Oben bleiben: Das sind die 5 schönsten Höhenwege der Alpen

Oben bleiben: Das sind die 6 schönsten Höhenwege der Alpen

Dem Alltag entfliehen und alle Sorgen und Zwänge hinter sich lassen. Auf mehrtägigen Höhenwegen gelingt dies immer wieder erstaunlich gut. Hier präsentieren wir 6 Höhenwege der Extraklasse.
 
Zollnersee © TVB Nassfeld/Daniel Gollner
Es lohnt sich, auch bei der West-Variante des Höhenwegs den Zollnersee mitzunehmen.
Ein Höhenweg ist schon etwas Besonderes: Wer auf ihnen wandert, kann dem Alltag gleich mehrere Tage am Stück oder gar Wochen entfliehen. Hier stellen wir 6 der schönsten Höhenwege in den Alpen vor. Von Klassikern über Themenwege bis hin zu einfachen Panorama-Höhenwegen ist alles dabei. Also: Rucksack packen, Wanderschuhe schnüren und los geht’s!
 

1. Der Erdgeschichte auf der Spur am Sardona-Welterbe-Weg

Wer diese Tour absolviert, kommt der Erdgeschichte so nahe wie nirgends sonst auf der Welt. Das gilt insbesondere für die Glarner Hauptüberschiebung am Piz Sardona. Dort wurde 250 bis 300 Mio. Jahre altes Gestein auf deutlich jüngeres Gestein geschoben. Durch die Erosion verläuft diese Überschiebungsfläche an der Erdoberfläche entlang einer 35 Kilometer langen schnurgeraden Linie, die man an einer Stelle sogar anfassen kann.
 
Region: Glarner Alpen, Schweiz
 
Schwierigkeit: Schwierig
Charakter: Weitgehend gute Wege, die aber aufgrund der Länge gute Kondition erfordern. Vereinzelt etwas ausgesetzt.
Dauer: 6 Tage, Tagesetappen zwischen 5 und 9 Std.
Höhenunterschied: 680–1900 Hm/Tag (aufwärts; zzgl. 500–2100 Hm abwärts)
 
Start: Filzbach (Parken in Näfels-Mollis, 15 Min. entfernt)
Ziel: Flims (1083 m, per Bahn und Bus in 2 Std. nach Näfels-Mollis)
Route: Filzbach – Murgseehütte (1819 m) – Wissmilenpass – Spitzmeilenhütte (2094 m) – Weisstannen (1002 m) – Säss - Sardonahüµe (2151 m) – Foopass – Elm (1041 m) – Segneshütte (2100 m) – Flims

Wildsee
 Bei der Tour kommt man vorbei an Wildsee und Schottensee. Foto: IG Tektonikarena Sardona/Ruedi Homberger
 

2. Der Klassiker: Unterwegs am Lechtaler Höhenweg

Ein Klassiker unter den Höhenwegen ist der Lechtaler Höhenweg. Mit 13 Alpenvereinshütten verfügt der Weg über die perfekte Infrastruktur, zudem weiß er landscha¹lich zu überzeugen. Die insgesamt 18 Etappen lassen sich auf viele Arten erweitern, abkürzen und variieren. Eine besonders lohnende Variante führt in sechs Etappen von St. Anton nach Imst.
 
Region: Lechtaler Alpen, Tirol
 
Schwierigkeit: Mittel
Charakter: Immer wieder seilversicherten Passagen, Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und gute Kondition sind erforderlich
Dauer: 6 Tage, Tagesetappen zwischen 2 ½ und 8 Std.
Höhenunterschied: 270–1220 Hm/Tag (aufwärts; zzgl. 280–1300 Hm abwärts)
 
Start: Bergstation der Kapall-Bahn bei St. Anton (2330 m)
Ziel: Imst (827 m) (von hier mit dem Zug zurück nach St. Anton)
Route: Kapall – Leutkircher Hütte (2251 m) – Kaiserjochhaus (2310 m) – Ansbacher Hütte (2376 m) – Memminger Hütte (2242 m, ) – Württemberger Haus (2220 m) – Hanauer Hütte (1922 m) – Muttekopfhütte (1934 m) – Imst
 
Lechtaler Höhenweg
Unterwegs am Lechtaler Höhenweg. Foto: Tirol Werbung/Schels Sebastian
 

3. Über Stock und Stein auf der Großen Reibn

Mitten im Sommer ein Skitourenklassiker? Nein – die Große Reibn gibt es auch als Sommer-Version. Die Wanderung durch das westliche Hagengebirge und das Steinerne Meer, teils auf einfachen Bergwegen und -steigen, teils auf alpinen Übergängen, zeigt die landschaftlichen Höhepunkte der Berchtesgadener Alpen.
 
Region: Berchtesgadener Alpen
 
Schwierigkeit: Mittel
Charakter: Lediglich einige kurze ausgesetzte und drahtseilversicherte Passagen auf der zweiten Etappe
Dauer: 5 Tage, Tagesetappen zwischen 4 ½ und 7 Std.
Höhenunterschied: 400–1250 Hm/Tag (aufwärts; zzgl. 10–1875 Hm abwärts)
 
Start: Königssee (610 m)
Ziel: Wimbachbrücke, Ramsau (630 m), stdl. Busverbindung zum Parkplatz Königssee mit Umsteigen am Bhf. Berchtesgaden
Route: Königssee – Carl-von-Stahl-Haus (1736 m) – Schneibstein – Wasseralm in der Röth (1423 m) – Grünsee – Kärlingerhaus (1638 m) – Riemannhaus – Ingolstädter Haus (2132 m) – Hundstodgatterl – Wimbachgrieshütte – Ramsau
 
Funtensee
Bei der Großen Reibn geht's vorbei am schönen Funtensee mit dem Kärlingerhaus. Foto: Adobe Stock/d. v. bode/EyeEm
 

4. Kurz und Knackig: Der Fieberbrunner Höhenweg

Nicht immer hat man Zeit, um mehrere Tage oder gar Wochen auf einem Höhenweg zu verbringen. Für solche Situationen wie geschaffen sind Höhenwege wie der Fieberbrunner Höhenweg. Mit etwas mehr als 30 Kilometern Wegstrecke lässt sich der Fieberbrunner Höhenweg von ausdauernden Wanderern auch als Tagestour bewältigen.

Vielleicht ist auch gerade das der Reiz dieser Wanderung. Von Fieberbrunn ausgehend führt der Höhenweg vorbei an landschaftlichen Highlights wie dem sagenhaften Wildseelodersee und bietet dabei mehrere Gipfeloptionen auf der ruhigeren Seite der Kitzbüheler Alpen.

Region: Kitzbüheler Alpen, Tirol
 
Schwierigkeit: Mittel
Charakter: Legt man sie als Tagestour an, ist eine gute Ausdauer erforderlich.
Dauer: 10 Std., mit Übernachtung im Wildseeloderhaus lässt sich die Tour auch auf zwei Etappen mit 4 bzw. 6 Std. Gehzeit aufteilen
Höhenunterschied: 1530 Hm (aufwärts und abwärts gesamt; 1. Tag; 1210 Hm aufwärts und 150 Hm abwärts; 2. Tag: 320 Hm aufwärts und 1380 Hm)
 
Start und Ziel: Fieberbrunn (790 m)
Route: Fieberbrunn – Rettenwand – Lucht – Streuböden Alm – Wildalpgatterl – Kühweital – Wildalp – Wildseeloderhaus (1854 m) – Seenieder (1933 m) – Niedermahdstein (1899 m) – Gebrakapelle – Gebrajoch – Gaisberg – Lengfilzenalm – Schlinachalm – Grundalm – Pletzergraben – Fieberbrunn

 Fieberbrunner Höhenweg
Konditionsstarke Wanderer schaffen den Höhenweg auch in einem Tag. Foto: Tirol Werbung/Robert Pupeter
 

5. Im Zeichen des Friedens: Der Karnische Höhenweg

„Via della pace“ und „Friedensweg“ sind die Beinamen des Karnischen Höhenwegs. Der Hintergrund ist klar: Der Weg an der österreichisch-italienischen Grenze folgt der einstigen Dolomitenfront am Karnischen Hauptkamm, an der sich im Ersten Weltkrieg die Armeen von Österreich-Ungarn und Italien bekämpften.

Spuren dieser Vergangenheit finden sich auch heute noch: Immer wieder kommt man entlang der Wegstrecke an verfallenen Stellungen, Stollen oder einem Soldatenfriedhof vorbei. Eingerahmt wird der Weg durch die prächtige Bergkulisse der Karnischen Alpen mit Blicken auf die Felstürme der Sextener Dolomiten.
 
Der Höhenweg gliedert sich in zwei Teilabschnitte: die ersten sechs Etappen führen durch alpines Gelände von Sillian bis zum Bergsteigerdorf Mauthen. Der zweite Abschnitt bietet sanfte Alm- und Hügellandschaften am Weg bis nach Thörl-Maglern. Beide Wege lassen sich in elf Tagesetappen am Stück in Angriff nehmen.

Wer sich für den Westteil des Weges entscheidet, beendet die Tour in der Regel am Plöckenpass. Es lohnt sich aber, noch die Etappe zum Zollnersee mitzunehmen und nach einer Nacht in der Zollnersee Hütte nach Weidenburg in Kötschach-Mauthen abzusteigen.
 
Region: Karnische Alpen, Kärnten
 
Schwierigkeit: Mittel
Charakter: Der alpine, westliche Teil des Höhenwegs ist gut markiert und ausgebaut, erfordert aber Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Ausdauer.
Dauer: 8 Tage, Tagesetappen zwischen 3 und 9 Std.
Höhenunterschied: 200–1450 Hm/Tag (aufwärts; zzgl. zwischen 0 und 1080 Hm abwärts)
 
Start: Sillian (1080 m)
Ziel: Weidenburg (Gde. Kötschach-Mauthen, 705 m) (von dort in ca. 20 min nach St. Daniel und per Bus via Kötschach-Mauthen und St. Lorenzen nach Sillian)
Route: Sillian - Leckfeldalm – Sillianer Hütte – Obstansersee-Hütte (2300 m) – Filmoor-Standschützenhütte (2350 m) – Oberer Stuckensee – Porzehütte (1942 m) – Tiliacher Joch (2250 m) – Winkler Joch (2235 m) – Hochweißsteinhaus (1868 m) – Obere Wolayer Alm – Wolayerseehütte (1960 m) – Obere Valentinalm – Gasthof Unt. Valentinalm (1221 m) – Gh. Plöckenhaus – Grünsee – Zollnersee Hütte (1750 m) – Weidenburg
Beste Zeit: Ende Juni bis Ende September

Karnischer Höhenweg
Unterwegs am Karnischen Höhenweg. Foto: TVB Nassfeld/Franz Gerdl
 

6. Der Dolorama Weg: Das Aussichtsfenster der Dolomiten

2016 wurde in den Dolomiten ein neuer Panoramaweg konzipiert. Bei der Namensfindung verband man die beiden Begriffe einfach miteinander. Und so führt nun der gemütliche Dolorama-Weg in vier Etappen hoch über dem Eisacktal von der Rodenecker und Lüsner Alm bis nach Lajen.

Ständige Begleiter am Horizont sind die bizarren Felsformationen der Dolomiten. In den Schutz- und Almhütten am Weg kann man sich mit lokalen Spezialitäten stärken. Dank einiger Zu- und Abstiege kann die Tour auch verkürzt werden.
 
Region: Dolomiten, Italien
 
Schwierigkeit:
Einfach Der Weg verläuft meist auf Forst- und Wanderwegen.
Dauer: 4 Tage, Tagesetappen zwischen 3 und 6 ½ Std.
Höhenunterschied: 30–940 Hm/Tag (aufwärts; zzgl. 530–1110 Hm abwärts)
Start: Parkplatz Zumis, Rodeneck (885 m)
Ziel: Lajen (1093 m), zurück per Zug nach Mühlbach (ca. 40 Min)
Route: Rodeneck – Lüsner Joch – Maurerberghütte (2157 m) – Gömajoch – Schlüterhütte (2297 m) – Brogles Sattel – Schutzhütte Raschötz (2170 m) – Tschaµerlinsattel – Lajen
 
Geislerspitzen
Am Doloramaweg zeigen sich Dolomitenberge wie die Geislerspitzen von ihrer schönsten Seite. Foto: Adobe Stock/Shorty 25
 
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