Berglust 2022: 12 Top-Regionen für die nächste Saison! | BERGSTEIGER Magazin

Berglust 2022: 12 Top-Regionen für die nächste Saison!

Zum Jahreswechsel lohnt ein Blick in die gesamte Saison 2022: Wir haben 12 Ziele in allen Teilen der Alpen zusammengestellt, die das "Prädikat Berglust" verdienen.
 
Ein traumhafter Blick von der Goldlahnspitze im südtiroler Ultental zu den Dolomiten. © Tourismusbüro Ultental
Das Ultental ist eines der Top-Ziele 2022!
Wenn es draußen kalt, dunkel und ungemütlich wird, beginnt die Zeit der Vorfreude und Planung auf den nächsten Bergurlaub. Also Kataloge durchblättern, Tourenführer wälzen, Karten studieren. Doch die Auswahl ist riesig – wo also hin? Wir stellen zwölf besonders schöne Regionen und Ziele für das kommende Jahr vor.
 

Allgäu: Hinterstein

Idyll in den Hochalpen
Auf 500 Einwohner kommen etwa 500 Gästebetten. Das spricht schon Mal für die Gastfreundschaft Hintersteins. Und außerdem fühlt sich das Allgäu hier schon sehr alpin an. Von allen Seiten umarmen die Berge das kleine Dorf, das südöstlich von Bad Hindelang auf 866 Metern liegt. Hinterstein ist ein Mikrokosmos. Der Allgäuer Dialekt ist hier noch breiter als anderswo. Die Schindeln der Häuser von der Sonne geschwärzt. Das kleine Kutschenmuseum skurril.

Für Bergfreunde ist Hinterstein der perfekte Ausgangspunkt. In alle Himmelsrichtungen locken Ziele. Ob hinauf zum Hindelanger Klettersteig, hinüber ins Tannheimer Tal oder zum Schrecksee, der seiner Instagram-Berühmtheit trotzt und so unverschämt schön in allen Blautönen schimmert. Höhepunkt nach sommerlichen Touren – und kurzer Überwindung – ist ein erfrischendes Bad in der Prinze Gumpe im Kneipp-Kur-Garten.


Ein wahres Idyll in den Hochalpen. Foto: Adobe Stock / Dozey.
 

Inntal: Oberaudorf

Rodelbahn mit TÜV-Siegel
Wer das Rodeln und Schlittenfahren liebt, ist in Oberaudorf genau richtig. In der schneeverschneiten Landschaft am Erlebnisberg Oberaudorf-Hocheck wird nicht nur Pistenspaß für Skifahrer und Snowboarder geboten. Die Rodelbahn am Hocheck wurde eigens für Rodler und Schlittenfahrer angelegt und wird immer bestens präpariert.

Auf der knapp drei Kilometer langen Strecke mit stetigem Gefälle ist Spaß und Geselligkeit für die ganze Familie vorprogrammiert. Sie ist die einzige TÜV-geprüfte Winterrodelbahn Deutschlands. Wer keinen eigenen Rodel dabei hat, kann sich diesen an der Hocheck-Talstation ausleihen. Mehr Informationen dazu auch hier.


Auf der perfekt präparierten Rodelbahn geht's in Tal hinab. Foto: TVB Oberaudorf
 

Südtirol: Ultental

Uriger Flecken
Wer vom Meraner Talkessel noch ein kleines Stücken weiter nach Süden fährt, der verlässt nicht nur die mondäne Stadt, sondern wird sich bald in einem der urigsten Täler in ganz Südtirol wiederfinden: dem Ultental. Es erstreckt sich von sanften Weinbergen hin zu den Dreitausender-Gipfeln des Ortler-Massivs mitten im Nationalpark Stilfser Joch.

Die Nordhänge werden von dichtem Bergwald bedeckt, Siedlungen und Höfe liegen praktisch nur an südexponierten Hängen – dort dafür umso intensiver: Eine Alm reiht sich an die nächste, das Lärchenholz von der Sonne über die Jahrzehnte (und manchmal Jahrhunderte) dunkel verfärbt, ja regelrecht verbrannt.

Die Riemerberglalm ist eine solche urige Alm. Von Sirmian aus führt eine Rundtour in gut drei Stunden zu der kleinen Einkehrhütte auf 2049 Metern. Vielleicht gibt es zur Stärkung dann ja Schlutzkrapfen? Eine Spezialität im Ultental: gefüllt mit einer Kombination aus Spinat und Topfen.


Die Gamper-Alm ist eine der urigen Almen im Ultental. Foto: Gert Pöder.
 

Tirol: Verwall

Das Beste aus zwei Welten
"Ver-was?" Das ist – gepaart mit fragenden Blicken – eine typische Reaktion auf Erzählungen über Bergtouren im schönen Verwall. Erstaunlich eigentlich, liegt die Gebirgsgruppe doch so nah und ist zudem auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Vermutlich ist es die Lage zwischen Paznaun (Ischgl, Galtür) und Stanzer Tal (St. Anton am Arlberg), die viele Besucher in die nördlich und südlich angrenzenden, deutlich besser erschlossenen Gebirgsgruppen ausweichen lassen.

Umso besser! So hat man die schönen Berge für sich und kann auch kurzfristig noch Plätze in den Hütten ergattern. Möchte man im Anschluss an das Wandern einen Aufenthalt in einem Hotel einplanen, profitiert man erneut von den prominenten Orten der benachbarten Täler. So lässt sich das Beste aus zwei Welten rauspicken: Einsamkeit auf der einen und eine hervorragende Infrastruktur auf der anderen Seite.


Seit 1885 können Gäste auf der Edmund-Graf-Hütte einkehren. Foto: Bettina Wilmes
 

Berchtesgaden: Reiteralpe

Gut gehütetes Geheimnis
Manchmal hat ein Schattendasein auch Vorteile. In diesem Fall für Bergsteiger. Der Gebirgsstock der Reiteralpe liegt abseits der "Großen", also Watzmann und Hochkalter. Und obgleich es mit der Neuen Traunsteiner Hütte eine perfekte Ausgangsbasis für Touren auf dem Hochplateau gibt, findet man selbst in der sommerlichen Hochsaison, wenn anderswo Trubel herrscht, immer Platz. Wohlgemerkt am Wochenende. Unter der Woche wird man sich die Hütte nur mit wenigen Wanderern teilen.

Woran das liegt? Die Reiteralpe mit ihren lohnenden Gipfeln ist im Prinzip eine Insel. Alle Zustiege dauern etwas länger, nichts für einen Nachmittagsausflug. Zudem liegt das Tafelgebirge, auf dem seltene Blumen gedeihen, genau an der Grenze von Bayern zum Salzburger Land, so dass sich kein Tourismusverband richtig zuständig fühlt. Infos holt man sich deshalb am besten direkt bei der Hütte.


Eher unbekannt, aber absolut reizvoll: Die Reiteralpe. Foto: Adobe Stock / Andy Daur.
 

Chiemgau: Ruhpolding

Unterschätztes Kleinod
Die im oberbayerischen Landkreis Traunstein gelegene Gemeinde ist mehr als nur Biathlon-Ort und auch im Sommer einen Aufenthalt wert. Inmitten der weiten Wiesenlandschaft des Miesenbacher Tales erheben sich dort die sanft-grünen Berge der Chiemgauer Alpen. Im Süden liegt das Sonntagshorn (1961 m) als deren höchster Gipfel, rund 20 Kilometer im Nordwesten der Chiemsee.

240 Kilometer Wege kann man hier zwischen "unten und oben" beschreiten. Darunter sind familientaugliche Talwege und flache Seeumrundungen ebenso wie schöne Almwanderungen und anspruchsvolle Gipfeltouren. Ab Mai stehen jede Woche geführte Wanderungen mit Bergprofis auf dem Programm. Und wer einfach mal eine Pause braucht: Am nahen Chiemsee oder im Drei-Seen-Naturschutzgebiet "Klein-Kanada" mit Löden-, Mitter- oder Weitsee lassen sich entspannte Stunden am Wasser verbringen.


Ein fantastischer Sonnenuntergang an der Hörndlwand. Foto: Ruhplding Tourismus / Andreas Plenk.
 

Vorarlberg: Slivretta-Montafon

Vertikales Vergnügen
Eine fantastische Bergwelt und ein nicht allzu schwerer Nordwand-Klettersteig bereichern einen Bergtag in der Silvretta Montafon – und mit etwas Glück begegnen Kletterbegeisterte beim Zustieg einem zahmen Murmeltier. Der Klettersteig Madrisella erstreckt sich über ganze 450 Höhenmeter entlang der felsigen Nordwand.

Geschickt wurden die zahlreichen Vertikalpassagen mit Eisenklammern entschärft – nur ganz kurze C/D-Passagen müssen geklettert werden. Genussklettersteiggeher finden an der mittelschweren Ferrata zahlreiche Rastpositionen. Nach gut zweieinhalb Stunden steht man auf dem 2466 Meter hohen Gipfel.


Geschafft! Das Ende des Madrisella-Klettersteigs. Foto: Montafon Tourismus.
 

Kärnten: Weißensee

Vorrang für die Natur
Ein Seeufer, das nur zu einem Drittel bebaut ist (der Rest steht unter Natur- und Landschaftsschutz), und das nicht für eine Durchgangsstraße herhalten musste – das gibt es wahrlich nicht allzu oft im Alpenraum. Auch die private Nutzung von Verbrennungsmotoren ist auf dem See nicht gestattet.

Die Folge: Badewasser in Trinkqualität und ein Idyll der Ruhe für Aktivurlauber mit mehreren hundert Kilometern Wanderwegen. Abends kann man sich dann den Fisch aus dem See schmecken lassen – berühmt ist der Weißensee vor allem für seine Seeforelle.


Unverbaute Ufer sind am Weißensee keine Seltenheit. Foto: Adobe Stock / stefanasal.
 

Engadin: Celerina

Tor zum Glück
Das Engadin mit seiner imposanten Bergwelt und spannenden Historie ist immer einen Besuch wert. Wer das Mondäne scheut, ist in Celerina bestens aufgehoben. Vom Gipfel des Hausbergs Piz Padella bestätigt sich auch optisch, was unten im Tal spürbar ist: Celerina liegt keineswegs im Schatten der prominenten Nachbarn St. Moritz oder Pontresina.

Zum einen, weil Celerina nicht nur der Ort mit den meisten Sonnenstunden im Oberengadin ist, zum anderen, weil sich das Dorf im Kanton Graubünden seinen eigenen Charme bewahrt hat und neben den sportiven Möglichkeiten in den Bergen und Seen auch mit Tradition und Kultur überzeugt.


Ein perfektes Spiegelbild. Foto: TVB Engadin-St.Moritz.
 

Belluno: Ágordo

Alte Gassen, tiefe Stollen
Wer im Bellunese unterwegs ist, möglicherweise die Civetta oder den Agnèr auf dem Programm hat, sollte auf jeden Fall dem Städtchen Ágordo einen Besuch abstatten. Antonio Stoppani, Verfasser des Italienporträts "Il Bel Paese", bezeichnete es als "wunderschönen Marktflecken, eine Überraschung in dieser wilden Gegend".

Er war Geologe, und als solcher schaute er natürlich nicht nur zu den Dolomitgipfeln, sondern auch ins Bergesinnere. Im Bergwerk bei Ágordo (Museum) wurden über Jahrhunderte die reichen Kupfervorkommen für die Serenissima abgebaut.


Kleiner Kirchturm vor den Dolomiten: So präsentiert sich Ágordo. Foto: Adobe Stock / Ina.
 

Slowenien: Soča-Tal

Perle in den Julischen Alpen
Gleich zwei große Fernwanderwege führen durch das wildromantische Soča-Tal in den Julischen Alpen: der Alpe Adria Trail und der Juliana Trail. Aber auch an einem Ort zu bleiben, lohnt sich.

Denn das Soča-Tal bietet genug Abwechslung für einen langen Urlaub, mit imposanten Gipfeln wie dem Triglav, Klettersteigen und einfacheren Wanderungen. Besonders schön zum Wandern und etwas ruhiger ist es im Mai/Juni und September/Oktober.



Das Wasser der Soča ist majestätisch blau. Foto Adobe Stock / Janoka82
 

Frankreich: Chartreuse

Charmante Chartreuse
Wenige Kilometer nördlich von Grenoble beginnt mit der Chartreuse das ideale Gebirgsmassiv für einen abwechlsungsreichen Bergurlaub.Nicht nur der Chamechaude, mit 2082 Metern die höchste Erhebung der Gruppe, bezaubert mit seiner markanten Gestalt und aufregenden Wanderoptionen.

Auch für Klettersteigfans, Kletterer und Mountainbiker ist hier allerhand geboten. Charmante Orte wie Saint-Pierre-d‘Entremont sorgen dafür, dass auch die Kulinarik nicht zu kurz kommt – man befindet sich schließlich in Frankreich. Für Trailrunner ist als Standort Saint-Pierre-de-Chartreuse besonders interessant – hier gibt es viele ausgeschilderte Routen für alle Schwierigkeitsgrade.



Der 1 933 Meter hohe Berg Granier. Foto: Adobe Stock / minicel73.

 
Artikel aus Bergsteiger Ausgabe 01/2022. Jetzt abonnieren!