Outdoor-Uhren: Darauf sollten Sie achten

Outdoor-Uhren: Darauf sollten Sie achten

Beim Wandern und Bergsteigen sind Outdoor-Uhren inzwischen gang und gäbe. Erfahren Sie hier alles Wissenswerte zu Outdoor-Uhren und wie Sie das perfekte Modell für sich finden können. 

 
Closeup Outdoor-Uhr © Adobe Stock/lzf
Outdoor-Uhren sind wahre Multifunktionstalente

Egal, ob beim Waldspaziergang oder bei der Mehrtageswanderung: Eine Outdoor-Uhr ist fast immer mit dabei. Sicher am Handgelenk angebracht haben Outdoor-Uhren heute eine breite Palette an Funktionen.
 
Klassische Outdoor-Uhren mit Barometer, Höhenmesser und Kompass haben sich in den letzten Jahren zu GPS-Computern am Handgelenk entwickelt, die Routen aufzeichnen, die Höhe zuverlässig anzeigen und alle relevanten Trainingsdaten erfassen. 
 

Allgemeines zu Outdoor-Uhren

Die meisten Outdoor-Uhren wiegen mit ihrer robusten Konstruktion zwischen 75 und 100 Gramm. Sie sind nahezu immer zu hundert Prozent wasserdicht und für Wasseraktivitäten aller Art bis zehn Bar (100 m) geeignet.
 
Die Arbeitstemperatur von Outdoor-Uhren beträgt normalerweise -10 bis +60 Grad Celsius. An sehr kalten Tagen kann es daher sein, dass die Zuverlässigkeit der Uhren darunter leidet.
 
Das Armband der meisten Outdoor-Uhren besteht oftmals aus zähem, für bessere Hautatmung gelochtem Polyethylen, Kautschuk oder Silikon.
 

Welche Varianten von Outdoor-Uhren gibt es?

Outdoor-Uhren mit Zeit-, Höhen- und Richtungsanzeige lassen sich in zwei Grundtypen unterteilen: Klassische Instrument-Uhren und die modernen, akkubetriebenen GPS-Uhren.
 
Die klassischen Instrument-Uhren besitzen einen barometrischen Höhenmesser und einen Kompass sowie einen Barometer. Raffiniertere Modelle dieses Typs bieten sogar einfache Höhenverlaufslogs oder eine Sonnenstandsanzeige.
 
GPS-Uhren zeichnen den Trainingsverlauf und die Route mit Satellitenortung (GPS, meist plus GLONASS) auf. Inzwischen verfügen sie meist über einen unkomplizierten Pulsmesser mit Blutflussmessung am Handgelenk, seltener gibt es ein präziseres Brustband mit Funkverbindung.
 
Die GPS-Modelle dienen primär der Anzeige der Leistung (z. B. Energieverbrauch, Höhenmeter pro Minute, Geschwindigkeit und Distanz) in unterschiedlichen Aktivitätsmodi und können die Daten inklusive Routenverlauf auf den PC oder aufs Smartphone übertragen werden.


Viele Instrument-Uhren besitzen Solarzellen, die theoretisch unendlich Strom produzieren. Foto: Christian Schneeweiß

Das macht eine gute Outdoor-Uhr aus

Egal, welche Variante der Outdoor-Uhren gewählt wird: Vor dem Kauf müssen mehrere Faktoren beachtet werden. Die Grundanzeige der Uhr sollte übersichtlich und - zum Beispiel auch bei Sonneneinstrahlung - gut lesbar sein. Dennoch sollte sie auch alles, was für die jeweilige Verwendung wichtig ist, ausspielen.

Auch ein Blick auf die integrierten Funktionen der Uhr lohnt sich - hier gibt es teils große Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen.

Was die Uhr alles kann, sollte deshalb ebenfalls immer auf die jeweilige Verwendung der Uhr zugeschnitten sein. Beim Wandern und Bergsteigen sind beispielsweise ein integrierter Höhenmesser und eine Richtungsanzeige nahezu unverzichtbar.

Zudem sollte eine gute Outdoor-Uhr auch einfach und intuitiv zu bedienen sein. Die Menüs müssen übersichtlich aufgebaut sein und ein schnelles Navigieren ermöglichen.

Zuletzt ist auch die Batterieleistung wichtig. Hier unterscheiden sich die Instrument- und GPS-Uhren deutlich, deshalb ist es sinnvoll zu überlegen, ob die Uhr eher für eine Tageswanderung oder eine mehrtägige Hüttentour angedacht ist. 
 

Wie leicht sind die Uhren zu bedienen?

Die Instrumentmodelle unter den Outdoor-Uhren besitzen meistens drei bis fünf seitliche Bedienungsknöpfe. Manchmal sogar extra Knöpfe für Funktionen wie Höhenmesser oder Kompass.

Die Grundbedienung funktioniert bei den meisten Instrument-Uhren blitzschnell, in den Untermenüs ist die Navigation durch den fehlenden Touchscreen oftmals schwieriger und unübersichtlich.
 
GPS-Uhren sind in Sachen Bedienungsfreundlichkeit oftmals Vorreiter. Das Menü und die verschiedenen Anzeigen sind übersichtlich und gut verständlich aufgebaut. Die Steuerung ist meist über einen leicht zu bedienenden Touchscreen möglich.
 

Wie ermittelt die Uhr Position und Richtung?

Gute Outdoor-Uhren sollten auch eine Richtungsanzeige besitzen. Ein elektronischer Kompass zeigt die Himmelsrichtung genau an, muss aber erst kalibriert, das heißt, auf das Magnetfeld ausgerichtet werden.
 
Am besten funktioniert die Kalibrierung der Richtungsanzeige bei den GPS-Uhren, indem man diese in einer liegenden Acht durch die Luft führt. Die Richtungsbestimmung ist zwar ungenauer als bei einem richtigen Peilkompass, ermöglicht aber ein einfaches Anpeilen der Gehrichtung auf 12 Uhr.
 
Eine GPS-Peilung funktioniert dagegen nur bei Bewegung und ist so ungenau, dass alle GPS-Uhren zusätzlich einen Kompass besitzen. Damit lässt sich immerhin die gegangene Route als Track aufzeichnen, grob abbilden und am Computer auf eine digitale Karte übertragen.
 
Umgekehrt ist es möglich, einer am Computer erstellten Route zu folgen, die samt Karte aufgeladen wurde (bei manchen Uhren sogar mit integrierten Vektor-Karten). Möglich macht dies eine steckerlose Datenverbindung, genauso wie eine Bluetooth-Verbindung zum Smartphone.
 
Ein Sicherheitsplus bei GPS-Uhren ist neben der Angabe der exakten Position die Backtrack-Funktion, die bei Verirren die gegangene Route zurückverfolgt.


GPS-Uhren zeichnen die Route einer beliebigen Aktivität als Track auf. Foto: Christian Schneeweiß
 

Was ist beim Höhenmesser wichtig?

Die Höhenmesser von Outdoor-Uhren zeigen vom Toten Meer bis zum Mount Everest jede Höhe an. Die barometrische Messung erfolgt über elektronische Luftdruck- und Temperatursensoren.
 
Der Druckverlauf unterscheidet sich aber je nach Klimazone erheblich. Deshalb lassen sich manche Höhenmesser sogar genau auf die Klimaregion abgestimmt kalibrieren. Ein fast allen Outdoor-Uhren zugrundeliegendes Barometer zeigt bei unveränderter Höhe auch die Wettertendenz an (steigender bzw. fallender Luftdruck).
 
Zeigt ein Höhenmesser trotz Einstellung nach Karte am Ausgangspunkt später am Gipfel zu viele Meter an, ist der Luftdruck im Laufe des Tages gesunken, bei zu wenig Metern ist er gestiegen. Nur bei normgerechter, das heißt, nach oben abnehmender Temperaturschichtung und gleich bleibendem Luftdruck zeigen barometrische Höhenmesser nahezu korrekt an.
 
Bei Uhren mit GPS-Empfang weist die Genauigkeit der Höhenangabe in freiem Gelände eine minimale Fehler-Quote von fünf bis zehn Metern auf. Im Aufstieg durch Wald oder in Tälern kann diese deutlich größer sein, weshalb die gesammelten Höhenmeter weniger zuverlässig sind. Um Strom zu sparen, schaltet sich das GPS erst im Aktivitätsmodus ein. 
 

Wie lange hält die Batterie?

Eine gute Instrumentuhr funktioniert je nach Bedienungsintensität mindestens ein Jahr. Ein Solarlader ist sogar völlig unabhängig von externer Stromversorgung, sofern er nicht wochenlang im Schatten liegt oder unter dem Ärmel steckt. Die Stromversorgung der Uhr ist vor allem für Hüttenwanderungen oder Zelttrekkings bei denen es selten Elektrizität gibt, wichtig. 

Bei GPS-Uhren dagegen hält der aufgeladene Akku bei während der Aktivität eingeschaltetem GPS nur etwa zwei Tourentage. Um Batterie zu sparen, sollte sich ein Gerät deshalb normalerweise im Zeitmodus befinden. Zur Schonung des Akkus verfallen alle Outdoor-Uhren bei längerem Liegen in den Schlummermodus. Ist jedoch ein längerer Einsatz geplant, empfiehlt sich die Mitnahme einer Power-Bank. 
 
Die Solar-Instrumentuhren stoppen bei längerer Dunkelheit die Zeiger, die GPS-Uhren dunkeln meistens ohne Bewegung ihren Bildschirm ab und zeigen entweder nur die Uhrzeit oder gar nichts an.
 
 

 
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