6 leichte Sommerschlafsäcke im Test | BERGSTEIGER Magazin
Bergsteiger Kaufberatung

6 leichte Sommerschlafsäcke im Test

Jedes Jahr neue Trends und Modelle sowie eine riesige Auswahl: Der Weg zum richtigen Sommerschlafsack ist nicht immer einfach. Wir sorgen für die richtige Orientierung und hatten bereits die besten Modelle für den Sommer 2022 im Test.
 
Wir haben 6 leichte Sommerschlafsäcke getestet, unter anderem den Nordisk Tension Comfort 300. © Nordisk
Wir haben 6 leichte Sommerschlafsäcke getestet.
Zur Hochphase der Corona-Pandemie mussten klassische Hüttenschlafsäcke durch leichte Sommerschlafsäcke ersetzt werden. Umrüsten lohnt sich: Denn diese bieten ein größeres Spektrum als die unisolierten Hüllen.
 

Diese 6 Modelle haben wir getestet:

CAMP ED 200 Plus
Deuter Astro 300
GRÜEZI BAG Biopod Wolle Almhütte
Mountain Equipment Transalp
Nordisk Tension Comfort 300
Western Mountaineering Everlite
 

Sommerschlafsack statt Hüttenschlafsack

Alpen- oder Gebietsdurchquerungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und haben durch Corona nur einen leichten Dämpfer erhalten. Ob auf Hütten die Benutzung von Sommerschlafsäcken statt Wolldecke und Hüttenschlafsack auch nach Corona verlangt wird, wird sich zeigen.

So oder so erscheint die Mitnahme von maximal 800 Gramm Schlafsackgewicht nicht übertrieben angesichts der Aussicht auf eine kratzfreie Nacht. Zumal sich solche Schlafsäcke auch gut für Übernachtungen auf Campingplätzen oder sogar draußen eignen.

Ein hüttentauglicher Sommerschlafsack wiegt nicht nur wenig, er nimmt im Rucksack auch relativ wenig Platz ein. Das Packvolumen der vorgestellten Modelle reicht von 2,3 Liter für den Minischlafsack Transalp von Mountain Equipment bis zu 8,5 Liter für den wärmeren und weiteren Tension Comfort von Nordisk.
 

Leicht und packbar oder günstig und wasserfest?

Grundsätzlich hat man die Wahl zwischen zwei Füllungen: Mit einer Daunenfüllung ist der Schlafsack leichter und kleiner packbar, aber weniger robust und teurer.

Schlafsäcke mit Isolationsfaser-Füllung sind schwerer und voluminöser, dafür relativ günstig und auch wenig nässeanfällig – was auf Hütten allerdings kein Kriterium ist.

Eine Besonderheit ist der spezielle Hüttenschlafsack Almhütte von Grüezi Bag mit Wollvlies.
 

Schlafsack-Temperatur: 5, 10 oder 15 Grad?

Bei Hüttenübernachtungen im Sommer mit Temperaturen zwischen zehn und 15 Grad ist der Effizienz-Unterschied zwischen Kunstfaser und Naturdaune relativ gering.

Bei kühlen Herbstnächten oder am Alpenhauptkamm sollte der Schlafsack im unbeheizten Lager aber auch unter fünf Grad noch warmhalten. Hier ist man mit einer leichten, stark komprimierbaren Daunenfüllung besser bedient.
 

Die Bauschkraft entscheidet

Dem Drang zum niedrigeren Preis tragen einige Daunenschlafsäcke Rechnung, indem sie günstigere Daune mit weniger Bauschkraft (600 bis 650 cuin) verwenden. Im Preis-Leistungsverhältnis kann allerdings nur der Hüttenschlafsack Transalp von Mountain Equipment mit Isofaser-Schlafsäcken mithalten.

Die übrigen Daunenschlafsäcke lassen sich dafür aber auch gut draußen verwenden. Konkurrenzlos günstig ist der erwähnte Hüttenschlafsack von Grüezi Bag mit Kopf-Unterlage in Kindergröße.
 

Decke oder Mumie mit Kapuze?

Reine Hütten- oder Camping-Schlafsäcke besitzen die Form von Decken – aufgezippt und ausgebreitet sogar für zwei Personen – und meist keinen Schutz für den Kopf, sondern nur eine Unterlage als Kissendecke oder schlicht eine Öffnung ohne Kopfteil.

Für den Outdoor-Einsatz geeignete Mumienschlafsäcke besitzen eine Kapuze, die sich mit Zügen an Kopf und Hals um das Gesicht zusammenziehen lässt, um den Wärmeverlust zu minimieren.
 

Welcher Zug zieht wo?

Dies gelingt beim ED 200 Plus von Camp und Astro 300 von Deuter mit unterscheidbaren, einhändig bedienbaren Zügen perfekt. Bei anderen Schlafsäcken muss man meist ausprobieren, welcher Zug wo zusammenzieht. Durch den Mumienschnitt muss innen weniger Luft aufgewärmt werden, und das Packvolumen ist geringer.

Das Komfortmodell Tension Comfort von Nordisk ist allerdings so weit geschnitten, dass man ein Bein unbehindert anwinkeln kann. Auch an der seitlichen Reißverschlussöffnung kann Wärme verloren gehen, weshalb sie mit einem Daunen- oder Vlieswulst abgedeckt ist – außer bei den Ultraleichtmodellen Transalp und Everlite.
 

Zwei-Wege-Reißverschluss ist Vorteil

Während ein Schlafsack-Reißverschluss normalerweise zur Gewichtsersparnis und Wärmeoptimierung seitlich bis übers Knie reicht, sollte er für die Hütte eine komfortable Öffnung bis zu den Knöcheln bieten. Oder gleich ganz um die Füße herum reichen wie beim Tension Comfort oder den zur Decke umfunktionierbaren Modellen Almhütte und Everlite.

Der übliche Zweiwege-Reißverschluss ermöglicht dabei eine variierbare Belüftung der Füße und Beine bei geschlossenem Oberteil. Dies ist eine erhebliche Komfortverbesserung gegenüber der unisolierten Hülle aus schwerer Baumwolle oder teurer Seide bei traditionellen Hüttenschlafsäcken.


 
Christian Schneeweiß
Artikel aus Bergsteiger Ausgabe 03/2022. Jetzt abonnieren!