Skitourenausrüstung richtig für den Sommer einlagern | BERGSTEIGER Magazin

Skitourenausrüstung richtig für den Sommer einlagern

Eine lange, intensive Saison ist zu Ende. Wer im nächsten Winter mit seiner Ausrüstung wieder richtig Spaß haben will, sollte sie jetzt nicht achtlos in die Ecke stellen. Wir haben die sieben wichtigsten Tipps zur richtigen Pflege und Aufbewahrung zusammengestellt.
 
Textilien vor dem Einlagern waschen und neu imprägnieren. © Holmenkol
Textilien vor dem Einlagern waschen und neu imprägnieren.

1. Bekleidung waschen und neu imprägnieren

Auch die Wintersportbekleidung bleibt »fit« für den nächsten Winter, wenn sie sauber übersommert: Entweder die Ski-/Skitouren-Bekleidung in eine Fach-Reinigung geben oder selbst waschen. Achtung: Nur Schonwaschmittel und keinen Weichspüler benutzen. Der verstopft die Poren der Bekleidung und die technischen Fasern verlieren ihre Funktionalität. Wichtig ist auch eine gute Imprägnierung der Bekleidung. Sie kann per Spray aufgetragen oder mit speziellen Mitteln eingewaschen werden. Sie wird durch anschließendes Einbügeln oder im Trockner mit geringer Hitze fixiert. Gore Tex bietet übrigens einen professionellen Wasch- und Imprägnierservice für seine Produkte an.
 

2. Bindungen säubern und einsprühen

Schmutz kann die Bindung so beeinträchtigen, dass sich die Auslösewerte ändern. Daher sollte sie vor dem Einlagern der Ski mit Wasser gesäubert und die Mechanik mit einem Spezialspray eingesprüht werden. Die Ski am besten mit entspannter Auslösefeder, sprich mit geschlossener Bindung, lagern.
 

3. Skipflege ähnlich wie Hautpflege

Damit die Skikanten dem Flugrost trotzen, sie vor dem Einlagern mit einem Kantenschleifer abziehen. Kratzer im Belag  ausbessern. Anschließend den Belag ausbürsten, säubern (mit Belagreiniger oder mildem Spülmittel) und gut trocknen. Dann den Belag heiß mit Grundwachs einwachsen. Ein Skibelag trocknet ähnlich wie die menschliche Haut aus und altert ohne Pflege wesentlich schneller. Die Folge: schlechtere Gleiteigenschaften, was höheren Kraftaufwand zur Folge hat. Die Ski nicht vom überschüssigen Wachs befreien, weil es so die Laufflächen über den Sommer konserviert und die Kanten gegen Oxidation schützt. Vor dem Start in der nächsten Saison dann den Belag abziehen und ausbürsten.
 

4. Felle richtig lagern

Skitourenfelle brauchen besondere Pflege. Fellspezialist Werner Koch (Contour Skins) empfiehlt, Felle nur vollständig trocken einzulagern, sonst drohen Schimmelflecken. Am besten nicht zu warm und lichtgeschützt im Packsack. Felle mit klassischem Schmelzkleber leiden unter UV-Strahlung und der Kleber kann austrocknen. Je nach Klebertechnologie gibt es Unterschiede, ob die Felle Kleber auf Kleber zusammengelegt oder mit Folie abgedeckt gelagert werden sollen (Bedienungsanleitung befolgen). Zusammengefasst gilt: Klassische Klebefelle lieber mit Schutzfolie oder Abdecknetz lagern, sonst kann es schwierig werden, sie zu Winterbeginn zu trennen. Reine Adhäsionsfelle können ohne Folie gelagert werden. Bei Hybrid-Fellen gilt: War beim Kauf eine Folie dabei, diese zur Lagerung verwenden. Die neueste Generation kann auch ohne Folie zusammengelegt werden. Wichtig: Die Hybrid-Haftschicht nach dem Sommer gründlich reinigen, am besten mit einem Hybrid Cleaning Spray, um den Kleber zu reaktivieren (Infos: www.hybridskins.com).


5. Skitourenstiefel vor Schimmelpilzen schützen

Skitourenschuhe sind leider immer auch ein Biotop für Schimmelpilze, die sich den Sommer über im weichen Innenschuh ausbreiten können. Die Innenschuhe deshalb aus der Schale herausnehmen und trocknen. Erst wenn Schale und Innenschuh vollkommen trocken sind, sollten sie wieder zusammengebaut und mit geschlossenen Schnallen an einem trockenen Ort eingelagert werden. Beim Zusammenbauen auf einen faltenfreien Sitz des Innenschuhs in der Schale achten. Andernfalls können Falten entstehen, die beim nächsten Einsatz drücken.
 

6. Trockene Lagerung

Wichtig ist, dass die gesamte Ausrüstung in einem trockenen und kühlen Raum gelagert wird. Garage oder Gartenhaus sind im Sommer starken Temperaturschwankungen ausgesetzt, was zur Bildung von Kondenswasser führen kann und die Kanten der Ski rosten oder Bekleidung , Felle oder Rucksack feucht werden lässt. Besser eignen sich trockene, kühle und geschlossene Räume im Keller.
 

7. Ausrüstung auf Tauglichkeit prüfen

Ist die Ausrüstung noch in Schuss oder gehört etwas repariert oder ersetzt? Wer die Frühlingsmonate dazu nutzt, vermeidet am Anfang der neuen Saison Hektik. Frühlingskäufer können zudem oft Schnäppchen machen. Vor der Sommerpause sollten die Batterien aus dem Lawinenpiepser entfernt werden. Wer einen Lawinenrucksack mit Kartusche besitzt, kann diese im Rucksack belassen. Nach dem Sommer die Kartusche aber auf das angeschriebene Gewicht nachwiegen sowie das Ablaufdatum auf dem Auslösegriff überprüfen (Näheres auf den Webseiten der Hersteller wie www.abs-airbag.com/de).


Artikel aus Heft 07/19, Ausgabe hier nachbestellen oder Bergsteiger jetzt abonnieren.
Petra Rapp