6 seltene Tiere, die es in den Alpen gibt – wie viele hast du schon gesehen?

6 seltene Tiere, die es in den Alpen gibt – wie viele hast du schon gesehen?

Beim Wandern in den Bergen treffen wir immer wieder auf die verschiedensten Tierarten. Vor allem in den Alpen gibt es aber auch Tiere, die man als Wanderer so gut wie nie zu Gesicht bekommt. Hier stellen wir 6 der am seltensten anzutreffenden Alpentiere vor.
 
Luchs © Adobe Stock/Stanislav Duben
Hast du schon eines dieser 6 seltenen Alpentiere gesehen?
Die Alpen sind nicht nur ein Paradies für Wanderer und Bergsportler – sie sind auch der Lebensraum für eine Vielzahl von verschiedenen Tieren. Insgesamt sind über 30.000 Tierarten in den Alpen beheimatet. Während Wanderer Tiere wie Gämsen oder mancherorts sogar den Steinbock eher häufiger zu Gesicht bekommen, gibt es auch bestimmte Alpentiere, die bei denen eine Sichtung reine Glückssache ist. Wir stellen euch sechs der seltensten Alpentiere vor und verraten, wo sie sich am liebsten aufhalten.
 

Der Alpensalamander

Der Alpensalamander (Salamandra atra) lässt sich vor allem durch seine schwarz glänzende Färbung gut erkennen. Er ist in mittleren und höheren Lagen in den Alpen beheimatet und bevorzugt als Lebensraum feuchte Bergwälder – doch auch oberhalb der Baumgrenze ist er unterwegs.

Anzutreffen sind Alpensalamander aber eher selten, denn den Großteil seines Lebens verbringen die überwiegend nachtaktiven Tiere versteckt im Untergrund – zum Beispiel unter Steinplatten oder Totholz. Die Art steht in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter strengem Schutz.  als sehr bedroht und ist streng geschützt, denn vor allem die zunehmende Land- und Forstwirtschaft setzt ihrem Lebensraum stark zu.
 
Wo zu finden: Fast in den ganzen Alpen (Ausnahmen: trockene Gebiete in den Zentralalpen, Ötztaler Alpen) ab Höhen von ca. 1000 m, vor allem in Karstgebieten und Hochgebirgsschluchten, in feuchten Laub- oder Mischäldern, Alpenweiden oder Geröllhalden
 
Wann zu finden: Mai bis September, am ehesten in den frühen Morgenstunden

Alpensalamander
Der Alpensalamander lässt sich durch seine schwarz-glänzende Färbung gut erkennen. Foto: Adobe Stock/Kalinka
 

Der Eurasische Luchs

Der in den Alpen heimische Eurasische Luchs (Lynx lynx) hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Obwohl das Tier für den Menschen grundsätzlich ungefährlich ist, gab es bereits seit dem Spätmittelalter immer wieder Versuche, die Wildkatze auszurotten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Luchs schließlich weitgehend aus West- und Mitteleuropa verschwunden.

Seit 1970 versucht man aber, das Pinselohr wieder in den Alpen anzusiedeln und inzwischen gibt es tatsächlich wieder mehrere kleine Luchsbestände. Die Wahrscheinlichkeit, einem Luchs beim Wandern zu begegnen, ist aber gering. Das Tier ist zwar keineswegs scheu – es meidet aber den Menschen und verfügt aber über eine sehr gute Tarnung, wodurch es nur schwer zu entdecken ist.
 
Wo zu finden: Diverse Gebiete im Alpenraum: z.B. in den Schweizer Alpen, im Dreiländereck Slowenien-Italien-Österreich oder im Nationalpark Kalkalpen (Österreich)
 
Wann zu finden: vor allem in der Dämmerung, wenn sie zur Nahrungssuche unterwegs sind

Luchs
Vereinzelt gibt es in den Alpen wieder Luchsbestände. Foto: Adobe Stock/Xaver Klaussner
 

Das Alpenschneehuhn

Das Alpenschneehuhn (Lagopus muta) ist ein Relikt aus der letzten Eiszeit und hervorragend an das Leben in kalten Gegenden angepasst. In den Alpen ist es vor allem oberhalb der Baumgrenze anzutreffen, wo es sich das ganze Jahr über aufhält. Im Winter hält es sich oft in Schneehöhlen auf, die Iglus ähneln. Verlässt es diese, ist es durch sein Gefieder, das sich im Winter schneeweiß färbt, bestens getarnt und für Fressfeinde wie auch für Wanderer nur sehr schwer zu erkennen.

Auch im Sommer ist es durch seine graubraune oder rotbraune Färbung gut getarnt. Unverkennbar ist hingegen sein knarrender Ruf, der an eine quitschende Tür erinnert und oftmals im Frühjahr und im Herbst zu hören ist. Das Alpenschneehuhn reagiert sehr empfindlich auf Störungen – vor allem im Winter und insbesondere in der Dämmerung sollte sein Lebensraum daher möglichst gemieden werden.
 
Wo zu finden: Nahezu im gesamten Alpenraum zwischen 1800 und 3000 Metern Höhe, im Sommer auf Almwiesen oder am Rande von Geröllfeldern, im Winter an exponierten Hängen

Wann zu finden: Alpenschneehühner sind vor allem in der Morgen- und in der Abenddämmerung aktiv


Das Alpenschneehuhn ist hervorragend an das Leben in kalten Gegenden angepasst. Foto: Adobe Stock/photodreams
 

Der Europäische Braunbär

Zugegeben, einem Braunbären möchte man bei der Wanderung wohl eher nicht begegnen. Die Wahrscheinlichkeit, in den Alpen auf den Europäischen Braunbären (Ursus arctos) zu treffen, ist aber ohnehin relativ gering. Gerade einmal um die fünfzig Tiere sollen heute im Alpenraum leben – denn ebenso wie der Luchs wurden auch die Braunbären seit dem Mittelalter massiv bejagt und größtenteils ausgerottet.

Kleinere Braunbärbestände gibt es aktuell noch im Trentino in Italien und in den slowenischen Alpen. Vereinzelt werden auch Tiere im österreichisch-slowenischen Grenzgebiet, in der Schweiz und in anderen Alpenregionen gesichtet. Hierbei handelt es sich dann meist um wandernde Exemplare aus der slowenischen oder italienischen Population.
 
Wo zu finden: Naturpark Adamello-Brenta, slowenische Alpen, vereinzelt in den Karawanken, Karnischen Alpen, Gailtaler Alpen und in Osttirol

Wann zu finden: ca. Mai – Oktober, überwiegend in der Dämmerung oder nachts, im Frühling und im Herbst auch tagsüber aktiv.

Braunbär
Braunbären meiden Menschen in der Regel und greifen nur an, wenn sie sich bedroht fühlen. Foto: Adobe Stock/Piotr Krzeslak
 

Der Schneehase

Dass Wanderer auf Tour eher selten einem Schneehasen (Lepus timidus) begegnen, hat zwei Gründe: Einerseits ist der Schneehase nachtaktiv und hält sich tagsüber meist in seinem Bau auf. Darüber hinaus ist das Tier auch ein Meister der Tarnung und zeigt sich im Winter mit einem komplett weißen Fell. Das Fell verbirgt den Schneehasen effektiv vor Beutegreifern wie Adlern oder Raben – es dient aber auch als Isolierschicht, die den Schneehasen optimal vor Kälte schützt.

Im Sommer ähnelt er farblich einem klassischen Feldhasen und ist nur durch seinen etwas schmächtigeren Körperbau, die kürzeren Ohren und den weißen Schwanz von ihm zu unterscheiden. Der Schneehase lebt bevorzugt in höheren Lagen von ca. 1200 bis hin zu 3800 Metern Höhe.
 
Wo zu finden: Überall in den Alpen auf Höhen von 1200 bis 3800 m. Im Sommer bevorzugt auf Almwiesen, im Winter in lichten Wäldern.
 
Wann zu finden: Vor allem nachts

Schneehase
Im Winter ist der Schneehase ein Meister der Tarnung. Foto: Adobe Stock/Paul
 

Der Bartgeier

Der Bartgeier (Gyapaetus barbatus) ist mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,9 Metern nicht nur einer der größten, sondern auch einer der seltensten Greifvögel Europas. Er bevorzugt alpine Bergregionen und ist meist oberhalb der Baumgrenze anzutreffen. Im Alpenraum wurde der Bartgeier um 1900 so gut wie ausgerottet und erst in den 1970ern wieder langsam angesiedelt.

Schuld daran war ein schwieriges Verhältnis zum Menschen, das durch einen weit verbreiteten Irrglauben hervorgerufen wurde. So war man lange Zeit der Ansicht, der Bartgeier würde Lämmer, Gämsen oder auch Menschenkinder jagen, was ihm früher auch den Namen „Lämmergeier“ einbrachte. In Wahrheit sind Bartgeier aber nahezu ausschließlich Aasfresser. Ihren neuen und viel treffenderen Namen haben sie borstenartigen Federn zu verdanken, die über ihren Schnabel hinaus nach unten stehen und wie ein Bart aussehen.
 
Wo zu finden: In den Alpen auf Höhenlagen zwischen 1500 und 3000 Metern, zum Beispiel in den Hohen Tauern oder in den Schweizer Alpen. Vereinzelte Sichtungen gab es auch bereits im Allgäu.
 
Wann zu finden: Das ganze Jahr über

Bartgeier
Als "Lämmergeier" wurde der Bartgeier einst von Menschen gefürchtet. Foto: Adobe Stock/Paolo Seimandl

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