Wandern am Wasser: 6 erfrischende Touren rund um die Zugspitze

Wandern am Wasser: 6 erfrischende Touren in der Zugspitz Region

In der Zugspitz Region kommt Wasser in vielen Formen und auf viele Arten daher. Beim Wandern entlang von Flüssen, durch wilde Klammen oder zu glasklaren Seen lässt sich die Wasservielfalt rund um Deutschlands höchsten Gipfel bestens erkunden. Hier stellen wir 6 der eindrucksvollsten Wasser-Wanderungen in der Region vor.
 

 
Wandern am Wasser © Best of Wandern/Thomas Bichler
Diese 6 Touren rund um die Zugspitze versprechen Erfrischung pur!
Von Seen, die still in Bergkesseln ruhen, über weitläufige Moorlandschaften bis hin zu tosenden Gebirgsbächen: Wasser ist in den Alpen geradezu omnipräsent. Auch für den Menschen ist es von größter Bedeutung. Als Trinkwasser benötigen wir es ebenso, wie zur Energiegewinnung und für die persönliche Erholung.

Einen besonderen Platz haben die Gewässer in der Zugspitz Region im Süden Bayerns eingenommen. Im Einzugsbereich von Deutschlands höchstem Berg findet sich seit jeher eine große Wasservielfalt. Zu verdanken hat die Region das dem Isar-Loisach-Gletscher, der im Laufe der letzten Eiszeit vor etwa 10 000 Jahren eine Landschaft voller Seen, Flüsse und Moore geschaffen und hinterlassen hat.

In den vergangenen Jahrhunderten waren es vor allem die wirtschaftlichen Aspekte, die das Wasser für die Region so wichtig machten. Seit dem Mittelalter transportierten Flößer Holz, Kalk und andere Baumaterialien über Loisach und Isar bis nach München, Wien und Budapest. Anfang des 20. Jahrhunderts kam der Wasser-Tourismus dazu. So ist beispielsweise die Höllentalklamm seit 1905 für Wanderer und Ausflügler zugänglich. Die Partnachklamm folgte 1912.
 
Auch heute noch erfreut sich das Wandern am Wasser größter Beliebtheit – und das ist in der Zugspitz Region auf vielerlei Arten möglich. Nicht die Höhenmeter stehen dabei im Mittelpunkt, sondern das Wasser in all seinen Formen.
Sechs der eindrucksvollsten Wasser-Wanderungen in der Zugspitz Region stellen wir hier vor.

Ob beim Spaziergang entlang der Loisach, beim meditativen Innehalten an den Ammerquellen oder beim sportlichen Aufstieg zu den Soiernseen: Hier spürt man den Lebensquell besonders intensiv!
 

1. An der Loisach entlang von Eschenlohe nach Garmisch-Partenkirchen

Auf dem Weg von Eschenlohe nach Garmisch-Partenkirchen zeigt sich das Loisachtal von seiner Schokoladenseite. Hoch hinaus geht es bei dieser einfachen Wanderung, die zugleich eine Etappe des Spitzenwanderweges ist, nicht. Mehrere
Höhepunkte entlang des Weges entschädigen dafür aber allemal.

Seien es die Sieben Quellen bei Eschenlohe, aus denen der Mühlbach entspringt, die eindrucksvolle Moorlandschaft des Pfrühlmooses, oder die Streuwiesen bei Oberau, an denen der Weg ebenfalls vorbeiführt. Nicht fehlen darf natürlich der Blick auf die Zugspitze. Sie ist – ebenso wie das gesamte Wetterstein- und Estergebirge – nahezu die ganze Wanderung über sichtbar und kommt mit jedem Schritt in Richtung Garmisch-Partenkirchen ein Stück näher.
 
Schwierigkeit: einfach
Höhenunterschied: 210 Hm auf, 90 Hm ab
Distanz: 16,3 Kilometer
Dauer: 5 Stunden
Ausgangspunkt: Ortszentrum Eschenlohe (640 m)
Charakter: Eine einfache Wanderung ohne große Höhenunterschiede oder Schwierigkeiten auf gut ausgebauten Wegen und Waldpfaden
Route: Eschenlohe – Sieben Quellen – Oberau – Nepomuk-Kapelle – Farchang – Garmisch-Partenkirchen – Olympiahaus

Eschenlohe Garmisch Zugspitze
Bei der Tour immer im Blick: Das Zugspitz-Massiv. Foto: Zugspitz Region GmbH/Erika Spengler
 

2. Durch die Höllentalklamm aufs Kreuzeck

Mit der beliebten Höllentalklamm hat der Hammersbach bei Grainau ein Naturwunder geschaffen, das seinesgleichen sucht. Auch für ambitionierte Wanderer hat die Klamm viel zu bieten. Neben dem berühmten Zugspitz-Anstieg, der hier seinen Anfang nimmt, ist die Wanderung durch die Klamm und über das Hupfleitenjoch zum Kreuzeck besonders reizvoll. Insgesamt sind mehr als 1400 Höhenmeter zu bewältigen.

Die Belohnung: eine gewaltige Berglandschaft, die Einkehr im gemütlichen Kreuzeckhaus und allen voran die Zugspitze, die wie ein Koloss über den Wanderern thront. Wer sich am Kreuzeck den knapp zweieinhalbstündigen Abstieg nach Garmisch-Partenkirchen sparen möchte, sollte früh aufbrechen, um noch rechtzeitig eine Seilbahn ins Tal zu erwischen.
 
Schwierigkeit: mittel
Höhenunterschied: 1420 Hm auf, 550 Hm ab
Distanz: 12 Kilometer
Dauer: 5 Stunden
Ausgangspunkt: Wanderparkplatz Hammersbach (758 m)
Charakter: Lange und teilweise seilversicherte Tour, die Kondition und Trittsicherheit erfordert
Route: Hammersbach/Grainau – Höllentalklamm – Höllentalangerhütte (1387 m) – Knappenhäuser – Hupfleitenjoch – Kreuzeck (1651 m)

Höllentalklamm
 Die Durchquerung der Höllentalklamm ist immer wieder ein Highlight. Foto: Zugspitz Region GmbH/Erika Spengler
 

3. Rund um den Pflegersee, über Kellerleitensteig und Kramerplateau

Unweit von Garmisch-Partenkirchen findet sich eine einfache Tour, bei der auch Familien ihre Freude haben werden. Zunächst geht es rund um den Pflegersee, dessen klares Wasser bereits im Mittelalter die nahe Burg Werdenfels mit Trinkwasser versorgte. Über befestigte Stufen führt der Weg anschließend den Kellerleitensteig hinauf.

Hier bieten sich beste Ausblicke auf das Loisachtal und das umliegende Alpenpanorama, ehe es über einen Teil des Kramerplateauwegs wieder zurück zum Pflegersee geht. Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte auch dem Schmölzersee und der Burg Werdenfels, von der heute nur noch eine Ruine übrig ist, unbedingt einen Besuch abstatten.
 
Schwierigkeit: einfach
Höhenunterschied: 210 Hm auf und ab
Distanz: 4,9 Kilometer
Dauer: 2 ¾ Stunden
Ausgangspunkt: Parkplatz am Pflegersee (837 m)
Charakter: Leichte, familienfreundliche Wanderung auf befestigten Wegen
Route: Pflegersee – Kellerleitensteig – Maxbrünnerl – Kramerplateauweg – Parkplatz Schmölzersee – Pflegersee

Pflegersee
Der Pflegersee mit dem Königsstand im Hintergrund. Foto: GaPa Tourismus GmbH/Christian Stadler


4. Über den Lakaiensteig auf die Soiernspitze

Ein wahrer Karwendel-Klassiker ist die Tour auf die Soiernspitze. Schon König Ludwig II. sch.tzte die Ruhe im Soiernkessel mit seinen beiden Bergseen. Er ließ sich mit dem Soiernhaus dort auch ein königliches Jagdhaus errichten, das inzwischen eine Schutzhütte ist. Während der Königstross früher freilich über gut ausgebaute Reitwege zum Soiernhaus aufstieg, nutzten die Bediensteten ab der Fischbachalm den landschaftlich eindrucksvolleren "Lakeiensteig".

Schwindelfreie und trittsichere Bergwanderer können auch heute noch auf ihren Spuren wandeln und beim Aufstieg über den steilen und drahtseilversicherten Steig ein Bergpanorama genießen, bei dem selbst der „Kini“ gestaunt hätte.
 
Schwierigkeit: schwierig
Höhenunterschied: 1400 Hm auf und ab
Distanz: 20 Kilometer
Dauer: 11 Stunden
Ausgangspunkt: Krün (875 m)
Charakter: Lange und anspruchsvolle Bergwanderung, die vor allem am Lakaiensteig Trittsicherheit erfordert. Lässt sich mit einer Übernachtung am Soiernhaus (DAV Sektion Hochland) gut auf zwei Tage aufteilen
Route: Krün – Fischbachalm – Lakaiensteig – Soiernhaus (1611 m) – Soiernseen – Soiernscharte – Soiernspitze (2257 m) - retour
 
Soiernsee
Nach dem Aufstieg über den Lakaiensteig kommt die Ruhepause am Soiernsee gelegen. Foto: Zugspitz Region GmbH/Erika Spengler
 

5. Rund um den Staffelsee

Der Schriftsteller Ödön von Horváth, der fast ein Jahrzehnt in Murnau lebte, nannte den Staffelsee einst den „schönsten Platz am nördlichen Rand der bayerischen Alpen.“ Einen guten Eindruck davon kann man sich bei einer Seeumrundung machen. Mit Ausgangspunkt in Murnau ist die Strecke technisch kaum herausfordernd und lässt sich wahlweise im oder gegen den Uhrzeigersinn begehen.

Egal, wofür man sich entscheidet: beim Wandern durch Wälder und kleine Ortschaften gibt es immer wieder tolle Blicke auf den See und die umliegenden Berge des Alpenvorlandes. Besonders eindrucksvoll sind die unter Naturschutz stehenden Schilfgürtel und Moorlandschaften im westlichen Seebereich. Wem die Tour zu lange ist, der kann sie bequem mit einer Staffelseeschifffahrt abkürzen.
 
Schwierigkeit:
mittel
Höhenunterschied: 160 Hm auf und ab
Distanz: 21 Kilometer
Dauer: 6 ¼ Stunden
Ausgangspunkt: Staffelsee-Freibad (688 m)
Charakter: Landschaftlich reizvolle Seeumrundung für ausdauernde Wanderer
Route: Murnau (Freibad) – Obersee – Uffing – Rieden – Seehausen – Murnau (Freibad)

Staffelsee
Schon Ödön von Horváth hob die Schönheit des Staffelsees hervor. Foto: Zugspitz Region GmbH/Wolfgang Ehn
 

6. Zur Ruhe kommen am Meditationsweg Ammergauer Alpen

Abschalten, entspannen und die innere Ruhe finden: Das geht am „Meditationsweg“ im Naturpark Ammergauer Alpen. Auf einer Länge von 85 Kilometern führt der Pilgerweg von der Wieskirche in Steingaden bis zum Schloss Linderhof im Graswangtal. Das Kernelement des Weges sind seine 15 Stationen, die Wanderer und Pilger zum In-Sich-Gehen einladen. Mal handelt es sich dabei um besondere Bauwerke, doch auch beeindruckende Naturdenkmäler zählen dazu.

So passiert der Weg zum Beispiel auch den Soier See, den Ammerdurchbruch bei der Scheibum oder die Ammerquellen im Graswangtal. Der Weg lässt sich am besten entdecken, wenn man fünf bis acht Tage einplant. Machbar sind die einzelnen Etappen auch bestens als Tagestouren. Ein besonders intensives Erlebnis ist eine geführte Wanderung. Begleitet von einem Körpertherapeuten und Pilgerführer erfährt man sich mit angeleiteten Körper- und Atemübungen, geführten Fantasiereisen und meditativen Impulsen selbst neu.
 
Schwierigkeit: einfach
Höhenunterschied: 2243 Hm auf, 2180 H, ab
Distanz: 85,4 Kilometer
Dauer: 5-8 Tage
Ausgangspunkt: Wieskirche Steingaden (876 m)
Charakter: Gemütliche Mehrtageswanderung mit moderaten Höhenunterschieden, die Etappen sind größtenteils als einfach einzustufen
Route: Wieskirche – Kloster Rottenbuch – Soier See – Scheibum – Fatimakapelle – Rochusfeld – Wallfahrtskirche Kappel – Hörnle – Passionstheater – Kreuzigungsgruppe – Döttenbichl – Kloster Ettal – Ammerquellen – Gertrudiskapelle – Schlosspark Linderhof

Meditationsweg Ammergauer Alpen
Am Meditationsweg Ammergauer Alpen lässt es sich prima entspannen. Foto: Best of Wandern/Thomas Bichler

Tolle Wasser-Erlebnisse versprechen auch Hütten, die nah ans Wasser gebaut sind. 6 der schönsten Hütten am Wasser stellen wir hier vor
 
Markus Röck