgrat; hier kann man seine Trittsicherheit in felsigem Gelände testen.
 
Exzellent gesichert präsentiert sich die Alpspitz-Ferrata © Eugen E. Hüsler
Exzellent gesichert präsentiert sich die Alpspitz-Ferrata
Obwohl seine elegante Felsform es nicht unbedingt erwarten ließe, ist die Alpspitze im Wettersteingebirge ein Tourenziel für (fast) jedermann. Gerade noch 600 Höhenmeter liegen zwischen der Seilbahnstation und dem Gipfel, und der Anstieg zum großen Kreuz am höchsten Punkt ist als »Alpspitz-Ferrata« sehr gut (manche sagen: übertrieben) ausgebaut. Packend die Tiefblicke ins Höllental und auf Garmisch-Partenkirchen; sehr stimmungsvoll das Panorama, bis zum Alpenhauptkamm, aber auch weit hinaus ins flache Land reichend.

Klettersteig auf die Alpspitze

Alpspitz-Ferrata: Von der Bergstation der Alpspitz-Seilbahn (Osterfelder, 2033 m) auf dem »Nordwandsteig « bis zur Abzweigung des Klettersteigs (Tafel). Drahtseile, Haken und Eisenbügel geben die Route klar vor: über steile Felsen zum Grat, den man an der »Stoarösl-Scharte« (für Nicht-Bayern: Steinröschenscharte) gewinnt. Hier öffnet sich ein faszinierender Blick ins Höllental und zur Zugspitze; gegenüber ragt der schroffe Zackengrat desWaxensteins (2276 m) in den Himmel. Die »Alpspitz-Ferrata« folgt nun dem Nordgrat, erst über ein paar leichte Felsstufen, dann zunehmend steiler an einem Plattenschuss bis unter den Gipfelaufbau. Hier rechts auf das breite Band, das durch die Westflanke zum Südgrat läuft (Abkürzung zur Grieskarscharte), und links durch eine Rinne zum Gipfel der Alpspitze (2628 m).

Ostgrat – Nordwandsteig: Vom Gipfel, den Spuren durch Geröll folgend, östlich über den breiten Rücken hinunter, dann am Grat (Sicherungen) weiter absteigend zur Schulter (2327 m). Hier links über Schrofen in das schattige Oberkar, wo sich der Weg gabelt. Links auf ein Band und über eine gut gesicherte Steilstufe abwärts, dann auf komfortablem Weg (zwei Tunnels) quer durch die Nordwand der Alpspitze und zurückzur Seilbahn.

Schöngänge: Aus dem Oberkar kann man alternativ auch über die Schöngänge, eine markante Felsstufe (Drahtseile) zum Fuß der Bernadeinwände absteigen. Weiter auf breitem Weg zur Bergstation der Kreuzeck-Seilbahn (1650 m).

Alpspitz-Ferrata auf einen Blick:

Alpspitz Ferrata KarteTalort: Garmisch-Partenkirchen (707 m)
Ausgangspunkt: Bergstation der Alpspitz-Seilbahn (2023 m)
Öffentliche Verkehrsmittel: Die Talstation der Alpspitz-Seilbahn erreicht man von Garmisch-Partenkirchen mit der Zugspitzbahn. Bahnlinie München – Garmisch – Innsbruck
Höhenunterschied: 600 Hm
Gesamtzeit: 4 1/4 Std. (Alpspitz-Ferrata 2 1/2 Std., Ostgrat – Nordwandsteig 1 3/4 Std.)
Beste Jahreszeit: Ende Juni bis Mitte Oktober bzw. zum ersten Schneefall
Karte/Führer: Bayerisches Landesvermessungsamt 1:50 000, UK L 31 »Wettersteingebirge «; »Hüslers Klettersteigführer Nordalpen«, Bruckmann Verlag, München
Fremdenverkehrsamt: Richard-Strauß-Platz 1a, 82467 Garmisch-Partenkirchen; Tel. 0 88 21/18 07 00, Fax 18 07 55, tourist-info@garmisch-partenkirchen.de, www.garmisch-partenkirchen.de
Hütten: keine; Einkehrmöglichkeit an der Bergstation der Alpspitz-Seilbahn
Von Eugen E. Hüsler. Karte: © Christian Rolle, Holzkirchen
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