Die 5 ärgerlichsten Fehler beim Winterwandern

Die 5 ärgerlichsten Fehler beim Winterwandern

Im Winter herrschen am Berg ganz eigene Bedingungen. Deshalb sollteman zu dieser Jahreszeit bei seinen Touren auf bestimmte Dinge besonders Acht geben. Wir haben die fünf ärgerlichsten Fehler beim Winterwandern zusammengestellt und wie sie sich vermeiden lassen. So steht tollen Tagen im Schnee ganz bestimmt nichts im Wege!
 
 
Junges Pärchen beim Winterwandern © Adobe Stock/Halfpoint
Wer beim Winterwandern ein paar Fehler vermeidet, hat auch in der kalten Jahreszeit viel Freude!
Gerade beim Winterwandern gibt es zahllose Momente, über die wir uns hinterher maßlos ärgern könnten. Kleine Dinge, die schnell vergessen werden und einen ansonsten perfekten Tag in der winterlichen Bergwelt gründlich vermiesen können. Ganz nach dem Motto: hinterher weiß man es immer besser.

Und wer sich „nur“ ärgert, kann sich gleichzeitig sogar glücklich schätzen: Manche scheinbar kleinen Fehler bringen im offenen Gelände viel zu oft tragische Konsequenzen mit sich – für uns selbst genauso wie für Mitmenschen und Natur. Vieles davon wäre leicht zu verhindern. Deshalb haben wir hier fünf der häufigsten und ärgerlichsten Fehler beim Winterwandern zusammengefasst. Eine Checkliste für unbeschwerte und rücksichtsvolle Tage im Schnee.
 

1. Den Schnee unterschätzen

Eine verschneite Berglandschaft kann sich jeder Bergbegeisterte sofort vorstellen: friedlich, still und einfach schön. Doch der weiße Zauber hat auch seine Tücken. Gerade, wenn es in den letzten Tagen viel nachgeschneit hat, sollte man unbedingt vor einer Winterwanderung den aktuellen Lawinenbericht für die Region studieren und sich im Zweifelsfall für eine weniger exponierte Runde entscheiden.

Das gilt im Übrigen nicht nur bezüglich der Lawinengefahr. Für einen einfachen Forstanstieg durch kniehohen, ungespurten Neuschnee kann man im Winter gut und gerne einmal doppelt so viel Zeit benötigen wie ausgeschildert – das sollte bei der Tourenplanung unbedingt ebenfalls mit beachtet werden!

Wandergruppe im Schnee
Im Winter können auch einfache Anstiege durch den Wald mühsam sein. Foto: Adobe Stock/ARochau
 

2. Keine oder die falsche Winterausrüstung

Stirnlampe, Grödel, Wechselkleidung, Sonnencreme – wer diese Gegenstände im Winter zu Hause lässt, hat kann in den Bergen ganz schnell das Nachsehen. Zur kalten Jahreszeit muss damit rechnen, dass der eigene Rucksack deutlich schwerer ist als gewohnt. Gerade für die Gipfeljause und den schattigen Abstieg sollte man sich unbedingt mehrere Schichten als Reserve und Schutz vor dem Auskühlen einpacken.

Im Winter kommt man zudem langsamer voran. Auch unter einer Schneeschicht kann Glatteis lauern – deshalb sollte man sich im Winter immer Grödel oder andere Schuheisen dabei haben. Gleichzeitig geht die Sonne schon am Nachmittag unter. Einen Abstieg durch den Schnee bei Mondschein mag man sich zwar romantisch vorstellen – es ist aber kein ungefährliches Unterfangen. Mit einer Stirnlampe im Gepäck ist man auf der sicheren Seite.

Und wer einmal ohne Schutz einen sonnigen Tag im Schnee verbracht und den üblen Sonnenbrand überstanden hat, wird wissen, dass die Sonnencreme auch und gerade im Winter stets mit dabei sein sollte. Was im Winter noch alles mit dabei sein sollte, verraten wir hier.

Frau zieht sich Grödel an
Schuheisen wie Grödel sollte man im Winter immer mit dabei haben. Foto: Adobe Stock/Daniel Jedzura

 

3. Den Proviant vergessen

Wer kennt es nicht? Viele verzichten im Winter aus Platzgründen auf ihre Brotzeit. Auf der Tour kommt man ja schließlich sowieso noch an einer Hütte vorbei.  Doch Vorsicht: Nicht alle Berghütten haben auch im Winter geöffnet. Und selbst wenn, können Ruhetage oder volle Hüttenbänke dem hungrigen Bergsteiger einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen.

Das ist nicht nur ärgerlich – es kann sogar gefährlich sein. Denn wenn der Körper unterzuckert, nimmt die Konzentrationsfähigkeit drastisch ab und Unfälle werden wahrscheinlicher. Der Proviant ist also gerade im Winter der Teil des Tragegewichts, auf den man beim Wandern und Bergsteigen auf gar keinen Fall verzichten sollte.

Auch ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen ist dabei unverzichtbar, denn der Körper ist in den widrigen Bedingungen (Minusgrade, glatte Wege) besonders gefordert. Deshalb sollte man zusätzlich zum Tee aus der Thermoskanne genügend frisches Wasser mitnehmen. Daheim bleiben sollten dann lieber unnötige Gegenstände, wie z.B. Musikbox, Drohne oder Kamerastativ.

Geschlossene Hütte
Man sollte sich darauf einstellen, dass im Winter viele Hütten geschlossen haben. Foto: Adobe Stock/Florian
 

4. In Konflikte mit anderen Wintersportlern geraten

Im Sommer sind die Auseinandersetzungen zwischen Wanderern und Mountainbikern wohlbekannt. Doch auch im Winter bleibt das Kriegsbeil, das die unterschiedlichen Interessen von Bergsportlern entzweit, nicht unter der Schneedecke begraben. Nur sind es hier Winterwanderer, Schneeschuhwanderer und Skitourengeher, die aneinander geraten. Dabei ließen sich die teils leidenschaftlichen Auseinandersetzungen schon mit ein paar simplen Grundregeln entschärfen.

Der wichtigste Grundsatz: Jedem seine eigene Spur. Ein Wanderer ohne Schneeschuhe sinkt in den Schnee deutlich tiefer ein als ein Skitourengeher – und macht dem Nächsten so den Aufstieg zur Plage. Besser ist also, in einer eigenen Spur zu gehen.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Wer aufsteigt, hat Vorrang. Diese ungeschriebene Bergregel gilt im Winter genauso wie im Sommer. Und wer in den winterlichen Bergen rücksichtsvoll und vorsichtig unterwegs ist, geht grundsätzlich den allermeisten Zusammenstößen aus dem Weg.

Spuren zur Hütte
Grundsätzlich gilt im Winter: Jedem seine eigene Spur. Foto: Adobe Stock/christakramer
 

5. Die ruhende Natur stören

Dieser Punkt betrifft die eigentlichen Bewohner der Berge: Wilde Tiere, von denen viele im Winter unter extrem widrigen Bedingungen überleben müssen. Schreckt man sie auf, verbrauchen sie einen Großteil ihres knappen Energiebedarfs, den sie mangels Nahrung schwer wieder aufbauen können. Besonders Raufußhühner finden in den Bergen einen ihrer letzten Rückzugsorte. Sie sind inzwischen vom Aussterben bedroht – um sie zu schützen, hat der DAV in den letzten Jahren spezielle Schutzzonen ausgewiesen, an die man sich unbedingt halten solle.

Auch generell empfiehlt sich im Winter ein besonders sensibler und rücksichtsvoller Umgang mit der Umwelt. Lautes Rufen oder ein Hundebellen können ein extremer Stressfaktor für die verschiedenen Wildtiere sein. Wer sich an die ausgewiesenen Routen hält und keinen unnötigen Lärm verursacht, kann so also einen aktiven Beitrag zum Schutz dieses sensiblen Lebensraumes leisten – und so allen Interessierten ein tolles Wintersporterlebnis ermöglichen.

Reh im winterlichen Wald
Wilde Tiere sind im Winter besonderen Belastungen ausgesetzt. Foto: Adobe Stock/Martin Bergsma


 
LoS
Tags: