Goldene Hochzeit auf dem Allalinhorn | BERGSTEIGER Magazin
Mit Schleier und Zylinder

Goldene Hochzeit auf dem Allalinhorn

Sehr romantisch: Bergsteiger-Abonent Klaus Rothenberger hat uns einen Bericht über eine nicht ganz alltägliche Hochgebirgstour geschickt. Lest rein, es lohnt sich!
 
Lesertouren Allalinhorn © Klaus Rothenberger
Marianne und Klaus auf dem Allalinhorn
Meine Frau und ich haben vor einiger Zeit zwei Wochen Bergurlaub im Wallis verbracht und dabei einige Bergwanderungen, einen Klettersteig am Eggishorn und eine Hochgebirgstour unternommen. Nun das nicht so alltägliche: Am 7. August hatten wir unsere Goldene Hochzeit und unser Wunsch war es, an diesem Tag nochmals einen Viertausender zu besteigen.

Morgens um fünf Uhr fuhren wir von Brigerbad nach Saas Fee mit dem Ziel Allalinhorn (4027m). An der Talstation waren wir nicht die einzigen. Eine Schlange von Ski- und Bergsteigern stand vor der Kasse. Alle wollten zur Bergstation Mittelallalin. Wir fuhren mit der ersten Bahn um 6:45 Uhr nach oben. Nach dem Ausstieg legten wir die Steigeisen an und seilten uns an, so dass wir uns gegen acht Uhr auf den Weg zum Gletscher machen konnten. Wir fanden trotz der hohen Temperaturen noch eine gute Spur, die allerdings einige heikle Spalten zu überqueren hatte.

Als wir nach ca. zwei Stunden bei bestem Wetter oben am Gipfelgrat angekommen waren, hatte ich für meine Frau eine Überraschung: Ich hatte für Sie einen kleinen Hochzeitsschleier und für mich einen Zylinder dabei. Wir setzten beides auf und stiegen so zum Gipfel. Für die anderen Bergsteiger, die schon am Gipfel waren und auch für die nachkommenden war das eine große Überraschung. Wir wurden von allen beglückwünscht und sie meinten, dass es so etwas auch nicht jeden Tag hier oben gäbe. Dabei stellten wir fest, wie viele Nationen unterwegs waren. Wir genossen noch die schöne Rundumsicht auf die vielen Viertausender und stiegen wieder ab. Erst unten angekommen haben wir unseren Kopfschmuck wieder abgenommen.

Dieses Erlebnis wird uns lange noch in Erinnrung bleiben. Das Allalinhorn war übrigens unser 30. Viertausender.
 
Klaus Rothenberger
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