Tipps gegen geschwollene Füße: Was wirklich hilft! | BERGSTEIGER Magazin

Tipps gegen geschwollene Füße: Was wirklich hilft!

Anspruchsvolle Bergaufpassagen, stundenlanges Laufen auf unebenem Untergrund und das teilweise ungewohnte Gewicht von alpinen Schuhen verlangen den Füßen einiges ab. Schwellungen sind vorprogrammiert. Was wirklich dagegen hilft, verrät dieser Ratgeber.
 
Füße Wandern © Adobe Stock/Andreas P
Die starke Belastung kann beim Wandern schnell zu geschwollenen Füßen führen.
  • Starke Belastung und warme Temperaturen können beim Wandern zu geschwollenen Füßen führen
  • Zu enge Schuhe begünstigen Schwellungen ebenfalls
  • Zum Vorbeugen eignen sich Wechselduschen und Fußbäder
  • Cremes, Salben und kühlende Wickel können die Schwellung lindern
  • Eine salzarme Ernährung kann geschwollenen Füßen vorbeugen
  • Bei starken Schwellungen sind Kompressionsstrümpfe sinnvoll
 
Auf Wander- oder Bergtour sind unsere Füße die wohl treuesten Begleiter. Sie tragen uns und unseren Rucksack den Berg hinauf – und dann auch wieder hinunter. Manchmal ist das zu viel für die Füße und da kann es schon einmal geschehen, dass sie am Ende des Tages stark angeschwollen sind.
 
Zwar ist das in den meisten Fällen harmlos – dennoch sind geschwollene Füße für Wanderer und Bergsteiger sehr unangenehm. Wir zeigen Ihnen Tipps und nützliche Hausmittel, mit denen Sie geschwollenen Füßen vorbeugen können – oder die Schwellung im Fall der Fälle gut lindern können.
 

Was ist die Ursache von geschwollenen Füßen?

Während geschwollene Füße im Alltag meist auf zu wenig Bewegung hindeuten, ist beim Wandern oftmals das Gegenteil der Fall. Über mehrere Stunden hinweg wird eine starke und ungewohnte Belastung auf die Fußmuskulatur ausgeübt.
 
Eine Wandertour steigert zudem die Durchblutung der Beine und somit auch den Druck in den Venen. Dadurch kann Flüssigkeit in das Gewebe übertreten, das die Füße anschwellen lässt. Warme Temperaturen können ebenfalls ein Anschwellen der Beine begünstigen.
 
Auch, wenn sich geschwollene Füße beim Wandern also zumeist auf harmlose Ursachen zurückführen lassen, können auch schwerwiegendere Gründe – zum Beispiel Venenerkrankungen – dahinter stecken. Treten geschwollene Füße regelmäßig auf oder geht die Schwellung nicht über Nacht zurück, sollten mögliche Ursachen unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden.

Wanderer
Beim Wandern wird die Fußmuskulatur über mehrere Stunden hinweg stark belastet. Foto: Adobe Stock/SolisImages
 

Gutes Schuhwerk beugt vor

Um geschwollenen Füßen von vorneherein vorzubeugen, sollten Sie in erster Linie auf gut sitzende Schuhe Wert legen. Sind die Schuhe zu eng, kurz oder weit, hat das direkten Einfluss auf das Wohlbefinden.
 
Die Zehen dürfen vorne nicht anstoßen, sondern sollten auch mit entsprechenden Socken ausreichend Platz haben. Mehr wie ein Zentimeter muss es aber nicht sein, da der Fuß ansonsten Halt verliert, was ebenfalls zu Überanstrengung und Schwellungen führen kann.
 
Das Schuhwerk, egal ob Wanderschuhe, Hochtourenschuhe oder Trekkingschuhe, sollte zudem immer atmungsaktiv sein. Nur dann lässt sich Schweiß schnellstmöglich abtransportieren und die Füße bleiben angenehm trocken.

Bergschuhe
Das richtige Schuhwerk beugt geschwollenen Füßen vor. Foto: Adobe Stock/Maygutyak
 

Wechselduschen und Fußbäder

Eine weitere Maßnahme, um geschwollenen Füßen vorzubeugen, ist die Wechseldusche. Dabei handelt es sich um das mehrmals abwechselnde Abduschen mit warmem und kaltem Wasser, das zu einer besseren Durchblutung von Beinen und Füßen führt.
 
Die Venen ziehen sich so zusammen und gewährleisten dadurch einen zügigen Bluttransport. Dafür ist keine vollständige Dusche notwendig – bereits ein Wechsel-Fußbad am Vorabend der Tour kann Wunder wirken. 
 
Auch unterwegs schadet es nicht, die strapazierten Füße zur Abkühlung in einen Bach oder See zu halten. Um Blasen vorzubeugen, sollten die Füße gut abgetrocknet werden.
 
Nach der Tour kann ein Fußbad mit Bittersalz Linderung bringen. Dazu vermischen Sie am besten warmes Wasser mit einer halben Tasse Bittersalz.

Das im Bittersalz enthaltene Magnesiumsulfat wird von der Haut sehr gut absorbiert. Es fördert die Durchblutung, wodurch müde Muskeln wieder wach werden und Schwellungen zurückgehen. Nach zehn bis 15 Minuten sollte sich bereits eine erste Besserung der Beschwerden zeigen.

Fußbad
Ein kühles Bad kann bei angeschwollenen Füßen sehr angenehm sein. Foto: Adobe Stock/Verena
 

Kühlende Pferdesalbe lindert Schwellungen

Pferdesalbe hat sich ebenfalls als Mittel gegen geschwollene Füße bewährt. Die Bezeichnung geht auf den ursprünglichen Einsatzzweck des Produktes zurück. Denn früher war es in erster Linie für Leistungs- und Sportpferde im Einsatz, um deren Sehnen und Fesseln zu kühlen.
 
Pferdesalbe gibt es in einer kühlenden und in einer wärmenden Ausführung. Sie enthält hauptsächlich Rosmarin, Kampfer, Menthol und Arnika. Diese vier Bestandteile wirken gesundheitsfördernd und können bei Zerrungen, Prellungen, Muskelkater, Schmerzen an den Sehnen sowie der Rückenpartie und bei Blutergüssen helfen.

Die Salbe wird einfach direkt auf die Füße und Beine aufgetragen und einmassiert. Nach Bedarf kann es sich lohnen das Produkt während der Bergtour mitzuführen, um die Salbe in regelmäßigen Abständen aufzutragen und dem kühlenden Effekt zu profitieren.
 
Um geschwollenen Beinen entgegenzuwirken, ist die kühlende Version der Pferdesalbe ratsam. Die wärmende Version eignet sich zum Auftragen nach körperlicher Anstrengung, beispielsweise nach dem Duschen zur Entspannung von Muskeln und Sehnen.
 

Kühlende Pferdesalbe

  • taugt zur Erfrischung bei geschwollenen Armen und Beinen
  • beruhigt die Haut
  • wird häufig im Sommer verwendet
  • lindert Blutergüsse
  • eignet sich während der Schwangerschaft gegen Wasseransammlungen in Beinen und Füßen
Wärmende Pferdesalbe
  • eignet sich nach dem Sport oder nach schwerer körperlicher Anstrengung
  • zieht tief in die Haut und Muskelgewebe ein
  • entspannt Muskeln und Sehnen
  • beugt Muskelkater vor
  • macht steife Gliedmaßen wieder mobil
 

Rosskastanien-Produkte wirken entwässernd

Die Rosskastanie hat entzündungshemmende Eigenschaften und kann die Schwellung von Füßen lindern. Cremes mit Rosskastanie lassen sich komfortabel einmassieren. Da die pflanzliche Substanz entwässernd wirkt, können ergänzend zur äußeren Anwendung Tees und Tropfen eingenommen werden.
 
Der Abtransport von überschüssiger Flüssigkeit aus dem Körper wird so beschleunigt. Verantwortlich für den Effekt ist das enthaltene Aescin. Salben, Cremes und Tees sind in Drogerien sowie in der Apotheke erhältlich.
Rosskastanie
Produkte aus der Rosskastanie können Schwellungen lindern. Foto: Adobe Stock/tompet80


Fußwickel kühlen

Außerdem lohnt es sich nach dem Wandern, Klettern oder sonstigen Aktivitäten, Fußwickel anzulegen. Das können zum Beispiel kühlende Umschläge mit Pfefferminze sein, aber auch Wickel mit Retterspitz, Franzbranntwein und Obstessig haben sich bewährt.
 
Dank des Kältereizes, den die Wickel ausüben, wird die Flüssigkeit in den Beinen und Füßen dem Kreislauf zurückgeführt und zu den Nieren transportiert. Dabei sollten Sie am besten Ihre Füße hochlagern, um den Venen Entlastung zu verschaffen.
 

Salzarm Essen und Trinken

Wer sportlich aktiv ist, sollte auch auf eine salzarme Ernährung achten. So wird verhindert, dass der Körper unnötig Wasser speichert, während gleichzeitig die Feuchtigkeit im Körper optimal transportiert wird.
 
Gegen Schwellungen hilft auch der Verzehr von magnesiumhaltigen Lebensmitteln. Ein Magnesium-Mangel kann nämlich ebenfalls geschwollene Füße hervorrufen. Folgende Zutaten sind reich an Magnesium:
  • Nüsse
  • Bananen
  • roher Kakao
  • Avocados
  • Blattgemüse


Das Trinken von zwei bis drei Tassen Ingwertee täglich hilft ebenfalls gegen müde Füße. Im Idealfall sollte der Ingwertee frisch zubereitet und dann lauwarm getrunken werden. Hierfür frischen Ingwer schälen und mit heißem Wasser aufgießen. Das Kalium in Ingwer reguliert die Körperflüssigkeiten und beugt Schwellungen vor. Ergänzend ist reichlich Wasser trinken ein effektives Mittel gegen Schwellungen an Füßen und Beinen. Auf Kaffee sollte verzichtet werden.
 

Bei starken Schwellungen: Kompressionsstrümpfe

Wer unter stark geschwollenen Füßen leidet, kommt mit Hausmitteln nicht mehr weit. Kompressionsstrümpfe können dann eine sinnvolle Lösung sein. Sie werden individuell angepasst und die Kompression entlastet sowohl Venen als auch Lymphen. Der Druck auf das Gewebe ist gleichmäßig und beugt Wassereinlagerungen vor.