Im Härtetest: Dalbello Lupo Air | BERGSTEIGER Magazin

Im Härtetest: Dalbello Lupo Air

Das sagt der Hersteller: Die erste Wahl für Freeride-Tourengeher mit klarem Fokus auf Gewicht, auch wenn die Abfahrtsperformance vernachlässigt werden darf. Die revolutionäre Konstruktion ohne Zunge, aufgebaut mit einem Grillamid Air Materialmix, ermöglicht eine faszinierende Aufstiegs- und Abfahrtsperformance.
 
Luftig leicht: der Dalbello Lupo Air © Dalbello
Luftig leicht: der Dalbello Lupo Air

Informationen zum Produkt

Material: Grilamid, Polyamid composite Carbon
Konstruktion: 2 Schnallen, Kabelverschlusssystem, Interlock-Schaftfixierung
Bindung: Rahmenbindung, Pin-Bindung
Gewicht: 1300 g
Flex: 130
Farben: schwarz
Preis: 699 €
Info: www.dalbello.it
 

Das Urteil von Franziska Haack (Redakteurin)

Fehlt da nicht was? Herausnehmbare Zunge im Auto vergessen? Ist die Frage beim Fertigmachen für die Abfahrt. Nein. Bei der Konstruktion des Dalbello Lupo Air wurde, wie bei aufstiegsorientierten Rennstiefeln, ganz auf die Zunge verzichtet. Das und die Verwendung des zusammen mit der Universität Bologna entwickelten Material Grilamid, in dem Luftbläschen eingeschossen sind, die zudem für besser Wärmedämung sorgen sollen, machen den Stiefel ziemlich leicht. Als ich den Teststiefel im zweiten Anlauf in der richtigen Größe und mich an die Idee der Zungenlosigkeit gewöhnt hatte, fand ich den Lupo Air in der Abfahrt recht überzeugend.





Ob ein Schuh passt, hängt natürlich immer sehr vom Fuß ab. Im Knöchelbereich habe ich in diesem Fall etwas viel Spiel, da hilft auch die Thermoanpassung nicht, es ist aber noch im Rahmen. Was aber schon stört, z. B. im Aufstieg bei steilen Querungen, ist die Schaftlänge. Da merkt frau eben doch, dass es ein Herren-/Unisex-Stiefel ist. Außerdem wird durch das Mehr an Material der positive Effekt von dessen Leichtigkeit zunichte gemacht.

Im Handling ist der Schuh großteils angenehm, der Einstieg ist beispielsweise super leicht und dank zwei Schnallen und Kabelzügen geht das Verschließen recht zügig. Den Innenschuh nach dem Trocknen allerdings wieder in die Schale zu bekommen, ist ein ziemlicher Kraftakt. Bei mir ist öfter im Aufstieg der Hebel für die Schaftfixierung gekippt, sodass der Stiefel im Abfahrtsmodus war - wahrscheinlich ein Kompatibilitätsproblem mit der Gamasche in meiner Skihose. 

Tragekomfort: 4/5
Funktion: 4/5
Preis/Leistung: 4/5
 
Franziska Haack