Silvester in den Bergen | BERGSTEIGER Magazin
Über den Dingen

Silvester in den Bergen

Wer es am Silvesterabend etwas ruhiger mag und das Feuerwerk lieber aus sicherer Entfernung beobachtet, ist am Berg oftmals besser aufgehoben. Vielleicht auf einer Reise, mit der sich der Jahreswechsel überbrücken lässt. Oder auf einer der zahlreichen Hütten, die über Silvester geöffnet haben. Christian Träger hat Ziele zusammengestellt, die es sich zu besuchen lohnt – mit etwas Glück noch in diesem Jahr oder als Inspiration für das nächste.
 
Silvester-Feuerwerk über Innsbruck © Innsbruck Tourismus/Tom Bause
Silvester-Feuerwerk über Innsbruck

August-Schuster-Haus (1564 m) Ammergauer Alpen, Bayern         

Die auch als Pürschlinghaus bekannte Hütte war ursprünglich ein Jagdrefugium von König Max II. und Märchenkönig Ludwig II. Ihren Namen erhielt sie von August Schuster, einem Gründungsmitglied der Sektion Bergland des DAV und Gründer des berühmten Sporthaus Schuster in München. Im Winter geben sich hier auf Grund der vielfältigen Möglichkeiten Skibergsteiger und Schneeschuhgeher, Winterwanderer und Rodler die Klinke zur gemütlichen Gaststube in die Hand. 
  • Zustieg: Vom Wanderparkplatz in Unterammergau durchs Tal der Schleifmühlenlaine auf einen breiten Forstweg (gleichzeitig Rodelbahn) vorbei an der Josephskapelle und der Langentalalm 2 Std., 730 Hm.
  • Touren: Rodler rauschen entlang des Aufstiegswegs ins Tal. Für Winterwanderer empfiehlt sich beispielsweise ein Abstecher zur Kolbensattelhütte (1270 m). Schneeschuhgeher finden rund um die Hütte eine winterliche Spielwiese und Skibergsteiger statten unbedingt dem Teufelstättkopf (1758 m) einen Besuch ab. In Unterammergau gibt es außerdem ein kleines Familienskigebiet.
  • Öffnungszeiten: Ganzjährig geöffnet mit Betriebsferien im April/November
  • Kontakt: Hubert Spindler, Tel. 0 88 22/35 67, www.dav-bergland.de/augustschusterhaus         

Austriahütte (1638 m), Dachsteingebirge, Steiermark     

Die Austriahütte am Dachstein ist vorbildlich geführt von der Pächterfamilie Tilo Wolf und hat ein traumhaftes Tourengebiet mit atemberaubender Aussicht auf die Südabstürze der Dachstein-Gruppe. Deshalb zeigt sich das geschichtsträchtige ÖAV-Schutzhaus bei Tests gerne in Siegerlaune. „Hauptgäste sind die Winterwanderer, aber auch viele Schneeschuhgeher“, weiß Tilo Wolf. „Und gerne halten auch Vereine und Verbände bei uns ihre Ausbildungskurse ab.“
  • Zustieg: Vom Parkplatz Türlwandhütte (1695 m) in 20 Min. oder von Ramsau/Gasthof Edelbrunn (1340 m) in 1 Std.
  • Touren: Dachstein-Edelgrieß! Rassige, hochalpine Frühjahrs-Skitour durch das südseitige Edelgrießkar in die Austriascharte (2736 m) und weiter auf den Hohen Dachstein (2995 m)
  • Öffnungszeiten: 26. Dezember bis 8. Januar sowie 28. Januar bis 18. April
  • Kontakt: Tel. 00 43/6 76/7 06 38 36
  • Hüttenschmankerl: Ein liebevoll eingerichtetes Alpinmuseum und köstliches Essen! 

Dolomitenhütte (1620 m), Lienzer Dolomiten, Österreich

Scarlett und Juraj Oles haben auf der Dolomitenhütte moderne Architektur mit einer Gemütlichkeit verknüpft, die nur Holz erzeugen kann. Auch die Lage der 1936 erbauten Schutzhütte ist genial – auf einem Felssporn mit besten Aussichten auf den Spitzkofel, den Hausberg der Lienzer. Das i-tüpfelchen sind die auf zwei Seiten verglasten Zimmer, die hundert Mal mehr den Namen Panorama-Lodge verdienen als so manche Hotelunterkunft. Man schwebt tatsächlich über dem Abgrund und möchte am liebsten vom Bett aus losfliegen oder springen.
  • Zustieg: Von Mitte Dezember bis Mitte März ist die Mautstraße von Lienz zur Hütte (zum Glück) wegen der ebenfalls empfehlenswerten Rodelbahn gesperrt. Man kann mit dem eigenen Auto oder einem Wintershuttle (Abfahrt vom Bahnhof Lienz; montags und freitags 8.30 Uhr) bis Kreithof fahren, von dort braucht man mit Ski circa eine Stunde für den Aufstieg (600 Hm). 
  • Touren: Karlsbaderhütte (2261 m), Schartenschartl (2575 m), Großer Laserzkopf (2718 m)
  • Öffnungszeiten: Ganzjährig außer im November geöffnet
  • Kontakt: Juraj Oles, Tel. 00 43/6 64/ 2 25 37 82, www.dolomitenhuette.at  

Carl-von-Stahl-Haus (1733 m), Berchtesgadener Alpen, Österreich

Die ganzjährig bewirtschaftete, mit dem Prädikat »familienfreundlich« ausgezeichnete Alpenvereins-Hütte zwischen Hagengebirge und Göllstock, Hohem Brett (2341m) und Schneibstein (2276m) liegt für Skitouren günstig auf dem Torrener Joch am Rande des Nationalparks Berchtesgaden. Von hier aus lässt sich auf die Kleine und die Große »Reib’n« starten. 
  • Zustieg: In Österreich vom Gasthaus Bärenhütte im Bluntautal (Parkplatz) auf Weg 451 über Jochalmen (4 Std.). In Bayern von der Jennerbahn-Bergstation über den Höhenweg (45 Minuten) Achtung bis März 2018 ist die Bahn außer Betrieb; von der Jennerbahn-Mittelstation/Parkplatz Hinterbrand über die Mitterkaseralm (2 Std.) oder von Schönau am Königssee/Jennerbahnparkplatz (5 Std.) auf Weg 497 über Hochbahn und Königsbachalm
  • Touren: Ausgangspunkt für klassische Skitouren wie Kleine und Große Reib’n sowie Hohes Brett (2338 m) und Hoher Göll (2522 m)
  • Öffnungszeiten: Ganzjährig bewirtschaftet
  • Kontakt: 00 49/86 52/6 55 99 22, www.alpineausbildung.at/stahlhaus

Faneshütte (2060 m), Fanesgruppe, Italien

„Ütia de Fanes“ steht in großen Lettern über dem Hütteneingang. Auf der Faneshütte wird ladinisch gesprochen – und nach ladinischen Rezepten gekocht. Hüttenwirt Max Mutschlechner ist das leibliche Wohl seiner Gäste eine Herzensangelegenheit. Als sein Vater 1928 in großartiger Dolomitenlandschaft, dort, wo das sagenumwobene Volk der Fanes sein Reich haben soll, eine Hütte baute, leistete er Pionierarbeit für den Tourismus der Gegend. Heute bietet das Schutzhaus Annehmlichkeiten, die einem Berghotel schon sehr nahekommen. Trotzdem hat sich die Atmosphäre einer Hütte erhalten. In der gemütlichen Stube knistert der Kachelofen, im großen Speisesaal kommen Hüttengäste ins Gespräch, wird manches Bergerlebnis ausgetauscht und nicht selten gemeinsam gesungen und musiziert. Der Lieblingsplatz vieler Besucher ist jedoch die Sonnenterrasse. Rundherum warten beinahe ein Dutzend Skitourenziele. Was bleiben da noch für Wünsche offen?
  • Zustieg: Vom Berggasthof Pederü (1548 m) 2 Std.
  • Touren: Piz de Lavarella (3055 m), mittelschwere Skitour auf den zweithöchsten Gipfel der Fanesgruppe. Landschaftlich eindrucksvoller Anstieg durch das Kar Busc da Stlii (3 ½ Std.), bei sicheren Verhältnissen anspruchsvolle Abfahrt durch das Paromtal.
  • Öffnungszeiten: 26. Dezember bis Mitte April
  • Kontakt: 00 39/4 74/50 10 97, www.rifugiofanes.com
  • Hüttenschmankerl: In den beiden Gaststuben hat der Hüttenwirt allerlei zusammengetragen: Küchenutensilien und Bergausrüstung aus früherer Zeit, alte Bilder und Zeitungsausschnitte, Fundstücke aus dem Ersten Weltkrieg. Ein kleines Museum auf über 2000 Metern. 

    Lindauer Hütte (1744 m), Rätikon, Österreich       

    Schon die Lage des Traditionshauses unter den Drei Türmen ist landschaftlich ein Augenschmaus. Die Skitouren selbst lassen für gute Tourengeher kaum Wünsche offen: tolles Felsambiente, nordseitige Pulverschneekare, die Möglichkeit zu Rundtouren auf die Graubündener Seite hinüber und von den Gipfeln eine grandiose Aussicht über Ost- und Westalpen. Wer es einsam liebt, für den hat die Hütte in der unbewirtschafteten Zeit einen Winterraum offen. 
    • Zustieg: Vom Parkplatz Latschau (1000 m) bei Tschagguns 2 ½ Std.
    • Touren: Großer Drusenturm (2830 m), 3 Std., schwierig; Sulzfluh (2818 m), 3 ½ Std., schwierig; Geisspitze (2334 m), 2 Std., mittel; Drusenfluh (2827 m), 4 Std., sehr schwierig
    • Öffnungszeiten: Von Weihnachten bis Anfang März ist die Hütte geöffnet. Für die drei großen Klassiker müssen aber sichere Verhältnisse herrschen.
    • Kontakt: Thomas Beck, Tel. 00 43/6 64/5 03 34 56, www.lindauerhuette.at

        Mahlknechthütte (2054 m), Dolomiten, Italien

        Durch die Traumlage auf der Seiser Alm ist von hier aus alles möglich Langlauf, Schneeschuh-Wandern und eine Skitour auf den Plattkofel. Die Geschichte des Hauses reicht bis 1902 – damals noch Mahlknecht-Schwaige – zurück. Nach zwischenzeitlichem Abriss und Neubau, sowie vielen Umbauten in den letzten Jahren ist ein vollumfängliches und komfortables Schutzhaus entstanden: mit Sauna, Infrarotkabine, Entspannungsliegen, Wohlfühlduschen. Für die gelungene Kombination aus Berg und Wellness.
        • Zustieg: 2 Std. sanft bergauf von Compatsch oder Abholung am Hotel Saltria.
        • Touren: Plattkofel (2964 m), 3 Std., leicht; Rosszahnscharte, 1 ½ Std., mittel.
        • Öffnungszeiten: Ganzjährig bewirtschaftet
        • Kontakt: Tel. 00 39/04 71/72 79 12, www.mahlknechthuette.com/de 

        Neue Bamberger Hütte (1756 m), Kitzbüheler Alpen, Österreich       

        Im Herzen der westlichen Kitzbüheler Alpen duckt sich die hölzerne Neue Bamberger Hütte in einen Hügel am Beginn des weiten Hochtals zum Salzachjoch. 2015 wurde sie komplett saniert, so dass die Holzwände, -stühle, -tische und -balken noch hell glänzen, gnz zu schweigen von den rosaroten Bettbezügen der neuen Zimmerlager mit meist zwei bis drei Betten. Kein Wunder, dass der knurrige Wirt Robert Fuchs die frische Hütte wie ein Kapitän mit strengem Regiment führt. Hier herrscht Ordnung, Widerspruch und Extrawürste sind nicht erwünscht! Alles ist picobello, von den Lagern bis zu den kostenlosen Duschen. Die feinen Mahlzeiten der Halbpension wechseln täglich, und zwischendurch lassen sich die immer köstlichen Kaspressknödel ordern. Wenn neu heraufgekommene Schneeschuhwanderer und Skitourengeher mit der Tourenplanung beschäftigt sind, weiß der Chef de Maison genau wo’s langgeht, und der aktuelle Lawinenlagebericht hängt immer aus. 
        • Zustieg: vom Parkplatz am Gasthaus Wegscheid (1148 m) bei Kelchsau zur Hütte (1 ¾ Std.)
        • Touren: auf den Schafsiedel (2447 m); unten gemütlich, zwei Steilstufen, mittlere Lawinengefahr. Prachtpanorama von den Nördlichen Kalkalpen bis in die Hohen Tauern 
        • Öffnungszeiten: Von Weihnachten bis Sonntag nach Ostern geöffnet. 
        • Kontakt: 00 43/6 64/4 55 94 69, www.alpenverein-bamberg.de 
        • Hüttenschmankerl: Im Bereich der Hütte gibt es keinen Handyempfang! 

        Naturfreundehaus Gorneren (1470 m), Berner Alpen, Schweiz

        Ein kleines, aber feines, einfaches Berghaus: ein gemütlicher Aufenthaltsraum mit einem Cheminéeofen, Rösti vom einmaligen Holzherd und eine grosse Sonnenterrasse mit Panoramasicht, auf der man auch im Winter die Sonne und das Panorama genießen kann.
        • Zustieg: Vom Tschingelparkplatz ca 1 Std.
        • Touren: Aabeberg (1964 m), 2 Std., leicht; Chistihubel (2216 m), 3 Std. ab Tschingel, leicht; Bütlasse (3193 m), 6 Std., mittel
        • Öffnungszeiten: Im Dezember auf Anfrage, ab 28. Dezember bis Ostern
        • Kontakt: Tel. 00 41/(0) 33/6 76 11 40, www.naturfreundehaeuser.ch/gorneren 

        Rudolfshütte (2315 m), Granatspitzgruppe, Österreich

        Aus dem ehemaligen Alpenvereinshaus Rudolfshütte ist das Berghotel Rudolfshütte geworden, die Skitourenziele sind dieselben geblieben. Im Skigebiet Weißsee gelegen, ermöglicht der luxuriöse Stützpunkt diverse Skitouren im hochalpinen Gelände des Nationalparks Hohe Tauern. 
        • Zustieg: Vom Parkplatz am Enzinger Boden (1468 m) am Ende des Stubachtals entweder am Rand der Pisten (2 Std.) oder mit den beiden Sektionen der Gondel zur Rudolfshütte 
        • Touren: Sonnblick (3087 m), 3 Std., leicht; Granatspitze (3086 m), 3 Std., leicht; Hohe Fürleg (2943 m), 2 ½ Std., leicht; Tauernkopf (2672 m), 1 ½ Std.; Medelzkopf (2761 m), 1 ½ Std., leicht; Hocheiser (3206 m), 6 Std., schwierig 
        • Öffnungszeiten: von Mitte Dezember bis Ende April 
        • Kontakt: Tel. 00 43/65 63/8 22 10, www.alpinzentrum-rudolfshuette.at

        Rauthhütte (1600 m), Mieminger Kette, Österreich                

        Seit der Mundelift im Jahr 2003 seinen Dienst eingestellt hat, ist die Rauthhütte auch in der kalten Jahreszeit ein beliebtes Ziel für Berggänger unterschiedlichster Ausprägung. Da Wirt Andreas Rauth die ehemalige Piste den ganzen Winter über präpariert, ist die Hütte ein ideales Übungsgelände für Tourenneulinge. Auf der Sonnenterrasse mit Panoramablick vom Wetterstein bis zu den Zillertaler Alpen treffen diese dann auf ambitionierte Skibergsteiger, die zu Hohen Munde unterwegs sind, Schneeschuhgeher und Rodler. Wird es im Liegestuhl mal ungemütlich, lässt es sich auch in einer der beiden gemütlichen Ofenstuben bei Tiroler Hausmannskost wunderbar aushalten. Wer nach dem Essen über Nacht bleiben will, kann sich im Zimmern oder Bettenlager einquartieren. Übrigens: So leicht der Aufstieg für Tourengeher und Schneeschuhwanderer ist, so anspruchsvoll ist die rassige Rodelbahn. Über drei Kilometer führt sie von der Hütte steil durch den Wald zum Parkplatz zurück und verlangt ein gute Beherrschung des Fahrgeräts. 
        • Zustieg: per Ski am Parkplatz am ehemaligen Mundelift (1170m) im Leutascher Ortsteil Moos (1 ¼ Std.). Rodler steigen entlang der Rodelbahn auf.
        • Touren: Hohe Munde (2662 m); steile Frühjahrsskitour, die günstige Firnverhältnisse und zeitigen Aufbruch voraussetzt. An mehreren Stellen Absturzgefahr!
        • Öffnungszeiten: Geöffnet ab 17. Dezember
        • Kontakt: Tel. 00 43/6 64/2 81 56 11, www.rauthhuette.at
        • Hüttenschmankerl: Die Rauthhütte ist bekannt für ihre Hüttenabende mit Live-Musik. Die Parkgebühr wird bei Einkehr in der Hütte erstattet. 

        Schöne Aussicht/Bellavista (2845 m), Ötztaler Alpen, Italien

        Na gut, die Bellavista liegt im Skigebiet. Deshalb genießen die Hüttengäste auch einige luxuriöse Vorteile wie einen bequemen Zustieg, einen hohen Ausgangspunkt und nach der Tour sogar Erholung in der höchstgelegenen Außensauna Europas. Von dort aus wie auch vom beheizten Außenpool lässt sich genießen, was die Hütte schon mit ihrem Namen verspricht: die schöne Aussicht. Und wer dann noch von seinen pistelnden Artgenossen genervt ist, darf mit Blick auf den herrlich bunten Marterpfahl vor der Tür zumindest seinen Phantasien freien Lauf lassen.
        • Zustieg: Mit der Grawand-Bahn von Kurzras oder zu Fuß am Pistenrand.
        • Touren: Im hintern Eis (3270 m) als kurze Eingeh-Skitour, Fineilspitze (3514 m) und Langtauferer Spitze (3528 m) bereiten dann aufs große Finale auf die Weißkugel (3738 m) vor.
        • Öffnungszeiten: Ende November bis Anfang Mai, bei guter Schneelage auch ab 01.11. geöffnet
        • Kontakt: Paul Grüner, Tel. 00 39/04 73/67 91 30, www.schoeneaussicht.it

          Schwarzwasserhütte (1620 m), Allgäuer Alpen, Deutschland

          Natürlich war es ein Schock, als Anfang der 90er-Jahre quasi über Nacht die traditionellen Skitourenabfahrten am Hohen Ifen gesperrt wurden. Aus Naturschutzgründen, wie die Bregenzer Behörden sagten. Um die Jäger zu schützen, wie die wütenden Skitourengeher konterten. Und für die Schwarzwasserhütte, die schon 1914 als Skihütte in einem der hintersten Zipfel des Kleinwalsertales gebaut wurde, war es ein Drama: Fiel doch plötzlich ein großer Teil des winterlichen Tourengebietes weg. Heute ist der Streit beigelegt: Skitouristen und Schneeschuhgeher dürfen ihre Spuren in friedlicher Koexistenz mit Gams, Birkhuhn und Grünröcken ziehen. Und das Hochtal gilt auch in Zeiten des Klimawandels immer noch als „Schneeloch“. Die Winterrouten auf Steinmandl, Grünhorn oder Hählekopf avancierten zu modernen Klassikern – nicht nur wegen der grandiosen Dauer-Aussicht auf das markante Kalk-Pultdach des mächtigen Ifen-Massivs. Sondern auch, weil Schilder in engem Abstand dafür sorgen, dass die Touristen nicht vom rechten Weg abkommen – und so weder Berg-Hühner noch -Wild stören. 
          • Zustieg: Vom Parkplatz Auenhütte (1273 m) in knapp zwei Stunden zur Hütte
          • Touren: Zum Falzerkopf mit Rückweg über das Neuhornbachhaus und das Steinmandl. Das ist dann schon eine großzügige Runde für Dauer-Läufer.
          • Öffnungszeiten: Ende Dezember bis Mitte März geöffnet
          • Kontakt: 00 43/55 17/3 02 10, www.schwarzwasserhuette.com
          • Hüttenschmankerl: Weil das Tourengebiet ein frühes Musterbeispiel der Aktion „Skibergsteigen umweltfreundlich“ des Alpenvereins war, sind viele Routen engmaschig mit Stangen und Schildern markiert. Für Orientierungsmuffel und Landkarten-Verschmäher sind die Touren also leichte Beute. 

          Weidener Hütte (1799 m), Tuxer Alpen, Österreich                       

          Der nicht allzu lange und einfache Anstieg und die kürzeren, einfachen Skitourengipfel zu beiden Seiten des Tals machen die Weidener Hütte ideal für den Hochwinter und für ein Familienwochenende im Schnee. 
          • Zustieg: Vom Parkplatz Innerst (1283 m) über Weerberg im Inntal 11⁄2 Std.  
          • Touren: Hobarjoch (2512 m), 2 Std., leicht; Nafingköpfl (2454 m), 1 ½ – 2 Std., leicht; Halslspitz (2574 m), 2 ½ Std., mittel; Rastkogel (2762 m), 3 Std., mittel  
          • Öffnungszeiten: Ganzjährig bewirtschaftet mit Betriebsferien im November/Mai
          • Kontakt: Tel. 00 43/(0)6 76/ 7 39 59 97, www.weidenerhuette.at

          Simonyhütte (2203 m), Dachstein, Österreich 

          Die im nördlichen Dachsteinmassiv und im UNESCO-Welterbegebiet Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut gelegene Hütte ist nach dem Geographen Friedrich Simony benannt, und datiert bis ins Jahr 1843 zurück. Sie ist unter anderem Ausgangspunkt für Österreichs sogenannte National-Skitour, die Dachstein-Überquerung. 
          • Zustieg: Von der Talstation Krippensteinbahn 3 Std.
          • Touren: Hoher Dachstein (2995 m) mit anschließender 25 km Abfahrt auf Ski-Austria-Route nach Obertraun, je nach Variante und Können 3 Std. und ganzer Tag; »Humplerrunde« auf der Ostseite vom Bärenstein, Abfahrt auf der Westseite, 6 Std., leicht; Hoher Trog, 3 Std., mittel; Abfahrt nach Hallstadt, 3 ½ Std., mittel, ab Wiesberghaus schwieriger in mitunter steilem und bewaldeten Freeride-Gelände 
          • Öffnungszeiten: 28. Dezember bis Ende März
          • Kontakt: Tel. 00 43/(0)6 80/2 19 63 74, www.simonyhuette.com 
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