7 isolierte Westen im Test | BERGSTEIGER Magazin
Bergsteiger Kaufberatung

7 isolierte Westen im Test

Sie halten dort warm, wo es drauf ankommt: Isolierte Westen sind ideal für schweißtreibende Touren im Winter oder als Wärmespender in Ruhepausen. Wir zeigen ihnen die Vor- und Nachteile von sieben aktuellen Modellen.
 
Ärmellos glücklich: Mit Weste auf Skitour © Ortovox/Hansi Heckmair
Ärmellos glücklich: Mit Weste auf Skitour
In dieser Kaufberatung stellen wir Ihnen hauptsächlich Westen mit Isolationen vor, die im Winter als Witterungsschutz bei anstrengenden Aktivitäten und in den Übergangszeiten als Wärmewesten für Pausen eingesetzt werden können. Diese Modelle haben meist ein schlankes Erscheinungsbild, sie isolieren gegen kühle Temperaturen, schützen durch windresistent gewebte Stoffe und wasserresistente Imprägnierung gegen Wind und Nässe, und leiten überschüssige Wärme und Schweißdampf seitlich oder über den Rücken ab.

Diese 7 Modelle haben wir getestet

Dynafit Mezzalama 2 Ptc Alpha Vest
Hyphen Monte Stivo Weste
La Sportiva Trace Primaloft Vest
Löffler Weste Primaloft Mix Hotbond
Ortovox Piz Boé Vest
Schöffel Ventloft Vest Adamont1
Vaude Bormio Hybrid Vest

Die typische Isolierung leichter Westen ist heutzutage die flauschige, wetterresistente und bei Durchfeuchtung immer noch gut wärmende, stark komprimierbare PES-Isolationsfaser Primaloft. Sie besitzt ein sehr gutes Wärme-Gewichts-Verhältnis, aber nur mäßigen Dampfdurchlass. Vlies-Füllungen aus Wolle und Polyester kombinieren Natur und Kunstfaser. Sie sind zwar schwerer, aber teils deutlich dampfdurchlässiger. Auch bilden sie im Gegensatz zu reinem Polyester beim Schwitzen kaum Gerüche. Allerdings trocknen sie bei Durchnässung nur langsam. Noch dampfdurchlässiger ist die weniger wärmende PES-Fleece-Isolierung Polartec Alpha, die zudem bei Durchnässung schneller trocknet. Sie eignet sich am besten für anstrengende Aktivitäten und in den Übergangszeiten. Das beste Wärme-Gewichts-Verhältnis bei kleinstem Packmaß bietet zwar hochwertige Daune, aber die ist teuer und verliert bei Durchfeuchtung ihre Isolation durch Verkleben der feinen Fasern. Eine hydrophobe Imprägnierung kann dem entgegenwirken.



Um bei anstrengenden körperlichen Aktivitäten wie Skitourenaufstiegen, Eisklettern oder Trailrunning Wärme und Schweißdampf an den wenig witterungsexponierten Körperzonen abzuleiten, besitzen die meisten der vorgestellten Westen dünne seitliche Stretchfleece-Einsätze. Diese können jedoch bei längeren Pausen auskühlen. Nur für intensive Aktivitäten mit anliegendem Rucksack oder für Trailrunning geeignet ist der dünne Stretch-Rücken von Vaude. La Sportiva dagegen bietet trotz dampfaufnehmendem Rückenteil vollen Witterungsschutz. Ortovox besitzt im Brustbereich optionale Taschenlüftungen.

Füllung, Stretchzonen, Außenstoff und Innenfutter von Primaloft- und Polartec-Alpha-Westen addieren sich in Größe XL zu einem Gewicht von etwa 250 Gramm mit sehr geringem Packvolumen (La Sportiva nur 1,6 L). Wollgemische wiegen etwas mehr, Wollwesten haben auch deutlich mehr Packvolumen. Daunenwesten mit sehr gutem bis hervorragendem Wärme-Gewichts-Verhältnis sind für tiefere Temperaturen aber nach wie vor unschlagbar.

Für eine effiziente Wärmung benötigt eine Weste gute Abdichtungen. Standardabdichtung sind schmale, dehnbare Lycra-Bündchen, die sich bei richtiger Gummistärke genau dem Hüft-, Arm-, oder bei der Kapuze dem Gesichtsumfang anpassen. Allerdings saugen sie Wasser (v. a. Hyphen). Während die vorgestellten Modelle mit Kapuze den Kopf gut und den Hals perfekt schützen, ist ein hoher Kragen normalerweise zu weit für guten Windschutz. Da die vorgestellten Westen vorne nahezu winddicht und meist stark wasserresistent sind, sollte deren Front-Reißverschluss konsequenterweise mit einer dichten Patte hinterlegt sein, die auch den zugezogenen Zipper am Kinn abdeckt.



Um die Kerntemperatur des Köpers zu erhalten, sollten isolierte Westen als Außenlage primär gegen Wind, sekundär gegen Feuchtigkeit schützen und bei kühlen Temperaturen wärmen. Über die Schultern reichender Stoff erhöht den Nässeschutz. Kapuzen erhöhen den Auskühlschutz und die Klimavariablität zudem erheblich.

Eine Weste sollte mindestens zwei große, per Reißverschluss verschließbare Einschubtaschen für die Hände oder Handschuhe haben, einen rausfallsicheren Steg besitzen und für ungehinderte Nutzung mit Hüftgurt hochgesetzt sein. Für den Wintereinsatz sollte sie eine zusätzliche kleine Brusttasche zum Wärmen elektronischer Geräte besitzen und im besten Fall wärmende Innenfächer für Skitourenfelle oder eine Trinkflasche.
 
Christian Schneeweiß
 
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