6 berühmte Bergsteigerinnen und Kletterinnen, die du kennen musst

6 berühmte Bergsteigerinnen und Kletterinnen, die du kennen musst

Frauen waren in den Bergen schon immer aktiv und erfolgreich – ihre Leistungen blieben aber leider oft unbemerkt. Inzwischen ist das zum Glück anders, daher stellen wir hier 6 Alpinistinnen vor, die jeder Berg-Fan kennen sollte!
 
Tamara Lunger © Tamara Lunger
Tamara Lunger am Gipfel des Lhotse.
Bergsteigerinnen und Kletterinnen stehen ihren männlichen Kollegen in nichts nach, das ist seit jeher bekannt. Schon als der Alpinismus in den Bergen Einzug gehalten hat, waren auch Frauen mit dabei, wenn es auf die höchsten Gipfel und in die steilsten Wände ging. Im Gegensatz zu den männlichen Bergsteigern, die dadurch Weltruhm erlangten, blieben die Erfolge von Frauen jedoch oftmals unbemerkt.

In den letzten Jahrzehnten hat sich das zum Glück geändert und so gibt es inzwischen viele Alpinistinnen, die mit ihren beeindruckenden Leistungen auch über die Bergszene hinaus berühmt geworden sind. Sechs der erfolgreichsten Bergsteigerinnen, Kletterinnen und Alpinistinnen stellen wir hier vor.
 

1. Tamara Lunger

Als Tochter des Skibergsteigers Hansjörg Lunger wurde der Südtirolerin Tamara Lunger die Leidenschaft zu den Bergen quasi in die Wiege gelegt. 2002 begann sie selbst mit dem Skibergsteigen und konnte als Mitglied der italienischen Nationalmannschaft mehrere Erfolge erzielen. Wenige Jahre später kam das Höhenbergsteigen dazu. Mit 23 stand Lunger 2010 als jüngste Frau auf dem Lhotse – ihrem ersten Achttausender und 2014 erreichte sie als erste Südtirolerin den Gipfel des K2.

Seither waren ist immer wieder anspruchsvolle Expeditionen – oft auch in einer Seilschaft mit dem Extrembergsteiger Simone Moro – die ihre bergsteigerische Karriere geprägt haben. Tamara Lungers bislang letztes Projekt – der Versuch einer Winterbesteigung des K2 Anfang 2021 – musste sie aufgeben, nachdem drei Bergsteiger, die mit Lunger unterwegs waren, zu Tode gekommen waren.
 
Nationalität: Italien
Geboren: 1986
Größte Leistungen: Jüngste Frau auf dem Lhotse (2010), erste Südtirolerin am K2 (2014)

Tamara Lunger
Tamara Lunger auf dem Gipfel des Lhotse. Foto: Tamara Lunger
 

2. Lynn Hill

„The Nose“ am El Capitan im kalifornischen Yosemite Valley ist eine Route, die wohl jedem Kletterer ein Begriff ist. Lange Zeit galt ihre freie Begehung – also ohne technische Hilfsmittel – als unmöglich. Es war schließlich Lynn Hill, die der Kletterszene das Gegenteil bewies. 1993 schaffte sie gemeinsam mit ihrem Partner Brooke Sandahl, was zuvor noch keinem Kletterer gelungen war.

Ein Jahr später übertraf sie ihren Erfolg nochmals, indem sie die ganze Route an einem einzigen Tag kletterte und bis 1998 schaffte es niemand, die freie Begehung zu wiederholen. Schon vor ihrem Erfolg am El Capitan galt Hill als großes Klettertalent. Seit ihrer freien Begehung der „Nose“ gilt sie als eine der besten Kletterer aller Zeiten
 
Nationalität: USA
Geboren: 1961
Größte Leistungen: Erste Frau, die im Schwierigkeitsgrad 5.12+/5.13 kletterte (1979), erste freie Begehung von „The Nose“ (1993, gemeinsam mit Brooke Sandahl), erste freie Begehung von „The Nose“ in weniger als einem Tag (1994)

Lynn Hill
Nicht nur Lynn Hill - auch dieses Foto von ihr in der "Nose" wurde weltberühmt. Foto: Heinz Zak
 

3. Edurne Pasaban

Die aus Spanien stammende Edurne Pasaban erlangte internationale Bekanntheit, als sie sich mit der südkoreanischen Bergsteigerin Oh Eun-sun und mit der Österreicherin Gerlinde Kaltenbrunner ein Wettrennen um die erste Besteigung aller 14 Achttausender als Frau lieferte. Im Mai 2010 erreichte sie mit dem Gipfel des Shishapangma ihren 14. Achttausender.

Zwar beendete sie das Wettrennen so hinter Oh Eun-sun, die bereits wenige Wochen zuvor auf ihrem vermeintlich 14. Achttausender stand. Nachdem bei der Südkoreanerin jedoch Zweifel aufkamen, ob sie bei der Besteigung des Kangchenzönga 2009 tatsächlich den Gipfel erreicht haben soll, wurde der Titel letztlich Pasaban zuerkannt. Unumstritten ist, dass beide Frauen zu den besten Bergsteigern der Welt gehören und mit ihren Leistungen in die Alpinismus-Geschichte eingingen.
 
Nationalität: Spanien
Geboren: 1973
Größte Leistungen: Erste Frau, die alle 14 Achttausender bestiegen hat (2010, nachdem Oh Eun-suns Erfolg nicht anerkannt wurde)

Edurne Pasaban
Edurne Pasaban bei ihrer Ankunft auf dem K2. Foto: Bergsteiger-Archiv/www.edurnepasaban.com 
 

4. Ines Papert

Ines Papert zog es mit 19 Jahren von ihrer nordsächsischen Heimat nach Berchtesgaden. Zu dieser Zeit entdeckte sie auch ihre Liebe zu Bergen, Fels und Eis. Vor allem das Eisklettern hatte es der ausgebildeten Physiotherapeutin angetan und schnell machte Papert in diesem Bereich Karriere. Zwischen 2000 und 2006 holte sie vier Weltmeistertitel im Eisklettern und dreimal den 1. Platz im Eiskletter-Gesamtweltcup.

Seit ihrem Rückzug aus dem Wettkampfgeschehen widmet sich Papert bergsteigerischen Projekten, wie Expeditionen und Erstbegehungen. So gelang ihr unter anderem 2013 die Erstbesteigung des 6719 Meter hohen Likhu Chuli in Nepal oder. Mit ihrem Lebenspartner Luca Lindič schaffte sie zudem 2016 die Erstbegehung der Route „Lost in China“ am Kyzyl Asker an der kirgisisch-chinesischen Grenze.
 
Nationalität: Deutschland
Geboren: 1974
Größte Leistungen: Vierfache Eiskletter-Weltmeisterin, Erstbegehung von „Lost in China“ am Kyzyl Asker (2016, gemeinsam mit Luca Lindič), Erstbesteigung des Likhu Chuli in Nepal (2013)

Ines Papert
Ines Papert beim Eisklettern am Hydnefossen in Norwegen. Foto: Thomas Senf
 

5. Lhakpa Sherpa

Schon im Alter von 15 Jahren begann die aus einem Dorf in Nepal stammende Lhakpa Sherpa, für Expeditionen zu arbeiten. Bald darauf nahm sie selbst als Bergsteigerin an solchen Teil und organisierte sie auch selbst. 2000 stand sie das erste Mal am Mount Everest – damit war sie die erste Bergsteigerin aus Nepal, die den Gipfel erreichte und auch den Abstieg überlebte. Bei einem Mal sollte es aber nicht bleiben – bislang hat sie den höchsten Berg der Welt neunmal bestiegen. Damit ist sie auch die Frau, die den Weltrekord für die meisten Everest-Besteigungen hält.

Im Gegensatz zu vielen anderen Bergsteigern konnte Lhakpa Sherpa aber nie von ihrer Karriere leben. So arbeitete sie in den USA, wo die alleinerziehende Mutter heute lebt, mitunter als Tellerwäscherin, Reinigungskraft oder in einem Supermarkt. Nichtsdestotrotz möchte die inzwischen 47-Jährige 2021 ihre zehnte Everest-Besteigung in Angriff nehmen und auch den K2 möchte sie im Sommer das erste Mal besteigen.
 
Nationalität: Nepal
Geboren: ca. 1973
Größte Leistungen: Erste Nepalesin auf dem Mount Everest (2000), Frau mit den häufigsten Mount Everest-Besteigungen (9x, 2000-2018)
 

 

6. Alix von Melle

Das in Hamburg geborene Nordlicht Alix von Melle ist zurzeit mit sieben bestiegenen Achttausendern die erfolgreichste deutsche Höhenbergsteigerin. Ihre Leidenschaft für die Berge entdeckte sie, als sie 1992 für ihr Studium nach München zog. Zunächst war es das Skibergsteigen, auf das sich von Melle fokussierte – schnell kam auch das Klettern und das Höhenbergsteigen dazu.

Auf ihrem ersten Achttausender, dem 8034 Meter hohen Gasherbrum II, stand Alix von Melle 2006. Ihr bislang letzter Achttausender war der 8163 Meter hohe Manaslu, dessen Gipfel sie 2017 erreichte. Auf ihren Expeditionen begleitet sie oftmals ihr Ehemann Luis Stitzinger, der ebenfalls ein erfolgreicher Bergsteiger ist.
 
Nationalität: Deutschland
Geboren: 1971
Größte Leistungen: Besteigung von sieben Achttausendern (2006-2017)

Alix von Melle
Alix von Melle mit Lhotse (li.) und Everest (re.) im Hintergrund. Foto: Alix von Melle
 
Neben diesen sechs erfolgreichen Bergsteigerinnen ist auch Gerlinde Kaltenbrunner eine absolute Ausnahme-Alpinistin, die jeder kennen sollte.

Gerlinde Kaltenbrunner und 6 weitere Bergsteiger-Legenden stellen wir hier vor.