17 Baselayer im Test | BERGSTEIGER Magazin
Bergsteiger Kaufberatung

17 Baselayer im Test

Mehr als ein Unterhemd – ein Baselayer ist das wohl am meisten unterschätzte Bekleidungsstück am Berg. Eigentlich sollte er Entscheidungslayer heißen, denn die unterste Schicht entscheidet nicht nur über Funktion oder Versagen jeder weiteren Bekleidungsschicht, sondern auch über Freude oder Frust auf Tour! Der Outdoor Content Hub hat für uns 17 Shirts im Labor untersucht und sie 3000 Stunden im Outdoor-Einsatz getestet.
 
Der Baselayer entscheidet über Funktion oder Versagen jeder weiteren Bekleidungsschicht auf Tour. © Icebreaker/Forest Woodward
Der Baselayer entscheidet über Funktion oder Versagen jeder weiteren Bekleidungsschicht auf Tour.
Ein zwölfköpfiges Team unterzog die Baselayer einem intensiven Praxistest. Die Erfahrungen aus fast 3000 Teststunden wurden in Fragebögen dokumentiert. Besonders Passform, Klimakomfort und Geruchsentwicklung waren zu bewerten. Zu Beginn und am Ende der zweimonatigen Testphase wurde die Verarbeitung der Produkte analysiert. In einem umfangreichen Labortest nahmen wir zudem folgende Eigenschaften unter die Lupe:

Wasserrückhaltevermögen
Die Fähigkeit eines Stoffes, Wasser aufzunehmen und zu speichern. Für den Test wurde das Textil gewogen, 24 Stunden in Wasser eingeweicht, danach unter definierten Bedingungen geschleudert und abermals gewogen. Je mehr Wasser im Verhältnis zum eigenen Gewicht im Textil verbleibt, desto höher ist der Wert und desto länger ist auch die Trocknungszeit.

Luftdurchlässigkeit
Mit einem Luftdurchlässigkeitstester der Firma Textest wurde ermittelt, wieviel Liter Luft pro Quadratdezimeter Textilfläche pro Minute angesaugt werden können. Je höher der Wert, desto luftdurchlässiger ist ein Stoff: Im Test reichte er von 136 L/ dm2/min (sehr wenig luftdurchlässig) bis 850 L/dm2/min (extrem luftdurchlässig).

UV-Schutz
Um sich für die Bezeichnung »UV-schützend « zu qualifizieren, müssen Bekleidungsstücke nach Australischem Standard mindestens einen Schutzfaktor von UPF 15 haben. Um den UV-Schutz zu bestimmen, haben wir mit einem Spektrophotometer ermittelt, wieviel UV-Strahlung durch das Material dringt – im normalen Zustand und mit 20% Dehnung. Bei Werten von 15-24 spricht man von gutem UV-Schutz, UPF 25-39 bedeutet sehr guter UV-Schutz, mit UPF 40-50+ hat man einen exzellenten UV-Schutz. Bei körperengen Shirts im Gebirge ist Vorsicht geboten, da der UV-Schutz durch die Dehnung des Materials reduziert wird.

Abriebtest
Mit Rucksackmaterial (Air-Mesh) haben wir unseren Baselayern eine besondere Abreibung verpasst: In einem Martindale-Abrieb-Tester der Firma James Heal wurde dieses 7000 Zyklen lang über den Stoff gescheuert, was etwa einer Wandertour von 100 Kilometern mit Rucksack entspricht. Vor und nach dem Test wurde die Dicke der Baselayer bestimmt. Bei Produkten aus unterschiedlichen Materialien benutzten wir das schwächste Material für den Test.

Alle Laborwerte wurden in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für Textilphysik und Textilchemie der Universität Innsbruck in Dornbirn ermittelt. Wir haben die Messungen in einer akkreditierten Versuchsanstalt bei 20° C und 70 % relativer Luftfeuchtigkeit durchgeführt.

Diese 17 Modelle haben wir getestet

Aclima Lightwool Crewe Neck
Arc’teryx Satoro AR Crew
Bergans Fjellrapp Shirt
Craft Active Extreme 2.0
Devold Hiking
Falke LS Comfort Warm
Icebreaker Zone LS Crewe
Löffler Transtex Light
Mammut Go Dry
Norrona Wool Round Neck
Odlo Evolution 
Ortovox 105 Merion Ultra
Patagonia Capilene Midweight Crew
Skins DNAmic Compression Long Sleeve
Smartwool Merino 150 Baselayer
Woolpower Lite Crewneck
X-Bionic MKII
 
Text: Outdoor Content Hub/Alexandra Schweikart
Artikel aus Bergsteiger Ausgabe 01/2019. Jetzt abonnieren!
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