Übernachten unter freiem Himmel: Wichtiges zu Standort und Ausrüstung | BERGSTEIGER Magazin

Übernachten unter freiem Himmel: Wichtiges zu Standort und Ausrüstung

Camper wissen das Gefühl von Unabhängigkeit, Natur und Freiheit zu schätzen. Ob als Entdeckungsreise zu Zweit oder als Bergabenteuer – es gibt viele Gründe für eine Übernachtung unter freiem Himmel. Doch wo dürfen die Nachtlager aufgeschlagen werden und welche Ausrüstung ist wirklich sinnvoll? Die Spontanität wird hier durch einige Regeln eingebremst, denn das Campen ist nicht überall erlaubt.
 
Übernachten unter freiem Himmel © pixabay.com/wolfgang11
Sicher unter freiem Himmel übernachten
Um keine böse Überraschung zu erleben oder sich vielleicht dem Wildcamping strafbar zu machen, sollten bereits zu Hause einige Routen und geeignete Plätze recherchiert werden. Schließlich sind je nach Gebiet die Regelungen unterschiedlich. In Deutschland verbieten manche Bundesländer das freie Camping gänzlich. In anderen Gebieten gibt es starke Einschränkungen. Die rechtlichen Grundlagen können vor Ort im jeweiligen Landratsamt oder bei der Gemeinde erfragt werden. Sie basieren auf den Naturschutzgesetzen der Region und verbieten beispielsweise das Übernachten im Wald oder in direkter Strandnähe. In gekennzeichneten Naturschutzgebieten ist das Zelten gänzlich verboten. Und jedes Land bringt seine eigenen nationalen und lokalen Campingregeln mit sich.

Hinweis: Die meisten Waldgebiete und Wiesen sind Privateigentum. Sie dürfen zwar uneingeschränkt betreten werden, doch für das Übernachten gibt es kein generelles Einverständnis des Eigentümers. In diesem Fall muss genau nachgefragt werden und der Platz ist möglichst natürlich wieder zu verlassen.

Touren und Ausrüstung vorab planen

Geht bei diesen ganzen Regeln nicht die Spontanität verloren? In gewisser Weise schon, doch die nächste Route muss nicht bis ins kleinste Detail zu Hause geplant werden. Außerdem gibt es einen Unterschied zwischen dem Camping mit Zelt und dem freien Übernachten ohne Dach über dem Kopf. Während das Zelten an vielen Stellen schlichtweg verboten wurde, steht dem sogenannten Biwakieren nichts im Wege. Hier spielen Ausrüstung und natürlich der geeignete Standort eine wichtige Rolle. Wer also komplett ohne Zelt unterwegs sein möchte und sein Lager im Freien aufschlägt, braucht eine warme und wasserdichte Schlafgelegenheit. Der Biwaksack ist speziell dafür ausgelegt, bringt ein geringes Packmaß mit sich und ist winddicht. Doch es gibt Unterschiede zwischen den Modellen, je nach Einsatzbereich. Mehr Informationen zu diesen besonderen Schlafsäcken sowie ein ausführlicher Vergleich beliebter Modelle ist hier zu finden. Schließlich hängt ein schönes Erlebnis im Freien stark von der richtigen Ausrüstung ab.

Wanderausrüstung
© Pixabay.com/Alexas_Fotos

Neben dem Schlafsack ist eine Isomatte empfehlenswert. Für eine Übernachtung im Wald bietet sich zusätzlich eine Gewebeplane an, um die Feuchtigkeit möglichst fernzuhalten. Schließlich ist ein Schlafplatz nur warm, wenn er möglichst trocken bleibt und nicht zu viel Kondensfeuchtigkeit entsteht. Sollte es trotzdem regnen, ist die wasserdichte Biwakhülle zumindest als Notfall sinnvoll. Darüber hinaus ist an praktisches Zubehör zu denken, wie beispielsweise:  
  • Campingkocher
  • Taschenlampe
  • Multitools
  • Vorräte
  • Feuerzeug

Zeitpunkt und Standort mit Bedacht wählen

Anfänger sollten sich nicht gerade im Herbst oder Winter für eine erste Übernachtung im Freien entscheiden. Im besten Fall sinkt die Temperatur in der Nacht nicht unter zehn Grad Celsius, um keine zu extremen Bedingungen zu haben. Außerdem sollte eine möglichst trockene und wolkenfreie Nacht gemeldet sein, um den Sternenhimmel genießen zu können. In Bezug auf den Standort sollte dieser möglichst natürlich gewählt werden und fernab von besiedelten Gebieten liegen. Von Parkplätzen oder stark frequentierten Wanderwegen ist abzuraten. Außerdem darf sich der Schlafplatz nicht gerade neben einem Bach oder mitten auf einer Wiese befinden. Nachts wird es hier schneller feucht und fühlt sich kalt an. Ebenso wenig ist es ratsam, erst meterweit durch unwegsames Gelände zu laufen. Am besten in ein Nachtlager in der Nähe eines festen Weges aufzuschlagen, damit es im Dunkeln auch leicht zu Fuß zu erreichen ist. Der Weg nach Hause muss stets bekannt bleiben.

Wichtig: soll es neben dem Nachtlager ein kleines Lagerfeuer geben, ist genug Sicherheitsabstand einzuhalten. Die meisten Schlafsäcke bestehen aus synthetischen Stoffen und fangen sehr leicht Feuer.

Achtung: wilde Tiere!

Fuchs
© pixabay.com/maxmann

Im Wald gibt es genug Bewohner, die sich an ein Leben in der Nacht gewöhnt haben. In Deutschland und Mitteleuropa geht von den wilden Tieren allerdings keine Gefahr aus. Wildschweine, Dachse und Füchse halten stets Abstand zum Menschen. Und selbst Spinnen, Schlangen oder anderes kleines Getier sind in diesen Breiten harmlos. Viel nerviger zeigen sich Mücken und ähnliche Insekten. Sie halten sich gern in der Nähe von Feuchtigkeit auf und sind in Wäldern zu finden. Wer also im Sommer eine ruhige Nacht verbringen möchte, muss mit entsprechendem Mückenschutz vorsorgen. Grundsätzlich gelten aber die Regeln für einen rücksichtsvollen Umgang mit den Wildtieren, auf die auch die Deutsche Wildtierstiftung hinweist. Eine geplante Tour in anderen Gegenden oder auf einem anderen Kontinent muss allerdings die dort ansässigen wilden Tiere berücksichtigen. Meist gibt es von den zuständigen Behörden entsprechende Warnhinweise.