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Rucksäcke für Tageswanderungen: Das müssen Sie beachten

Viele Tagesrucksäcke eignen sich für fast jeden sommerlichen Bergsport – vom Wandern über Klettersteig-Touren bis hin zu Alpin- und Klettertouren. Wir zeigen Ihnen, worauf es bei Tagesrucksäcken ankommt.
 
Tagesrucksack © Adobe Stock/Johannes Netzer
Nicht nur zum Wandern: Tagesrucksäcke sind vielseitig einsetzbar.
Er ist der wohl wichtigste Begleiter bei jeder Tagestour: Der Wanderrucksack. Wanderrucksäcke für Tagestouren bzw. Tagesrucksäcke oder Daypacks gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen.

Sie sind für die verschiedensten Einsatzbereiche –  vom Wandern oder Speedhiken über Alpin- oder Klettertouren bis hin zum Klettersteiggehen oder Bike & Hike – geeignet. Wir verraten Ihnen, worauf es beim Kauf ankommt.
 

Die wichtigsten Fragen bei der Kaufentscheidung

  • Zuladung: Wie viel Volumen brauche ich für den bevorzugten Einsatz? Bis 25 Liter reichen für Wandern oder Bike & Hike, bis 30 Liter sollte man für Klettern und Alpintouren anpeilen.
 
  • Stabilität: Wie wird die Last übertragen? Ein festes Gestell verteilt das Gewicht größerer Lasten auf die Hüften, eine flexible Rückenplatte ist ideal für bewegungsintensive Aktivitäten.
 
  • Rückenhalt: Wie fest sitzt das Modell am Rücken? Der Schwerpunkt sollte für bewegungsintensive Aktivität direkt am Rücken liegen, für Komfort von diesem etwas abstehen. (Der Rucksack kann nach hinten ziehen oder seitlich wackeln).
 
  • Lüftung: Wie viel Luftzirkulation erlaubt das Modell? Hier fällt die Entscheidung je nach Schweißempfinden und gewünschtem Rückenhalt. Der Freiraum zwischen Rückseite und Rücken reicht von null bis vier Zentimeter.
 
  • Fixierungen: Welche Außenbefestigungen brauche ich? Jeder Bergrucksack braucht eine Halterung für Stöcke. Mit Kompressionsriemen lässt sich auch sperrige Ausrüstung fixieren, Seitenfächer halten Flaschen griffbereit. Pickelschlaufen sind nur für Alpintouren wichtig.
 

Wie groß und wie schwer sollte ein Tagesrucksack sein?

Ein Tagesrucksack sollte für bequemes Packen je nach Einsatz um die 25 Liter Volumen fassen und für beschwingtes Steigen möglichst leicht sein. Lasten bis gut zehn Kilogramm sollten sich tragen lassen, ohne dass der Rucksack drückt.

Bei einem Volumen von 26 bis 30 Liter und zumeist rund 1,1 bis 1,3 Kilogramm Leergewicht hat mehr Ausrüstung Platz, so dass sich der Daypack für Hüttenwanderungen oder Sportarten wie Klettern ebenfalls gut eignet.
 
Tagesrucksäcke mit kleinerem Volumen von 20 bis 25 Litern sollten luftig und leicht sein (0,6 bis 1 kg). Mehr als sieben Kilogramm Zuladung sind bei diesen Modellen eher selten.

Zudem gibt es auch aus dem Kletter- oder Laufsport abgeleitete Ultraleichtmodelle. Diese Rucksäcke wiegen manchmal sogar weniger als 500 Gramm, sind aber nicht besonders komfortabel zu tragen.
 

Deckel oder Reißverschluss?

Tagesrucksäcke gibt es meist in verschiedenen Varianten. Sogenannte Toploader besitzen eine klassische Sacköffnung mit Deckel und Schnallenverschlüssen an Riemen.

Die meisten Daypacks verfügen dabei nur über einen einzelnen Riemenverschluss. Kleidung oder Bergseil lassen sich darunter zwar nicht sicher befestigen, trotzdem lässt sich notfalls mehr aufpacken als vorgesehen.
 
Frontloader sind kompakte Rucksäcke, deren Rundbogen-Reißverschlüsse an Koffer erinnern. Sie haben Riemenbändel nur an der Kompression und sind meist günstiger als Deckelrucksäcke. Trotzdem gibt es zwei Nachteile:
 
  • Das Volumen lässt sich nicht erweitern
  • Wenn der Reißverschluss kaputt geht, kann man den Rucksack wegwerfen.

Eine schlanke Form (meist bei komfortablen Kompaktmodellen) oder eine schmale Form (meist bei alpinen Deckelmodellen) des Packsacks hält die Zuladung dicht am Körper.

Seitliche Kompressionsriemen sind hier nur angebracht für den Fall, dass der Rucksack nicht voll befüllt ist. Durch einen Riemen über der Deckelöffnung (Top-Kompression) kann man auch oben komprimieren und Kleidung oder Seil unter dem Deckel befestigen.

Test Tagesrucksäcke
Seitliche Stretch- oder Netzfächer halten schnell erreichbare Gegenstände wie Flaschen oder Fotoapparat.Foto: Christian Schneeweiß


Das Tragesystem bei Tagesrucksäcken

Das Tragesystem des Rucksacks besteht aus dem Hüftgurt, der die Hauptlast tragen sollte, und den Schultergurten, die durch einen Brustriemen verbunden sind. Voluminösere Modelle sollten Schulter-Zugriemen besitzen, damit man die Lastenverteilung optimal einstellen kann.

Da die Rückenlänge von Tagesrucksäcken fix ist, erfolgt die Anpassung an den Rücken über die langen Schulterträger.

Tagesrucksäche brauchen keine dick gepolsterten, sondern luftige Schultergurte zur Schweißdampfableitung durch Airmesh (durchlässige Fasern mit Porenbezug). Idealerweise haben sie außerdem einen durchbrochenen Schaumstoffkern oder noch durchlässigere Netze.

Die Hüftflossen sind in der Regel genauso gepolstert wie die Schulterträger. Klettertaugliche oder ultraleichte Rucksäcke besitzen abnehmbare oder ungepolsterte Hüftriemen, um den Klettergurt nicht zu stören oder um unbelästigt radeln zu können.

Auch bei kleineren Modellen erhöht ein Hebelzug (Riemen nach innen statt außen ziehen) die Effektivität des Hüftgurts.
 

Die Belüftung von Tagesrucksäcken

Eine wichtige Rolle beim Tragekomfort von Tagesrucksäcken spielt die Belüftung des Rückens. Wenn das Tragesystem (Träger und Gurt) möglichst luftig ist, hat man den besten Sommer-Wanderrucksack für Schnellschwitzer und heiße Tage.

Der Netzrucksack mit am Rücken anliegendem Netz und dessen rückenfreie Variante sind an einem konkav abgespannten Rahmen aufgehängt, der in allen Lagen volle Luftzirkulation bietet.

Modelle mit hohler Rückseite erfüllen bei aufrechtem Rücken dieselbe Funktion. Bei gekrümmtem Rücken, etwa im steileren Aufstieg und beim Kraxeln, liegen sie aber fest auf dem Rücken. Der Nachteil beider Rucksacktypen ist, dass sie bei seitlichen Bewegungen rutschen.

Robuste Rucksäcke für Alpin- oder Hüttentouren haben Alustäbe und eine Plastikplatte, damit die Rückseite geformt wird und die Last auf der Hüfte liegt.

Rucksack beim Wandern
Ein luftiges Tragesystem ist an heißen Tagen ideal. Foto: Adobe Stock/XtravaganT

Anliegende Kontaktrucksäcke sind häufig starr, um die Last von schwerer Kletterausrüstung zu übertragen und permanente Lüftung mit 3D-Mesh (dampfdurchlässige Polsterung mit Lüftungskanälen) zu gewährleisten.

Funktioneller ist eine flexible Rückseite in Form eines Federstahl-Drahtrahmens (bei Ultraleichtmodellen oft auch eine Hartschaummatte), so dass sich der direkt anliegende Packsack dem geraden oder gekrümmten Rücken anpasst.

Ein guter Kontaktrucksack sitzt wie angegossen am Rücken und macht jede Bewegung mit. Ideal also für Alpin-/Klettertouren, Klettersteige oder Bike&Hike.
 

Wie packe ich den Rucksack optimal?

Der Zweck des Rucksacks ist es, nicht benötigte Ausrüstung zu verstauen. Zwar fällt es bei Tagesrucksäcken weniger ins Gewicht, wie er gepackt ist, als bei großen Trekkingrucksäcken. Es lohnt sich aber dennoch, ein paar Tipps zu befolgen:
 
  • Die schwersten Gegenstände nah am oberen Rücken platzieren
  • Leichte, voluminöse Gegenstände (Schlafsack, Isolationsjacke) möglichst am Boden verstauen
  • Mittelschwere Gegenstände mittig und vom Rücken weg packen
  • Dinge, die während der Wanderung benötigt werden, griffbereit aufbewahren (z.B. im Deckelfach)
  • Gewicht gleichmäßig auf beide Seiten verteilen
 
Außen sollte jeder Bergrucksack eine funktionierende Halterung für Stöcke besitzen, Alpinmodelle zusätzlich einen Pickelhalter, Bikerucksäcke eine Helmfixierung und Kletterrucksäcke zusätzlich Materialschlaufen.
 

Wie stelle ich den Rucksack richtig ein?

  • Schritt 1: Den Rucksack packen und alle Gurte und Riemen lösen
 
  • Schritt 2: Den Hüftgurt etwas oberhalb der Hüfte positionieren und anziehen
 
  • Schritt 3: Die Schultergurte anziehen (die Hauptlast sollte aber der Hüftgurt tragen)
 
  • Schritt 4: Den Brustgurt so weit anziehen, dass er immer noch angenehm zu tragen ist


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Christian Schneeweiß, red.
 
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