Die schönsten Frühlingstouren in Südtirol | BERGSTEIGER Magazin
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Die schönsten Frühlingstouren in Südtirol

Wer den Frühling in den Bergen etwas früher als in der Heimat erleben will, schaut nach Südtirol. Die schönsten Frühlingstouren rund um den Kalterer See, Bozen und Meran und kennt unser Südtirol-Experte Eugen E. Hüsler.

 
Alpiner Seitenwechsel: Frühling in Südtirol © CC0 Public Domain/pixabay
Alpiner Seitenwechsel: Frühling in Südtirol

Ja, ich geb’s zu, und meine Leser wissen es ohnehin: Ich liebe die warme Jahreszeit, kann Eiszapfen wenig abgewinnen, klammen Fingern auch nicht, und ein Osterfest mit schneeweißer Garnitur ist mir ein Gräuel. 

Deshalb ist es höchste Zeit für einen alpinen Seitenwechsel: ab in den Süden, nach Südtirol. Denn da kommt jene Jahreszeit, die vom Winter gebeutelte, seelisch leicht angeeiste Zeitgenossen in echte Aufbruchstimmung versetzt, stets etwas früher. Und ganz früh kann man den Frühling im Überetsch, dem alten Adelsparadies unter dem Mendelkamm begrüßen. Da gibt es ein kleines Tal, mehr eine seichte Mulde, die sich zwischen den Montiggler Seen und dem Kalterer See erstreckt und einen programmatischen Namen trägt: Frühlingstal.

Paradoxerweise verdankt es seine Entstehung dem eiszeitlichen Etschgletscher, doch dessen große Zeit ist längst vorbei; seine Reste hängen oben am Ortlermassiv, ducken sich vor der immer kräftigeren Sonne in dunkle Karwinkel, wo ihr endgültiger Tod lauert.

Wir freuen uns über die Wärme, den lauen Wind und spazieren an diesem Sonntag mit »tout Bozen« durchs Frühlingstal, das Tausende und Abertausende von Frühlings-Knotenblumen in ein weißes Blütenmeer verwandelt haben. Er ist da, der Frühling, endlich! Und ich freu’ mich schon auf sonnige Wanderstunden auf den Höhen um Bozen, im Überetsch und im Unterland, im Meraner Land und im Vinschgau. Kommen Sie mit.

Eugen E. Hüslers Südtirol-Favoriten fürs Frühjahr

  • St. Martin im Kofel (1776 m): 

Klassische Höhenwanderung am steilen Vinschgauer Sonnenberg. Ab St. Martin (Seilbahn) auch als bequeme Bergabwanderung möglich. Schlanders (738 m) – Schlandersberg – St. Martin – Ratschill – »Lotterweg« – Vezzan – Schlanders; 71⁄4 Std, 1100 Hm, leicht, aber recht lang.

 

  • Hochjuval (1316 m) und Schloss Juval: 

Aussichtsreiche Wanderrunde, Rückweg über einen alten Waalweg. Nicht versäumen: einen Besuch in Reinhold Messners Schlossmuseum Juval! Tschars (598 m) – Oberjuval – Schloss Juval – »Schnalser Waalweg« – Tschars; 4 Std., 720 Hm, leicht.

  • Leiteralm (1552 m): 

Halbtagsrunde mit Anstieg über felsige, auf kürzeren Abschnitten gesicherte Wege; prächtige Tiefblicke auf das Meraner Talbecken. Vellau (906 m) – »Vellauer Felsenweg« – Hochmut – »Hans-Frieden-Felsenweg« – Leiteralm – Vellau; 31⁄4 Std., 650 Hm, mittel (Trittsicherheit!).

 

  • Marlinger Waal: 

Klassische Meraner Waalwanderung, auch Teilbegehungen möglich. Parallel zum Waal verläuft ein zwei Kilometer langer Walderlebnispfad. Töll (508 m) – »Marlinger Waalweg« – Lana, 31⁄2 Std., keine Steigung, ausgedehnter Spaziergang.

  • Langfenn (1522 m): 

Beschauliche Höhenrunde am Salten, ausgehend von Jenesien; verschiedene Varianten möglich. Besonders sehenswert: das Kirchlein St. Jakob. Jenesien (1089 m) – Gh. Edelweiß – Langfenn – Tschaufenhaus – Jenesien; 53⁄4 Std., 440 Hm, leicht.

 

  • Burg Hocheppan (628 m): 

Klassische Burgenrunde im Überetsch – ideal auch für Familien. Schloss Korb (444 m) – Hocheppan – Schloss Boymont (580 m) – Schloss Korb, 13⁄4 Std., 250 Hm, leicht.

  • Frühlingstal: 

Der kleine Spaziergang für den Frühling – nomen est omen! – durch ein Meer blühender Frühlings-Knotenblumen. Kaltern (425 m) – Frühlings­tal – Montiggl (494 m) – Kaltern, 23⁄4 Std., 100 Hm, Spaziergang.

  • Naturerlebnisweg Kalterer See: 

7,5 km langer Lehrpfad rund um den (unter Schutz stehenden) Kalterer See; 14 Tafeln informieren über naturkundliche Aspekte, aber auch über die Geschichte einer Kulturlandschaft. Ab St. Jakob 2 – 3 Std., leicht, kaum Steigungen.

 

  • Leiferer Höhenweg:

Recht spannende Tour über dem Brantental, am Höhenweg ein halbes Dutzend (leichte) gesicherte Passagen. Leifers (255 m) – Gasthaus Thaler – »Leiferer Höhenweg« – Hochegger (875 m) – Leifers, 4 Std., 700 Hm, Trittsicherheit!

  • Bletterbachschlucht:

Eines der großen Landschaftswunder Südtirols, ideal auch mit Kindern (ausreichend Zeit einplanen!). Interessantes Museum im Infozentrum am Ausgangspunkt des Geo-Weges, der in den Canyon führt und auf 16 Schautafeln viel Wissenswertes zur Geologie der Schlucht sowie zu Pflanzen- und Tierwelt der Region vermittelt. Reine Gehzeit 3 – 4 Std., etwa 500 Hm, mehrere steile Stiegen.

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