Hüttenurlaub: alles Wissenswerte auf einen Blick | BERGSTEIGER Magazin
Auszeit in den Bergen

Hüttenurlaub: alles Wissenswerte auf einen Blick

Hütten bieten Wanderern und Bergsteigern auf dem Weg zum Gipfel Schutz und Unterkunft. Immer öfter werden aber die Berghäuser selbst zum Ziel. Mit ihrer Gemütlichkeit, der Ruhe und dem wunderschönen Panorama ermöglichen sie eine einfache Auszeit von der Großstadthektik. Wir verraten Ihnen, was Sie bei einem Urlaub auf der Hütte beachten müssen.
 
Die Steinseehütte in den Lechtaler Alpen © ÖAV/Monika Melcher
Die Steinseehütte in den Lechtaler Alpen

 

Eins, zwei oder drei: die Hütten-Kategorien

Hütten der Kategorie I sind einfache Berg-Unterkünfte, die in der Regel über einen mindestens einstündigen Anmarsch zu erreichen sind. Kategorie II bietet dasselbe mit gehobenem Standard für mehrtägige Aufenthalte und Aufstiegshilfen wie Lift und Hüttentaxi. Kategorie III gilt nur für einzelne Berggasthöfe als Tages-Ausflugsziel. Selbstversorgerhütten als einfachste Unterkünfte fallen unter keine dieser Kategorien, ähnlich wie Winterräume, deren beheizbare Variante.

Was muss in den Rucksack?

  • Hüttenschlafsack: Diejenigen aus Seide sind leichter und sorgen für besseren Klimakomfort, da Seide bei Kälte wärmt und bei Hitze kühlt.
  • Hüttenpatschen: In den meisten Hütten findet man sie zwar leihweise, aber besonders die Standardgrößen sind oft schon weg. Verlässlicher ist es, ein paar leichte Sandalen gleich zuhause mit einzupacken. Am besten keine mit Zehensteg, außer man nimmt auch gleich die passenden Five-Finger-Socken mit, denn im Hochgebirge ist es barfuß meistens zu kalt.
  • Mülltüte: Der selbst produzierte Abfall sollte nicht auf den AV-Hütten entsorgt werden, sondern im eigenen Rucksack wieder ins Tal wandern.
  • Ohropax: für den ungestörten Schlaf. Denn das Glück, allein im Schlafraum zu sein, hat man auf Hütten selten.
  • Handtuch oder Waschlappen, Seife: Im Gegensatz zu Hotels oder Pensionen findet man diese Utensilien nicht in den Leistungen auf Hütten. Heiße Duschen sind ebenfalls eher selten, Waschräume jedoch Standard.
  • Stirnlampe: am besten mit roter LED – die blendet niemanden, wenn man nachts im Lager raus muss.
  • Spielkarten, Gitarre und Brettspiele gibt es auf den allermeisten Hütten. Für gehobene Unterhaltung empfiehlt sich die Mitnahme eines Buchs/E-Readers oder des aktuellen BERGSTEIGER, der leider nicht auf allen Hütten ausliegt.

Was Übernachtung und Verpflegung kosten

Eine Mitgliedschaft beim DAV (kostet je nach Sektion zwischen 45 und 90 Euro im Jahr) lohnt sich spätestens ab neun Übernachtungen pro Person. Pro Hütten-Übernachtung und Person zahlt man als AV-Mitglied oder Gleichgestellter mindestens zehn Euro weniger. Wer außerdem das Bergsteiger-Essen bestellt, spart als AV-Mitglied noch einmal zehn Prozent.

Auch wenn in vielen Hütten kein Unterschied gemacht wird: ein Anrecht auf heißes Teewasser besitzen laut Hüttenordnung nur AV-Mitglieder. Wer sich selbst verpflegen will, sollte AV-Mitglied sein, denn nur sie bzw. Gleichgestellte haben das Recht, sich in Selbstversorger-Hütten einzumieten oder in den Selbstversorger-Bereichen Essen zu kochen. Tagesgäste entrichten bei Selbstversorgung für die Nutzung der Infrastruktur der Hütte 2,50 Euro und Nächtigungsgäste 5 Euro pro Übernachtung. Und nicht zu vergessen: AV-Mitglieder genießen im Falle von Bergunfällen in den Alpen einen automatischen Versicherungsschutz.

Die 10 Gebote auf Alpenvereinshütten

  1. Reservierungen nehmen die Hüttenwirtsleute nur für max. 75 % der Schlafplätze entgegen. Ob man Anzahlungen leisten bzw. im Falle von Rücktritt oder Nichtantritt eine Stornogebühr zahlen muss, hängt vom jeweiligen Hüttenwirt ab.
  2. Ein Eintrag samt Tourenzielen und Handynummer ins Hüttenbuch ist obligatorisch, da er im Notfall beim Finden der Verunfallten hilft.
  3. Geschlafen wird aus hygienischen Gründen nie ohne Hüttenschlafsack.
  4. Selbstversorgung ist nicht gestattet. Ausgenommen sind Mitglieder und Gleichgestellte, in den für Selbstversorgung vorgesehenen Bereichen. Tagesgäste entrichten bei Selbstversorgung für die Nutzung der Infrastruktur der Hütte 2,50 € und Nächtigungsgäste 5 € pro Übernachtung.
  5. Selbst mitgebrachte alkoholische Getränke dürfen auf AV-Hütten nicht konsumiert werden.
  6. Eigenen Müll bitte selbst mit ins Tal nehmen!
  7. Von 22 Uhr bis 6 Uhr herrscht Hüttenruhe.
  8. Rauchen ist auf allen AV-Hütten aufgrund von Feuergefahr verboten.
  9. In den Schlafräumen haben weder Hunde noch offenes Feuer oder Berg- und Skischuhe etwas verloren.
  10. Rücksichtsvolles Verhalten gegenüber den anderen Hüttengästen sollte selbstverständlich sein.

Zahlen und Fakten zu Hütten

Mehr als 1300 Schutzhütten und Biwakschachteln – unbewirtschaftete Notfall-Unterkünfte – gibt es in den Alpen; die Mehrzahl davon ist über alpine Vereine organisiert. Unter dem Dach des DAV befinden sich beispielsweise 324 Hütten. Die meisten dieser Schutzhäuser sind nur saisonal bewirtschaftet; Öffnungszeiten und weitere Infos findet man im Regionen-Überblick unter www.alpenverein.de
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