Reinhold Messner: "Niemand weiß, wer ich wirklich bin" | BERGSTEIGER Magazin
Bergsteiger Interview

Reinhold Messner: "Niemand weiß, wer ich wirklich bin"

Reinhold Messner hat alpinistische Geschichte geschrieben: als erster Mann, der alle 14 Achttausender bestieg, als Solo-Alpinist, als Mitbegründer des Alpinstils. Der Südtiroler wird 75 und ist nach wie vor der bekannteste Bergsteiger der Welt. Mit dem Bergsteiger sprach er über Zäsuren, Ziele und Zeichen der Zukunft …
 
Bem Bergsteiger gab Reinhold Messner zu seinem 75. Geburtstag ein großes Interview. © Christoph Jorda
Bem Bergsteiger gab Reinhold Messner zu seinem 75. Geburtstag ein großes Interview.
BERGSTEIGER: Herr Messner, Sie sind Zeit Ihres Lebens ein Macher gewesen: Alpinismus, Bücher, Museen und nunmehr Film. Sie könnten doch mit 75 mit Fug und Recht einen Rückzug ins Private einleiten und autark von Ihrem Bergbauernhof leben. Eine Option?
REINHOLD MESSNER: Ins Gemütliche? Nein, ich lebe, seit ich 20 bin, vom Umsetzen von Ideen. Und während des Tuns, im Hier und Jetzt, entsteht gelingendes Leben. Wichtig dabei ist es, die Einsicht zu gewinnen, dass das Leben begrenzt ist und dass bestimmte Fähigkeiten langsam schrumpfen. Als Erstes schrumpfen Schnellkraft und die Geschicklichkeit. Ein Kletterer ist am besten in seinen Zwanzigern. Heute sind die ganz Jungen zum Teil schon zwischen 16 und 18 Jahren soweit, dass sie die höchsten Schwierigkeiten klettern. Es fehlt Ihnen aber an Erfahrung, ihre Kletterkunst an großen Bergen umzusetzen.

Ihre Kletterkarriere war durch Erfrierungen relativ bald beendet.
Bei dem Unglück am Nanga Parbat habe ich nicht nur meinen Bruder verloren, sondern selbst meine Zehen eingebüßt. Damit war ich in meiner Kletterei eingeschränkt. Ich stieg dann – ganz radikal – um in ein anderes Tun, ins Höhenbergsteigen. Das hat nichts zu tun mit dem Klettern im Yosemite oder in den Alpen, Höhenbergsteigen ist eine ganz andere Welt.

Nach den 14 Achttausendern haben Sie das Höhenbergsteigen beendet – damals eine bewusste Entscheidung?
Ich bin geplant umgestiegen, mehrmals, und ich werde in zwei, drei Jahren nochmals umsteigen – wenn ich gesund bleibe. Wohin dieses Mal? Das sage ich nicht. Ich bin kein Ankündiger. Die Museen habe ich bereits an meine Tochter abgegeben. Und mit meinem Sohn Simon mache ich momentan Filme – immer nur zum Thema Berg.

Sie gaben eingangs das Stichwort »im Hier und Jetzt«. Dort wollen eigentlich viele leben. Gelingt Ihnen das ohne Beeinflussungen aus der Vergangenheit und dem, was Sie in der Zukunft planen?
Natürlich muss ich jede Unternehmung auf eine zeitlich und wirtschaftlich solide Basis stellen. Das trifft auch auf jede Expedition zu. Deshalb bin ich auch dagegen, dass man heutige Expeditionen...

Das komplette Interview lesen Sie im Bergsteiger 08/19, ab Samstag 17. August am Kiosk oder hier online zu bestellen.