Schneeschuhe: Darauf müssen Sie unbedingt achten

Schneeschuhe: Darauf müssen Sie unbedingt achten

Immer mehr Wanderer und Bergsteiger greifen im Winter zu Schneeschuhen. Doch der Markt ist groß und die Einsatzbereiche der Schuhe vielfältig. Wir verraten Ihnen, welche Modelle sich für welchen Einsatz am besten eignen.
 
Schneeschuhe © Adobe Stock/zhukovvvlad
Darauf müssen Sie bei Schneeschuhen achten!


Schneeschuhe sind nicht nur dann eine Alternative, wenn die Schneelage keine Skitouren zulässt - auch in schneereichen Wintern versprechen sie herrliche Tage in verschneiten Winterlandschaften. Sie sind unkompliziert zu handhaben, die Gehtechnik lässt sich schnell erlernen und ein gutes Paar kostet in der Regel nicht mehr als 200 bis 300 Euro. Dennoch ist der Markt groß und es gibt unterschiedliche Modelle für verschiedene Einsatzzwecke. Wir verraten Ihnen, worauf es beim Kauf ankommt.
 

Wie funktionieren Schneeschuhe?

Das Prinzip, nach dem Schneeschuhe funktionieren, ist schon seit tausenden von Jahren bekannt und hat sich seither kaum verändert. Bereits vor 6000 Jahren nutzten Menschen Schneeschuhe, um sich im Winter fortzubewegen. Beim Tragen von Schneeschuhen wird die Auftrittsfläche am Schnee vergrößert. Durch die größere Fläche verteilt sich das Gewicht besser und verringert so das Einsinken im Schnee.
 

Wie unterscheiden sich Schneeschuhe voneinander?

Schneeschuhe sind heute topmoderne Ausrüstungsstücke. Sie unterscheiden sich je nach Art des Schneeschuhs, besitzen aber so gut wie immer Rahmen, Bindung und – je nach Variation und Verwendungszweck – auch Stahl-Krallen und ausklappbare Steighilfen. Grundsätzlich wird zwischen drei verschiedenen Schneeschuh-Typen unterschieden:

  • Classics
  • Moderns
  • Originals

Die gängigsten Modelle sind die „Classics“ und die „Moderns“. Classics besitzen meist einen Rahmen aus Aluminium, der mit Kunststoff bespannt ist. Sie sind leicht und eignen sich gut für Wanderungen in flachem Gelände. Je nach Ausstattung sind sie aber auch für anspruchsvollere Bedingungen geeignet. Lediglich bei extremeren Touren in alpinem Gelände ziehen sie den Kürzeren, da vor allem Hangquerungen ihren großen Schwachpunkt darstellen.

Schneeschuhe aus Kunsstoff, oder sogenannte „Moderns“ verfügen in den meisten Fällen über eine Steighilfe und Harschkrallen und machen so auch bei steileren Aufstiegen eine gute Figur. Sie sind meistens kürzer und schmaler gehalten und damit auch gut für den Einsatz in den Bergen geeignet. Abgesehen von den Trekkingmodellen meistern Kunststoff-Schneeschuhe auch Hangquerungen sehr gut.

Die „Originals“ besitzen einen mit Leder bespannten Holzrahmen, werden hierzulande aber kaum verwendet. Sie eignen sich vor allem für Touren in flachem Gelände. 
 

Schneeschuh Front
Drehachse: Beim Gehen taucht der Schuh in die vordere Öffnung des Schneeschuhs, wobei sich die Front anhebt. Foto: C. Schneeweiß


Was ist bei der Bindung von Schneeschuhen zu beachten?

Die Bindung aller guten Schneeschuhe besteht aus einer starren Platte mit Schuhkorb und Riemenverschluss auf einem Drehpunkt unter dem Fußballen. Sie sollte sich leicht öffnen und wieder schließen lassen und sollte im Idealfall auch mit angezogenen Handschuhen leicht zu bedienen sein. Beim Gehen taucht die Bindungsspitze durch die Aussparung in den Schnee.

Modelle mit starrer Drehachse ermöglichen eine exakte Kantstellung im weichen Schnee. Bei Schneeschuhen mit flexibler Aufhängung lässt sich auf Querungen mit hartem Untergrund der Fuß trotz schräggestelltem Schneeschuh ergonomisch optimal einkanten. Sie sind auch manövrierfähiger, da ihr Hinterteil kaum nachschleift, bieten aber im weichen Schnee weniger Seitenhalt.

Kunststoffschneeschuhe besitzen zumeist Bindungen mit längenverstellbarem Steg unter dem gesamten Schuh mit Front- und Heckkorb. Der Heckkorb fixiert die Ferse über dem Rist meist mit einer gepolsterten, trimmbaren und zugkräftigen Spannratsche mit Schnell-Entriegelung.

Alurahmen-Schneeschuhe haben vorne eine Korbbindung mit seitlicher Führung oder Schlupf aus flexiblem Kunststoff, wobei die Schuhspitze meist vorne heraussteht. Diese Bindungen werden klassisch mit Riemen über Vorfuß und Rist, bei raffinierteren Modellen mit einem zentrierenden Schnellverschluss (Doppelriemen, Boa-Wicklung, Spannratsche) fixiert.

Gegen das Rückrutschen des Schuhs sichert ein Fersenriemen, meist mit vereisungssicherer Dornfixierung. Steighilfen befinden sich an fast allen Schneeschuhen für den Bergbereich auf dem Schneeschuhdeck, teils auch am Fersenteil der Bindung.

Boa-Fixierung
Boa-Fixierung: Diese Schlupfbindung lässt sich vorne durch einfaches Drehen einer Drahtaufwicklung optimal anpassend schließen. Foto: C. Schneeweiß


Krallen geben sicheren Halt

Manche Hersteller kombinieren die Steighilfe mit einer Transportfixierung für die Bindung. Bei anderen Modellen ist die Aufstiegshilfe gleichzeitig auch Abstiegshilfe. Bergtaugliche Schneeschuhe besitzen normalerweise auch Harschkrallen, um sich in harten Schnee zu beißen. Je nach Länge, Stellung und Kantigkeit der Krallen ist der Griff und damit der Einsatzbereich sehr unterschiedlich.

Entscheidend sind hier die idealerweise gegen Schneestollen geschützten Krallen unter dem Vorfuß, die den Aufstieg unterstützen. Schneeschuh-Krallen sind so angeordnet, dass auch Gehen auf aperen Passagen ermöglicht wird. Alurahmen-Modelle, die im Schnee in der Regel nicht ganz so griffig sind wie Kunststoffmodelle, besitzen oftmals Krallenrahmen, um das auszugleichen. Die meisten Kunststoff-Alpinmodelle besitzen parallele Krallenschienen unter dem Rahmen für sicheren Halt bei Querungen.
 

Aufstiegshilfe
Bergtaugliche Schneeschuhe sollten unter dem Fersenteil der Bindung immer eine Steighilfe zur Aufstiegserleichterung besitzen.

 

Welche Größe brauche ich?

Die ideale Größe eines Schneeschuhs hängt stark davon ab, von wem und in welchem Gelände er genutzt wird. Generell ist die Größe meist ein Kompromiss zwischen Auftrieb und Handlichkeit, Robustheit und Gewicht: Je kleiner der Schneeschuh, desto leichter ist er am Rucksack zu transportieren und desto geländetauglicher ist er – aber desto tiefer sinkt er in den Schnee.

Schmale Schneeschuhe unter 21 Zentimetern Breite ermöglichen eine natürlichere Gehweise, besitzen bessere Querungseigenschaften und sind somit alpintauglicher. Die starke Frontaufbiegung geländetauglicher Modelle dient sowohl deren Aufschieben in tiefem Schnee als auch dem frontalen Angehen steiler Aufschwünge. Je größer das Gewicht des Schneeschuhgehers, desto größer sollte aber auch die Fläche des Schneeschuhs sein. Zudem gibt es auch eigene Damenmodelle, die schmaler und kürzer in ihrer Ausführung sind.
 

Welche Schuhe trage ich beim Schneeschuhwandern?

Schneeschuh-Bindungen sind so aufgebaut, dass sie mit den meisten Wanderschuhen verwendbar sind. Wichtig ist, dass die Wanderschuhe knöchelhoch sind, eine feste Sohle besitzen und vor allem wasserdicht sind. Gamaschen oder Hosen mit Schneefang können das Eindringen von Schnee in den Schuh verhindern.
 

Tipps für mehr Spaß im Schnee

  • Zum Kauf den für den Schneeschuh vorgesehenen Schuh mitnehmen, um zu prüfen, ob dieser in die Bindung passt und diese nicht drückt.
  • Schmale Schneeschuhe mit noch schmaleren Krallenschienen sind am besten für Querungen geeignet und somit als Alpinmodelle ideal.
  • Bei Frontplattenbindungen mit Riemen lassen sich die Ballen der Füße für den Aufstieg etwas vorschieben und für den Abstieg etwas zurücksetzen.
  • Auch wenn es bei vielen Bindungen egal zu sein scheint: Der Verschluss sollte sich immer außen befinden.
  • Gegen Stollenbildung bei feuchtem Schnee hilft Imprägnierspray und das Vermeiden von Wasserkontakt (Bachüberquerung).
Christian Schneeweiß, red
 
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